2020-209 — Verzögerung

Ein »falscher« Plan und Selbstbetrug.

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Wenn ich, was ziemlich häufig geschieht, mir etwas sehr Wichtiges vor­nehme (ein Telefonat, eine Haushaltstätigkeit, einen Weg), dann plane ich schon von vorneherein so, daß der pünktliche Beginn durch einen ausrei­chend verfrühten Termin eingehalten werden kann. Beispiel? Wenn ich um 10 Uhr am Bahnhof sein will/muß, plane ich, daß ich bei ungefähr 35 min Wegstrecke den Bus um 7.56 Uhr nutzen werde. Am Ende wird es der um 9.11 Uhr oder 9.26 Uhr. Ich kenne mich. Manchmal befürchte ich, ich kenne mich zu gut. Denn ich werde i. d. R. rein theoretisch rechtzeitig marschbereit sein. Nur praktisch, praktisch wird das nie funktionieren. Meinem Körper fällt immer etwas ein, um mich noch ein paar Mal ein paar Minuten im Bad festzuhalten. Oder ich merke erst unten vor der Haustür, das ich etwas Wichtiges, unbedingt Notwendiges vergessen habe.
 
Ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, mich in diesem Bereich (wie in so vielen anderen) zu betrügen.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 27.07.2020 weggeräumte Wäsche, Fischbrötchen satt und nette Mails.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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11 Antworten zu 2020-209 — Verzögerung

  1. piri ulbrich sagt:

    Vielleicht solltest du dir gleich vornehmen, den spätestmöglichen Bus zu nehmen – dann ist der Stress nicht gar so groß und dir kommt auch nicht so viel dazwischen. Was dann vergessen ist, ist es eben…

    • Der Emil sagt:

      Hab alles mögliche schon ausprobiert. Das, was ich jetzt für meine Pünktlichkeit mache, funktioniert wenigstens. Planung mit dem spätestmöglichen Bus o.ä. führt zu echter Verspätung.

  2. Nati sagt:

    Hast du mal versucht das Vergessene zu ignorieren?

  3. Ich hab mich köstlich amüsiert! Und während ich hier lese und schmunzle freue ich mich ganz besonders, dass meine Schreibblockade gelöst ist!
    Aber Dein Problem, das kenne ich. Hatte ich letzten Freitag einen Termin beim Bürgerbüro!
    ist ja nicht so einfach heutzutage … Du ahnst es schon worauf ich hinaus will?
    Das ist ne lustige Geschichte, die zum neuen Termin am 10. August führte!
    Ich bin verwirrt, lustig und die meiste Zeit lache ich über mich selbst!
    Also nimm diesen Trickspieler in Dir an und belächle ihn und irgendwann tangiert es Dich nicht mehr! Sei froh, dass Du nicht jedes mal, ehe Du das Haus verlassen willst, am Eingang merkst, dass Du jetzt pinkeln musst! Das ist wesentlich hinderlicher 😉

  4. wildgans sagt:

    Wichtigster Satz: „Ich kenne mich.“
    Gratulation, das bedeutet Erwachsensein und Reife.
    Amen.
    Ach ja, wenn`s doch nur so wäre.
    Grüße …

    • Der Emil sagt:

      Wichtig ist er, ja. Aber ich kenne mich nicht vollständig, kann mich noch immer positiv wie negativ selbst überraschen. Das ist wohl menschlich.

  5. Elvira sagt:

    Hach, diese Körper mit ihren Eigenleben. Da kann der Kopf 1000x sagen, dass alle Geschäfte erledigt sind. Kaum bin ich unterwegs, fängt es im Buch an zu grummeln. Ich mache immer späte Termine und starte immer viel früher. Früher habe ich Patienten innerlich belächelt, die mich um späte Termine baten: „Sie wissen doch, bevor ich… und ich weiß nie genau wann…“. Tja, man weiß nie genau, wie es einem mal selber geht.
    Liebe Grüße,
    Elvira

  6. Inch sagt:

    Ich plane auch immer, früher da zu sein. Nur, fällt mir nix ein, im Bad hängen zu bleiben usw. Deshalb bin ich teilweise 1 Stunde zu früh irgendwo. Bei Verabredungen wird es dann schwierig, wenn sie/er sich um nur 1 Minute verspätet… weil ich hab da ja schon eine Stunde gewartet. Auch nicht einfach

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