2020-313 — Strebende


Lies das Wort so oder so – es paßt in beiden Betonungen und zwei von drei Bedeutungen.

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Was wird denn sein, wenn ich (m)ein Ziel erreicht habe? Dann wäre es Zeit, all die Provisorien, all die Dinge des Unterwegsseins aufzugeben. Oh, ich habe einige provisorische Sachen, die ich nicht vermissen möchte. Aber wenn ich mein Ziel erreicht hätte, dann wären sie überflüssig. Was? Hm, zum Beispiel mein sogenannter Schreibplatz, der nichts anderes ist als ein überladener Couchtisch. Oder meine Fernfreundschaft+, wegen der ich doch immer wieder soviel zu grübeln habe und immer wieder so viele schöne Momente habe. Und so einiges mehr. Wenn ich mein Ziel erreicht habe: Werde ich mir dann ein neues Ziel suchen? Oder höre ich auf, nach etwas zu streben? Wenn ich dann feststelle, daß mein Ziel nun überhaupt nicht meines war, sondern das eines anderen Menschen? Habe ich dann dessen Ziel erreicht und mich auf dem Weg zu meinem, das ich dann ja auch nicht wirklich kenne, verirrt? Heißt es Stillstand oder weitere Qual und Freude auf der neuen Suche, dem neuen Weg?
 
Hielt sich eines eurer Provisorien auch schon über zehn Jahre?

 

Strebende: Personen, die nach etwas streben
Strebende: das Ende eines bergbaulichen Strebs
Strebende: das Ende des Strebens

 

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 08.11.2020 lange Telefonate, frische Bettwäsche, Steak mit Brot und Weißkrautsalat.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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8 Kommentare zu 2020-313 — Strebende

  1. dergl sagt:

    Du fragst nach Provisorien, die sich über zehn Jahre halten oder gehalten haben. Für mich wäre das meine nichtvorhandene Küche. Aber ich glaube etwas: Wenn man mir bald einen Raum als Küche anbieten würde, der dazu auch groß genug ist und eine Einbauküche, so was mit Herd und Backofen und Arbeitsplatte, obendrein, ich wäre damit vermutlich gar nicht mehr glücklich.

  2. Der Wilhelm sagt:

    Ich liebe meine Provisorien, von denen auch schon einige etliche Jahre alt sind.
    So sehr, dass ich in mancher Beziehung den Weg zum eigentlichen Ziel aufgegeben habe.
    Warum sollte ich denn danach noch streben, wenn es vermutlich um nichts besser wäre als das, was ich anfangs als Provisorium angesehen habe , sich aber inzwischen als gute und haltbare Lösung herausgestellt hat….?

    Und was Ziele angeht:
    Da tauchen immer wieder neue auf, jeden Tag….. und damit neue Provisorien, die vermutlich auch wieder zur liebenswerten Dauerlösung werden….

    • Der Emil sagt:

      Und was, wenn Du „Dein Ziel“ erreicht hast?

      • Der Wilhelm sagt:

        Dann hat sich meist gleich ein neues aufgetan.

        Bei „materiellen“ Zielen oft in Form von Dingen, die noch dazu gebraucht wurden (Beispiel Kamera und besondere Objektive), bei unmateriellen (z.B. was Beziehungen angeht) auch immmer wieder das, die Beziehung zu verbessern, zu erhalten usw.

  3. Sofasophia sagt:

    Mein ganzes Leben ist ein einziges Provisorium. 🤷🏽‍♀️

  4. Gudrun sagt:

    Sind es nicht immer erstmal Provisorien, die wir uns bauen? Und manche sind dann so gestaltet, dass sie zum Leben fest dazugehören.
    Ziele? Ich habe viele, ganz verschiedene. Es werden einfach nicht weniger, weil immer und ständig neue dazu kommen.

  5. frauholle52 sagt:

    Vielleicht ist tatsächlich der Weg das Ziel? Und das Ziel ein Anfangspunkt für einen neuen Weg? Im Nachhinein gesehen führten mich alle meine Ziele zu dem, was heute ist. Und ich bin ja noch nicht am Ende……Mein Ziel für den Moment ist es, Dir einen schönen Tag zu wünschen! Und damit habe ich ein Ziel heute schon erreicht und 276 Provisorien warten noch auf mich. Regine

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