Szene in der Kneipe.
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Langsam stellt er das Glas wieder auf den Tresen. Mit zwei Fingern zeigt er darauf, nachdem er sich meiner Aufmerksamkeit sicher ist. Ich schenke nach. Sein fünfter Wodka. Und wieder hebt er das Glas an die Lippen, schließt die Augen, atmet ein. Dann gießt er den Inhalt des Glases langsam in seinen Mund, legt den Kopf etwas nach hinten, erst nach einigen Sekunden Wartezeit schluckt er. Danach atmet er aus, das Glas noch immer in der Hand. In der linken Hand übrigens, wie mir jetzt auffällt, da er sich mit der Rechten zur Brust, ans Herz greift. Seine Augen werden groß. Und wie er vom Barhocker kippt, wähle ich schon den Notruf. Anschrift der Kneipe, Verdacht auf Herzinfarkt, RTW bitte, und als ich um den Tresen rum bin und neben dem Kerl auf dem Boden kniee, lasse ich das Telephon einfach auf den Fußboden neben mir fallen. Ab dem Zeitpunkt funktioniere ich nur noch, bis mich ein Sanitäter zur Seite schiebt.
Als der Gast, lebend übrigens, in den Krankenwagen geschoben wird, lege ich eine Visitenkarte der Kneipe zu seinen Sachen. Aufatmend gehe ich zurück hinter den Tresen. Die anderen beiden Gäste, unbekannte Laufkundschaft, sind gegangen, ohne ihre Rechnung zu bezahlen.
Jetzt trinke ich einen Wodka, auf seine Art.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 14.01.2019 waren positiv das beobachtete Schneegestöber, das unkompliziert erhaltene Rezept, eine wiedergefundene Erinnerung.
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Schwerter.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Gut beobachtet…
Nur phantasiert.
Gute Story…..
fein fantasiert. Gefällt mir. Komischerweise mag ich die 8-der-Schwerter sehr, obwohl sie ja nicht gerade vor Fröhlichkeit strotzt
Danke.
Ja, eine Karte die von Verzicht und Einschränkung spricht …
Für mich hat sie aber auch den Aspekt: Vertrau auf deinen Instinkt und bewege dich vorsichtig, dann kommst du sicher durch.