#Adventskalender 2021 – (339): Die 2. Kerze

Die Adventskerzengeschichten entstehen.

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Das ist mein 12. Adventskalender, den ich all denen widme, die kämpfen, allen, die krank sind, allen, die Unterstützung benötigen. Möge uns allen eine im wahrsten Sinne des Wortes wunder­volle Weihnachtszeit beschieden sein. Meine Kerzen brennen insbesondere für Menschen (und Tiere), die Hoffnung und Trost brauchen.

 

 

Heute werden auf dem Adventskranz schon zwei Kerzen brennen. Wie schnell doch die Zeit vergeht und wie lange es doch noch bis Weihnachten dauert. Peter wundert sich gerade darüber, daß es zu allen möglichen Dingen immer besondere Geschichten gibt. Doch zu den einzelnen Kerzen des Advents kennt er keine einzige. Auch Mutti konnte ihm keine erzählen. Also bleibt wohl nichts anderes übrig, als selbst für jede einzelne der vier Kerzen eine eigene Geschichte zu schreiben. Peter nimmt ein neues Schulheft aus dem Schrank und sein Federkästchen, setzt sich an den Küchentisch und notiert oben auf der ersten Seite: „Geschichte der ersten Adventskerze”. Er untersteicht die Überschrift sorgfältig mit dem Lineal. Und überlegt, was wohl passen würde zu der Kerze. Ihre Flamme ist ja die erste, die, die am ersten Advent bereits angezündet wird. Hm. Peter hat sie am Sonntag vor einer Woche anzünden dürfen. Und den Adventskranz aus Fichtenreisig hat er auch mit Mutti zusammen gebastelt. Das war ganz schön schwer. Aber soviel Peter auch nachdenkt, es fällt ihm einfach keine Geschichte für die erste Adventskerze ein. Nach einiger Zeit blättert er im Heft weiter. Vier Seiten läßt er Platz für die ungeschriebene Geschichte. Und dann schreibt er oben auf die fünfte Seite „Geschichte der zweiten Adventskerze”. Wieder unterstreicht er die Überschrift mit dem Lineal. Und diesmal schreibt Peter schon nach ganz kurzer Zeit weiter:

Als die erste Kerze, die vom ersten Advent, jetzt wieder angezündet wird, ist sie traurig. Noch trauriger als beim ersten Mal. Soll sie denn immer alleine leuchten? Und noch viel trauriger ist die erste Kerze darüber, daß ihre drei Mitkerzen nicht leuchten dürfen! Das ist doch ungerecht! Gerade will sie dicke Wachstränen an sich herunterlaufen lassen, da wird es neben ihr hell. Ja, die zweite Kerze darf jetzt mitmachen und leuchtet auch. Und die flackert der ersten zu: „Na endlich! Ich dachte schon, Du wärst die einzige von uns, die brennen darf. Ich habe es kaum noch ausgehalten vor Ungeduld. Aber jetzt, jetzt sind wir ja zu zweit und leuchten heller.” Kerzen können sich nur durch das Flackern ihrer Flammen miteinander unterhalten. Sie haben ja keinen Mund zum sprechen. Die zweite Kerze fühlt sich so warm und wohl unter ihrer Flamme. „Du könntest mir ja mal erzählen” flackert die zweite weiter, „wie das so ist, wenn ich jetzt ein paar Stunden brennen muß. Ich weiß es nämlich noch nicht und habe deshalb ein bißchen Angst. Aber es macht schon Spaß, eine leuchtende Kerze zu sein.” …

Peter schreibt eine Seite voll, dann die zweite, und als die dritte Seite halb vollgeschrieben ist, ist auch die „Geschichte der zweiten Adventskerze” zuende. Peter freut sich sehr. Und er weiß jetzt auch, welche Geschichte er über die einsame erste Kerze schreiben kann. Er blättert zurück auf die erste Seite und schreibt gleich weiter. Er blättert um und schreibt. Und schreibt. Das tut Peter immernoch, als Mutti in die Küche kommt. Er ist so versunken ins Schreiben, daß er sie erst bemerkt, als sie ihm über den Kopf streicht. Da schaut er kurz auf, sagt, daß er schnell die Geschichte noch zuendeschreiben muß und dann gerne Kakao und Pfefferkuchen haben möchte. Und die beiden Adventskerzen möchte er auch anzünden.

 

 

Und wenn ihr jetzt Peters Adventskerzengeschichten lesen wollt, die hier und die anderen drei auch, dann müßt ihr wohl wie ich darauf warten, daß er sie irgendwann irgendwo veröffentlicht. Ich kenne die Geschichten nämlich auch nicht. Ich dachte mir nur eine Geschichte aus über diesen ausgedachten Jungen, der nun auch selbstausgedachte Geschichten schreibt, und schrieb sie auf.

 

Ich schleiche mich davon und wünsche eine schöne Adventszeit.

Der Emil

 

 
Wer eine Gelegenheit sucht, zur Weihnachtszeit anderen zu helfen, der kann das im Dezember täglich ab 21 Uhr des Vorabends bei der Versteigerung von #hand2hand21 tun. Die Aktion ist eine gute Idee von Meg, ihr und allen Mitwirkenden danke ich dafür.

 

P.S.: Positiv waren am 04.12.2021 Nachrichten von der (leichten) Besserung, Spaghetti Carbonara, die vervollständigten Vorräte an Marzipan und Pfefferkuchen und Spekulatius.
 
Die Tageskarte für heute ist der Bube der Kelche.

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Über Der Emil

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