Ein “Dorf”festival (Nº 293/2018)

Und eine Filmpremiere.

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Vor zehn Jahren war die Geburtstagsfeier mit den Bands aus dem Ort so laut, daß auch die Nachbarn den Rock hören mußten. Das ist die Geschichte des Festivals Rock for Neighbours, das mittlerweile von einem eingetragenen Verein – Kreuz und Queer e. V. – unterstützt wird und in Gelände und Gebäuden des Erster Drachenfliegerclub Sachsen e. V. stattfindet. Also ich, ich halte diese Veranstaltung tatsächlich für die gelungene Umsetzung einer guten Idee. Heute nachmittag brachte sie nämlich wirklich völlig gemischtes Publikum von 0 bis >100 Jahren zusammen. Abends bei den Konzerten, die ich leider nicht mehr verfolgen konnte und kann, wird dann hauptsächlich die Dorfjugend anwesend sein. (Den fetten Wortgruppen dieses Absatzes bitte ich einmal selber mit der Suchmaschine des geringsten persönlichen Mißtrauens nachspüren.)

Tagsüber ist da ein “Markt der Möglichkeiten” (so bezeichnen die Veranstalter selbst diesen Teil des Events, an dem sich jeder beteiligen kann). Die Jugendlichen Veranstalter organisieren alles und stehen auch selbst hinterm Tresen und am Abwasch. Es gibt gutes Essen, guten Kaffee und auch gutes Bier – Geheimtip, heute erst kennengelernt: Gersdorfer Ale –, die Leute grüßen alle mit “Glück Auf!”, manche sogar mehrmals. Alt und Jung zeigen keine Berührungsängste. Die anwesenden Händler führen regionale Erzeugnisse, stammen aus der Gegend, nein, besser noch, fast alle sind aus Hartenstein und seinen Ortsteilen.

Ich fühlte mich sofort wohl dort und vergaß den etwas über fünf Kilometer langen Fußweg vom Bahnhof Hartenstein zum Flugplatz beinahe, aber nicht ganz: Hatte ich doch das Haus zu finden versucht, in dem ich von 1963 bis 1967 dort in Hartenstein wohnte. Ja, ohne die exakte Hausnummer zu wissen ist das Auffinden eines mittlerweile stark modernisierten Hauses eher schwer, stellte ich fest. Egal. Ich war, wo ich sein wollte und fieberte nach den Gesprächen mit @HandaufsERZ und Co. der Weltpremiere des Heimatspektakels Dederon entgegen. Der war dann … Was soll ich sagen? Ich wußte, wie der Film heißt und worum es hauptsächlich geht (Dederon-Kittelschürzen). Ich hatte den Off-Text zum Film eingesprochen. Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwartete. Wenn schräge Ideen rund wären, so wären Buslenker tatsächlich Quadrate gegen das, was ich da zu sehen und zu hören bekam. Ein wenig unwohl fühlte ich mich, weil ich als einziger der Mitwirkenden gesondert begrüßt wurde und weil ich ein Extrakapitel im Abspann habe. Aber ich bin vom Film tatsächlich wunderbar unterhalten worden, habe viel gelacht und geklatscht.

Nach der Weltpremiere des Films war noch Zeit für ein paar Gespräche mit Darstellern (alles Laien) und ein paar Liedern von @HandaufsERZ (mein Gott, ich kann die Texte auswendig!). Und schon war meine Zeit dort abgelaufen … Sigismund Silberthaler fuhr den Schürzenjäger nach Zwickau zum Bahnhof und nahm mich freundlicherweise auch mit.

Ach, so ein Ausflug (schon der zweite in dieser Woche) tut einfach gut. Und es tut gut, mit Leuten zu reden, ganz gleich ob ich die kenne oder nicht: Gemeinsame Interessen wie z. B. solch ein Film machen Kontakte und Verstehen einfach. Ich hätte gerne mehr davon.

Ich bin übrigens zuhause.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 20.10.2018 waren zuviele Dinge, viel zu viele, um sie aufzuzählen.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Stäbe..

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Über Der Emil

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0 Antworten zu Ein “Dorf”festival (Nº 293/2018)

  1. Tobias Markstein sagt:

    Schön dass du da warst!

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