Unterwegs zur Sehnsucht.
To get a Google translation use this link.
Unterwegs zur Sehnsucht.
Wie bitte? Moment, der Satz stimmt doch hinten und vorne nicht. Unterwegs zum Ziel der Sehnsucht wäre verständlich, normal, üblich. Weil die Sehnsucht ja ein Ziel hat, eines, dessen Erreichung der Mensch ersehnt. Oder auch nicht, denn das Gefühl “Sehnsucht” kann so schön sein, daß darauf (das Gefühl “Sehnsucht”) nicht verzichtet werden mag oder soll. Jedenfalls möchte ich zum Beispiel nicht alle meine Sehnsüchte erfüllt wissen: Ohne sie würde mir etwas Wichtiges fehlen. Zurück zum Satz, der nichtmal einer ist. Denn so ein Satz besteht doch aus Subjekt, Prädikat, Objekt – und mindestens das Prädikat (für Nachwende-Schüler: das Tunwort) fehlt hier …
Aber wenn die, eine Sehnsucht etwas so … ein so angenehmes Gefühl ist, dann ist es vielleicht doch möglich, genau dahin unterwegs zu sein? Also einen Weg zu beschreiten, der zur Entstehung dieses Gefühles führt. Klar, die Erfüllung der Sehnsucht ist oder scheint oft unmöglich bzw. zumindest ungewiß. Dieses Ziehen im Herzen, wenn es sich mit angenehmen Erinnerungen oder Vorstellungen, mit überbordenden Phantasien verbindet: Das ist doch ein wunderbares, schönes Gefühl! Oder?
Unterwegs zur Sehnsucht. Ist das vielleicht nur eine Verürzung, eine zulässige, aber mißverständliche Verkürzung für die korrekte Aussage, unterwegs zum Ziel der Sehnsucht zu sein? Oder … Oder was, wenn auch “Unterwegs zur Sehnsucht” nur ein Gefühl ist? Also ein Gefühl zu einem Gefühl?
Wißt ihr was? Ich höre auf, über den Nicht-Satz nachzudenken. Einfach so. Und laß ihn im Raum stehen.
Und für diejenigen, die unter dieser Überschrift ein Lied erwartet haben, eines von einer Langspielplatte mit dem Titel “Spar deinen Wein nicht auf für morgen”, welche 1981 bei Amiga in der DDR erschien: Hier kommt Gerhard Schöne.
Da war dieses Lied in meinem Kopf und der Nicht-Satz …
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 25.04.2019 waren positiv funktionierende Pläne, doch sturmfrei, viel Nähe.
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Kelche.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

