Einer, der auch Gedichte schrieb.
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All meine Lieder
Theordor Storm (∗ 1817 – † 1888)
All meine Lieder will ich
Zum flammenden Herde tragen,
Da soll um sie die rote
Verzehrende Flamme schlagen,
Sie sind ja welke Blüten,
Die keine Früchte tragen –
Was sollen welke Blüten
In frischen Sommertagen.
Soso. Hans Theodor Woldsen Storm schrieb also auch Lyrik? Das hatte ich bisher verpaßt in meinem Leben. Jaja, »Der Schimmelreiter«, »Die Regentrude« (und ein paar andere Kunstmärchen), viele teils gruselige Erzählungen las ich wohl. Aber Gedichte? Theodor Storm schrieb Gedichte? Und Theodor Fontane zählte ihn zu den drei, vier Dichten, die gleich nach Goethe kamen? – Nun, nachdem in einer Anthologie drei seiner Gedichte hier in meinen HuSuB Einzug hielten, habe ich mal das Internet … Kurz, ich habe viele Gedichte Theodor Stroms gelesen. Auch das hier, in dem er seine eignen Werke als »welke Blüten« bezeichnet, die er verbrennen will. Denn was soll er damit in den frischen Sommertagen. Dabei sind mir seine Gedichte (oft eine vierzeilige Liedform) überhaupt nicht welk, dürr, belangslos erschienen. Auch in ihnen beschreibt er Dinge so, daß sie vor meinem inneren Auge entstehen und ich sie deutlich vor mir sehe.
Falls ihr selbst vielleicht mal nachsehen wollt, lesen wollt, was der Schimmelreiter-Schöpfer an Gedichten schrieb, findet eine Menge davon in der Deutschen Gedichte-Bibliothek. Viel Spaß dabei.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 27.06.2021 waren positiv Gurkensalat aus vier Gurken, ein wenig aussortiertes Papier, Entspannung lesend vorm Ventilator.
Die Tageskarte für morgen ist der Bube der Münzen.
© 2021 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Einer meiner Lieblingsdichter. Das berühmte von der grauen Stadt am Meer,das eine am Zugfenster stehende Frau rezitierte, als wir mit dem ICE durch Husum fuhren.
In seinem Geburtshaus dort schlenderte ich rum, doch viel lieber noch in dem alten, engen Antiquariat schräg gegenüber…
Und das schöne Wort „Immensee“ wabert sommerlich im Hintergrund.
Gruß von Sonja
Das ist ja, was ich bedauerte: Bewußt kannte ich keines von seinen Gedichten, wußte nichtmal, daß er welche schrieb.
Ich bin sehr froh, dass ich noch in seinem Haus war und die Stiegen hoch kraxeln konnte. Es war, als ob ich einen alten Bekannten besuchen würde. Alter Bekannter, weil ich bekennender Storm-Liebhaber bin, seit meiner Jugend. Ich hab das immer bewundert, wie jemand, der als Landvogt und Amtsrichter tätig war, so viel Muse zum Schreiben fand.
Ich war immer mehr mit Anna Seghers, Christa Wolf, den DDR-Autoren und den ganzen wissenschaftlich-phantastischen Büchern zugange. Und es hat sich mir eine Wissenslücke aufgetan bei mir selber.
Mir hat immer das Emotionsgeladene so gefallen, egal ob er seine Stadt Husum beschreibt, eine neue Liebe oder seine Sorge, dass die Deiche halten. Leider habe ich es nie zu einem Gedichtsband gebracht. Ich werde das nachholen müssen.
Und auch das ist dort zu finden:
Auf dem hohen Küstensande
Auf dem hohen Küstensande
Wandre ich im Sonnenstrahl;
Über die beglänzten Lande
Bald zum Meere, bald zum Strande
Irrt mein Auge tausendmal.
Aber die Gedanken tragen
Durch des Himmels ewig Blau
Weiter, als die Wellen schlagen,
Als der kühnsten Augen Wagen,
Mich zur heißgeliebten Frau.
Und an ihre Türe klink ich,
Und es ruft so süß: Herein!
Und in ihre Arme sink ich,
Und von ihren Lippen trink ich,
Und aufs neue ist sie mein.
Theodor Storm
So be-schreiben können: Ach!