Thomas Taubers “Sächsische Bergpinguine.”
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Heute also schaffte ich es, in die Offenen Ateliers zu gehen. Der Kampf vorher war der übliche. Aber dann stand ich vor einem Haus. Drinnen das Atelier von Schmuckgestalterinnen, von deren Preziosen ich wirklich begeister war und bin. Da waren wunderschöne Silberringe dabei und ich hatte in weiser Voraussicht kein Geld eingepackt. Die Versuchung war sehr, sehr groß … Und sie wurde noch größer.
Denn dann ging es die Treppe hinauf bis unters Dach. Ja, das Haus ist ein echtes Künstlerhaus mit getigerter Katze auf der Treppe. Ohne ausgiebiges Streicheln des maunzenden Tiers kam ich nicht weiter. Schließlich oben, unterm Dach die Wohnung eines Künstlers, die auch sein Atelier ist. Seine Wohnung, die er gestern und heute öffnete für kunstinteressierte Menschen. Und dort fielen sie mir auf: Ein Bild mit dem Titel “Scheinwelt”. Lichterengel und Bergmann, die beiden erzgebirgischen Traditionsfiguren, in einer an Lego angelehnten Form. Weitere Figuren. Postkarten. Bilder über Bilder, zum Teil in schützende Ploppfolie verpackt. Aus dem ersten Zimmer durch die Wohnküche hindurch in einen weiteren Raum. Wieder Bilder und mehr von den Figuren. Natürlich mußte ich da den Künstler fragen, ob ich das fotografieren darf, die Figuren gerade vor diesem Bild, und ob ich das von mir gemachte Bild dann auch in meinem Blog zeigen darf. Und ja, ich durfte fotografieren und ich darf dieses Bild jetzt hier zeigen:

Sächsische Bergpinguine
Fünf Paare Pinguinfiguren mit bergmännischen Attributen. Leuchter für je zwei Kerzen, farblich paarweise unterschiedlich gestaltet. Im Hintergrund das Bild einer voranstürmenden Bermannskapelle. Künstler: Thomas Tauber.
Die Figuren Lichterengel und Bergmann entstanden, als Thomas Tauber nach einem Hochzeitsgeschenk suchte. Und aus ihnen wurden dann – als Geschenk für einen pinguinverrückten Menschen – genau diese “Sächsischen Bergpinguine”. Paare von Pinguinfiguren, die auf ihren ausgebreiteten Flügeln je eine Kerze links und rechts tragen können und mit den Attributen von Lichterengel und Bergmann daherkommen, mit der Mütze und den Flügeln bzw. mit dem Berghut in den typischen Bergmannsfarben. Auf dem Schild neben den Figuren schreibt der Künstler selbst unter seinem markanten Logo:
“SÄCHSISCHE BERGPINGUINE (Pingu montana saxoniae) — zweiteilig, Holz, Acrylfarbe – Thomas Tauber 2018/19 — Der Verkauf erfolgt aus Artenschutzgründen nur als Paar”
Thomas Tauber hat sogar an den Lateinischen Namen dieser seltenen Spezies gedacht! (Ein Preis pro Paar steht auch auf dem Schild.) Besonders faszinierend fand ich die Parade dieser Leuchter genau vor diesem Bild “Fast Forward”, einem Bild aus einer Reihe, die die Funktionen eines Kassettenrekorders mithilfe einer Bergmannskapelle illustrierte.
Auf dem Heimweg überlegte ich noch, wo Thomas Tauber sein Diplom erworben hat: in Schneeberg an der Außenstelle der Westsächsischen Hochschule oder in Halle an der Hochschule für Kunst und Design? Für das Erzgebirge sprachen Lichterengel und Bergmann (die dort eine eigene Symbolik haben), die Website aber verriet mir Halle (Saale). Einige der auf seinem Internetauftritt gezeigten Werke sah ich heute im Original, und ich war sehr beeindruckt, auch von der Vielseitigkeit des gezeigten. Auch auf seiner Webseite fand ich die Sätze: «Jemand sagte einmal zu meinen abstrakten Arbeiten, dass er sie sehr schön findet, sie aber nicht versteht. Er war sich in dem Moment nicht bewusst, dass er die Bilder damit genau richtig verstanden hat.” – Eine mir sehr einleuchtende Ansicht.
Auf der Webseite sind alle mich begeisternden Figuren, eben auch alle Exemplare der Art Sächsischer Bergpinguin einzeln zu sehen. Und weil es Kunstwerke sind, geschaffen von Thomas Tauber, bitte ich, mein Foto nicht weiterzuverbreiten und damit sein Recht an seinem Werk und mein Recht an meinem Bild zu beachten.
Ich aber, ich bedanke mich bei Thomas Tauber für die erteilte Erlaubnis. Jetzt nocheinmal und ausdrücklich. Fünf oder sechs der zehn Paare sind noch käuflich zu erwerben!
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 15.09.2019 waren positiv leckeres Selbstgekochtes, die Kunst! Die Kunst! und die freundliche Erlaubnis.
Die Tageskarte für morgen ist XIV – Die Mäßigkeit.
Die Figuren und mein Bild von ihnen sind urheberrechtlich geschützt. Keine Weiterverwendung erlaubt.


Hinterher ist es meist so, dass man sich sagen darf: Wie gut, dass ich hingegangen bin…
So ein Künstlerleben hat was…
Und dann war da noch ein anderes Atelier, sozusagen ein einsames Gehöft auf 80 m² in drei Etagen mit Außentreppe ohne Geländer …
Schön dass du es geschafft hast Emil.
Und dazu dieses tolle Erlebnis.
Dankeschön fürs Zeigen.