Das ist mein 16. Blog-Adventskalender. Beim Schreiben denke ich oft an die, die krank sind oder Unterstützung benötigen, an alle, die einsam oder allein sind. Möge allen Menschen eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen auch in diesem Jahr für alle Menschen und Tiere, vor allem für die, die Hoffnung und Trost brauchen, und für die, die Freude an dieser Zeit haben.
Die wunderbaren Dinge meiner Weihnachtszeit.
Da sind sie wieder. Die Lichter, die für mich zur Advents- und Weihnachtszeit dazugehören. Nicht die grellbunten, blinkenden Dinger – die mag ich wirklich nicht. Der „amerikanischen” Weihnacht ziehe ich die Erzgebirgsweihnacht mit ihren einfachen weißen Birnchen und den echten Flammen von Kerzen aller Art vor.
Ein Plädoyer für Einfachheit und Schlichtheit? Nicht ganz, eher eine Wortmeldung zum Überfrachteten, das ich hierzustadt sehe und mittlerweile auch im Erzgebirge wahrgenommen habe. Ja, da spielt eine große Rolle, wie ich an dieses Fest, an den Weihnachtsschmuck und an die Traditionen jener Gegend herangeführt wurde:
Zumindest in meiner Kindheit und Jugend war alles noch geprägt von der bergmännischen Vergangenheit und deren Traditionen, die in der Erzgebirgsweihnacht eine so bedeutende Rolle spielte und bei mir noch immer spielt. In der DDR war der religiöse, der christliche Anteil sowieso verpönt. Zum Beispiel ging es in die Mettenschicht auch in den Kirchen, nicht zur Christmette. Ich stolperte sogar über manch überkommenen Vers in den Volksliedern: „Geds hofft, doß's zen Heiling Christ / aah e Paackel kriegt.” (Aus der 4. Strophe vom Raachermaannl-Lied, das mit „Gahr fer Gahr gieht's zen Advent / of 'n Buden nauf” beginnt). Es dauerte tatsächlich zwei oder drei Jahre, ehe ich Weihnachten automatisch mit dem Kirchenfest zusammenbringen konnte. Bergmännisch hieß im Erzgebirge auch: einfach, schlicht, manchmal gar ärmlich, denn es ging um den einfachen Bergmann, nicht um die Bergfürsten und ähnlich Hochgestellte.
Neben der sehr speziellen Musik gehört für mich auch Stille zu dieser Zeit. Also Zeit ohne Musik, ohne Gespräch, fast ohne Hintergrundgeräusche. Es gibt Räume, in denen ich das finde, in die ich aber nicht nur während der Advents- und Weihnachtszeit gehe. Genau: Kirchen. Hierzustadt zumeist die Marktkirche Unser Lieben Frauen, auch Marienkirche genannt. Dort sind immer Geräusche zu hören, aber es ist Stille. Wie im Wald. Oder am Meer.
Einfache Lichter und Stille. Dazu kommt bei mir ein Drittes, nämlich der Duft der Weihnacht. Der nach Reisig (Tannen- oder Fichtengrün), und nach Holzfeuer (viel zu selten nach meinem Geschmack) und der, der von Räucherkerzchen ausgeht. Weihrauch am liebsten, von den Neudorfer Weihrauchkerzen, und dann noch der Weihrauchduft von Knox, und nicht zu vergessen der Weihnachtliche Weihrauch aus Crottendorf. Was ich auch mag, ist der Duft von brennenden Bienenwachskerzen.
Ich genieße all das. Vor allem aber ist jetzt für mich die Zeit der Lichter (und eines gewissen Heimwehs). Und weil ich das alles so sehr mag, geht meine Weihnachtszeit wirklich bis Mariä Lichtmeß, bis zum 2. Februar, 40 Tage nach dem Weihnachtstag.
Erinnerung des gestrigen Tages:
Es waren nur zwei oder drei Jahre, da erlebte ich noch, wie echte Kerzen auf dem Weinachtsbaum und auf den Schwibbögen meiner Großeltern leuchteten. Auf Lichterengeln und Bergmännern wurden die viel läger entzündet.
Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.
P. S.: Gestern, am 1. Dezember 2025 war ich zufrieden mit den drei Stichen in der Hausarztpraxis (Grippe, Covid, Blutabnahme, dazu auch noch ein EKG wegen erhöhtem Ruhepuls), mit neuen Thermosocken, mit einem zweiten ganz besonderen Adventskalender für mich.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Du bist unter P.S. ein Tag voraus.
Danke. (Tsetsetsetsetse.)