Knapp zweihundertzwanzig Jahre alt.
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Das Leben ist uns doch aus der Hand genommen; es wird für uns gelebt, ein Teil von uns lebt es stellvertretend für den größeren andern mit, der im Halbschlaf gehalten wird und sich in den kurzen Augenblicken, da er hell wach wird, in Sehnsucht verzehrt.
Karoline von Günderrode
(Und wieder bemerke ich, wie unbedarft ich doch um 1982 herum las und Zitate notierte. Keine exakte Quellenangabe!)
Aber: Wenn ich mich recht erinnere, dann stammt dieser Satz aus einem Brief der Günderrode an ihre Freundin Bettina von Arnim (und nicht aus deren Briefroman). In dem beklagte Karoline sich über das Leben als Frau um 1804 herum, vor über zweihundert Jahren. Und die Günderrode, Karoline Friederike Louise Maximiliane von Günderrode litt an ihrem Leben so sehr, daß sie es 1806 selbst beendete – nicht nur wegen ihres Liebeskummers, sondern auch (vielleicht sogar überwiegend) weil sie einen unlösbaren Widerspruch erlebte zwischen ihrem Freiheitsdrang und der damals “normalen” Frauenrolle in der Gesellschaft. Ich habe seit einiger Zeit allerdings ein sonderbares Gefühl, wenn ich diesen einen Satz lese: Heute betrifft das von ihr beklagte Phänomen des “Gelebt-Werdens” nicht mehr nur die Frauen. Und viele Menschen bemerken es nicht mehr, ignorieren es oder haben sich darinnen bequem eingerichtet …
Vielleicht irre ich mich aber auch nur, entweder bezüglich der exakten Quelle oder/und bezüglich meiner Gedanken und Beobachtungen.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 24.08.2020 der Besuch im Hort, später Mittagsschlaf, einige geschriebene und umgeschriebene Sätze.
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Kelche.
© 2020 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Nein, deine Gedanken und Beobachtungen irren sich nicht.
Wir leben mit so vielen Vorgaben und machen uns keinerlei Gedanken darüber.
Erschreckend und traurig, wenn man darüber nachdenkt.
Traurig? Laß ich weg. Erschreckend ist es, sehr.
Traurig, dass man sich im alltäglichen Leben keinerlei Gedanken darüber macht, sondern wie ein Schaf folgt und „gehorcht“.
Verallgemeinern mag ich nicht, ich teile aber deine Gedanken, und die zitierten …
Mir drängte sich meine Beobachtung auf Twitter auf und im ÖPNV …
Bist du jetzt öfter im Hort zu finden? Der Satz hat mich aufhorchen lassen.
Nein. Der Verein ist ein-, zweimal im Jahr dort … Und ich war zum ersten Mal dabei.
Ich wäre gerne mitgekommen.
Wenn ich mal ein Auto habe, dann wirst Du zu solchen „Auftritten“ eingeladen.