Wie fehlende Datierung mir manchmal den Hut hochgehen läßt.
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In einem Buch von meinen SuHuB fand ich heute einen von mir beschriebenen Zettel. Aus verschiedenen Anzeichen und Umständen (Kurrent-Schrift mit Breitfeder, Papier, Fundort) schlußfolgere ich, daß die Sätze 2015 bis 2018 entstanden:
Bei all diesen Dingen laßt ihr beide mich völlig unbeachtet? Da ich weiß, daß ich oft nur Anstöße gebe, wundere ich mich zwar nur wenig darüber …
So kurz, so unkonkret, so – na, was denn nun? Zunächst regt es mich auf, daß ich nichts Genaues nicht weiß. Es regt mich sehr auf. Ich durchforste andere Kladden, meine Blogs, die Kalender. Nach drei Stunden stinksaurer Herumsucherei finde ich einige vage Hinweise. Denke nach. Zähle eins und eins zusammen. Ich denke, ich weiß jetzt, wen ich da mit »beide« meinte. Und auch in welcher Situation, Lage, Angelegenheit. Und ich wundere mich gerade darüber, wie lange das wirklich schon her ist: 2015, ganz sicher. Vielleicht versteht mich jetzt die eine oder andere besser, wenn ich mich mal wieder über ein vergessenes Datum in meinen Notizen echauffiere. Ich weiß, daß ich jetzt, direkt nach eben diesem Vorfall, wieder ziemlich zuverlässig datiere, aber ich kenne mich gut genug, um zu wissen, daß ich das auch wieder als weniger wichtig ansehe und schnell vergesse. Ich gestehe: Diese Datumvergesserei ist eine der wichtigsten Begründungen für meinen Wunsch, alles, wirklich einfach alles in einer einzigen Kladde zu notieren. Aber das funktioniert für mich nicht richtig. Stattdessen habe ich noch immer mindestens drei verschiedene in der Mache, bekritzele Zettel usw. usf. Alles mit und ohne Datum, immer wieder ohne Datum.
Irgendwann aber, das weiß ich, irgendwann wird mir das Datieren zur unvergeßbaren Gewohnheit. Wie wichtig Metadaten sind, zeigt sich auch hier im Kleinen.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 22.07.2020 der sich schnell erholende Bludruck, Kuchen zum Kaffee am Nachmittag, eine zusammengestellte Bücherliste.
Die Tageskarte für morgen ist die Zwei der Schwerter.
© 2020 (2015) – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


„Weißt du noch, wann das war?“. Eine häufige Frage bei uns. Heute eben nach dem Frühstück überlegt, wann genau unsere Möbel kamen. Beim Durchforsten der digitalen Fotogalerien Antwort dank Metadaten der Kamera gefunden. Andere Fragen lassen sich häufig nicht mehr beantworten.
Wenn ich etwas nicht mehr weiß, denke ich mir: „Ach, dann ist es heute nicht mehr so wichtig!“
Meinen Lebenslauf kann ich ja immer mal wieder nachlesen, damit ich nicht vergesse, wie alt ich schon bin, wo ich überall gelebt und wen ich alles gekannt habe.
Lohnt sich der Ärger über fehlende Datierungen tatsächlich? Anscheinend, denn sonst hättest Du es nicht getan. Liebe Grüße aus dem schönen Wendland! Regine
Ich befürchte, Ärgern lohnt sich nie 😉
Und doch tu ich es …
Ja, das kenne ich auch. Allerdings wird der Ärger bei mir weniger, weil mir meine Lebenszeit immer kostbarer wird, je älter ich werde. Meine Güte, dass ich so etwas mal von mir gebe, hätte ich früher auch nicht geahnt. Damals fand ich solche Sprüche albern, heute sehe ich das anders😂.
Aus diesem Grund möchte ich einiges in die richtige Reihenfolge bringen …
…um Deine Vergangenheit zu sortieren?
Die Erinnerungen an die Vergangenheit, ja. Das, was nicht im Lebenslauf steht sozusagen.