Die Einsamkeit läßt mich nicht allein.
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Mein Mittagsdösen wurde unterbrochen. Von irgendwoher vernahm ich Musik, relativ laut und mir wohlbekannt. Den Stift hatte ich noch in der Hand, auf dem Papier – nun, auf dem Papier fanden sich sonderbare Linien. Ein Zeichen dafür, daß ich mich während des Schreibens der Müdigkeit ergeben hatte. Aber in diesem Moment war da Musik. Solche, die ich hätte mitsingen können. Beim Holzhaus am See drang Alpinrock irgendwo aus irgendwelchen Lautsprechern. Ich nahm nicht an, daß Hubert Achleitner ebenfalls in der Gegend Urlaub zu machen pflegte. Verwirrt goß ich mir einen Kaffee aus der Thermoskanne ein, machte etwas Gesichtsgymnastik. Und langsam kam der Verstand zurück.
Der See hatte dreißig, vierzig Meter links von “meinem” Strandstück eine kleine Bucht. Am Ankunftstag war ich direkt am Ufer ein paar Meter hin- und hergegangen und hatte dort einen Steg und ein ziemlich ungepflegtes (um nicht verfallenes zu sagen) Bootshaus gesehen. Es sah nicht aus, als wäre in den letzten zwanzig Jahren jemand darinnen zu Gast gewesen, so aus der Ferne betrachtet. Nein, es war für mich so uninteressant, daß ich nicht näher hinsah; ich bemerkte, daß es davor sich hin verfällt und kehrte um, ging zurück zu meinem Holzhaus, dessen Zustand gegen diesen Verschlag wahrlich luxuriös hergerichtet erschien. Genau aus dieser Richtung tönte jetzt Musik. Etwas lauter als bei mir, als ich Musik laufen ließ beim Einräumen des Feriendomizils. Ja, ich gestehe: Als ich mir das Holzhaus zueigen machte, lief das Autoradio auch ziemlich laut. Aber gerade diese Musik, die auch ich mir anhörte, gerade diese Musik wurde jetzt “nebenan” auch gehört? Was für ein Zufall!
Plötzlich Stille. Als hätte ich nur geträumt. Ich versuchte, das von mir vorm Nickerchen Geschriebene zu entziffern. Ja, gut, das hätte nach kurzer Überarbeitung gut zur Geschichte passen können. Als ich gerade damit beginnen wollte, ertönte von links ein lautes Platschen. Da war jemand in den See gesprungen, wahrscheinlich vom Steg aus. Meine Neugier war groß, doch meine Faulheit, nein, mein Gefesseltsein an den eigenen Text war größer. Ich wollte erst etwas geschafft haben, ehe ich mich mit einer Flasche Wein auf gut Glück zur Nachbarschaft begab. Falls nicht vorher jemand hier vorbeigeschwommen kam.
Was vorher geschah, ist im fünften Teil dieses Projekts zu lesen.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 12.01.2019 waren positiv die fertigen Updates, gute Nachrichten, Gummibären.
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Stäbe.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Oh, jetzt wirds richtig spannend. (Metaebene?
Traum?
Fiktive Realität?)
Bisher alles fiktiv.
(Ja klar – ich meinte ja auch die Erzählebenen …)
Komisch, mir fällt dazu ein „Dicke Titten, Kartoffelsalat!“- ein sonderbares Trinklied, sehr frauenfeindlich, das ich vorhin zum ersten Mal hörte, schrecklich und unendlich bäähhh. Trotzdem fiel es mir sofort ein, wahrscheinlich aufgrund des Hintergrundes hier und der Worte Holzhaus am See und Alpinrock.
Sorry. Deine ausgedachten Texte habe damit nichts zu tun, die wollen anderes vermitteln, das verstehe ich!
Ach weißt Du, der Achleitner (Hubert von Goisern) hat ja auch sonderbare Liedlein: Koa Hiatamadl mog i net.
(Kennst Du die Gruppe „Herrchens Frauchen“?)
Nein, die kannte ich bis dato nicht, habe mich aber kundig gemacht und finde die so richtig schräg nach meinem Geschmack! Aber nur an meinen Prolltagen, an den Hochgeisttagen höre ich Vivaldi und so 🙂