Unwetter woanders (Nº 288/2018)

Was ich zum Klimawandel in meinem Kopf habe.

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Ich habe den Männerschnupfen durch ein ausgiebiges Erkältungsbad gestern noch vor seinem vollständigen Ausbruch bekämpft; es scheint, ich war damit erfolgreich, mit dem Bad und der Ruhe, die ich mir gestern und heute dann angedeihen ließ. Der Kopf ist wieder frei, die Mattigkeit wurde nicht schlimmer, das Tropfen aus der Nase hat aufgehört. Erkältung. Mitten im Somm… Moment. Es ist Herbst. Und heute war es wieder viel zu warm für die Jahreszeit. Und viel zu trocken ist es noch immer. Jedenfalls hier in der Stadt. In anderen Gegenden, in Frankreich und Norwegen dagegen kommt es zu Unwettern mit Stürmen und mit Niederschlagsmengen, die weit über dem Normalen liegen, und zu all den heute zum Beispiel dazu gemeldeten katastrophalen Folgen davon.

Klimawandel. Ja, das scheint er zu sein, dieser menschgemachte Klimawandel. Es ist richtig, daß es in der Erdgeschichte immer wieder Warm- und Kaltzeiten gab. Aber da waren die Warmzeiten diejenigen mit den Normaltemperaturen und die Kaltzeiten lagen um einige Grade (jetzt müßte ich Kelvin schreiben, wenn ich korrekt bleiben will; aber es geht mir nicht um eine wissenschaftlich exakte Betrachtung des Ganzen, sondern nur um meine eigenen Gedanken dazu) darunter. War das wirklich weltweit so? Oder begrenzt auf das, was heute Europa heißt? Wir Menschen messen seit einer geraumen Zeit die Temperaturen, errechnen daraus Durchschnitte und “Normalwerte”. Und jetzt wurde festgestellt, daß diese errechneten Werte im Meßzeitraum anstiegen und wahrscheinlich auch noch weiter ansteigen werden. Und das trifft zusammen mit dem recht gut dokumentierten und abschätz- bzw. nachweisbar vermehrten Kohlendioxidausstoß aus Verbrennungsprozessen und -kraftmaschinen aller Art. Da darf eine Kausalität zumindest vermutet werden: Verbrennung erzeugt mehr CO2, mehr CO2 verhindert, zwar nicht vollständig, aber doch die Abstrahlung von Wärme ins Weltall und läßt so die Temperatur auf der Erde steigen. Und wenn die Daten der letzten 50 oder 60 Jahre betrachtet werden, so ist diese Kausalität wahrscheinlich, vielleicht sogar nachgewiesen. Ich denke, daß damit der Nachweis erbracht ist: Die Verbrennung fossiler Energieträger verursachte und verursacht die vermehrte Kohlendioxidemission und damit den Anstieg des Gehaltes an Kohlendioxid in der Erdatmosphäre, was dann zur Erwärmung selbiger führte und führt.

Und jetzt werden Klimamodelle berechnet. Das heißt, es werden alle Meßwerte und die aufgetretenen Wetterphänomene, soweit bekannt, in Computer gefüttert. Programme versuchen, Zusammenhänge zwischen beidem zu ermitteln, was augenscheinlich gelingt. Und aus der Vergangenheit wird jetzt in die Zukunft weitergerechnet. Wenn alles sich weiter so verhält – also, wenn die Naturgesetze sich nicht ändern – wie bisher und jetzt, dann wird aller Wahrscheinlichkeit nach dies und das geschehen. Und siehe da: Genau solche Unwetter und solche Trockenperioden wie die jetzt von uns Menschen erlebbaren wurden von den Programmen vorausberechnet, auch das beobachtete Abschmelzen von von Gletschern und Polareis. Sicherlich konnten und können nicht die genauen Zeiten und Areale dieser Wetterphänomene vorhergesagt werden, aber die beobachtete globale Entwicklung der Phänomene paßt wirklich zu den errechneten Modellen. Ergo scheinen diese Berechnungen zu stimmen oder besser: stimmen diese Berechnungen und – trotz aller möglichen Abweichungen durch natürliche Ereignisse wie Vulkanismus und Waldbrände – ist die Veränderung des Klimas damit zum überwiegenden Teil menschgemacht.

Ich werde den Winter und den Schnee vermissen, so wie er auch der heute hier noch vorzufindenden Flora und Fauna fehlen wird. Und ich hoffe, daß die Menschheit Vernunft annimmt und sich vom Weg des ständigen Wirtschaftswachstums, des Immer-Mehr abwendet. Nein, nicht zurück zur Natur, aber zurück zur Vernunft, weg von der Gier und dem Meinsmeinsmeins.

Wie das gehen soll, ob das überhaupt möglich ist? Ich weiß es nicht. Ich hoffe es nur. Und ich versuche in dem mir möglichen Rahmen so zu handeln, wie es sinnvoller zu sein scheint.

 

Polarisierender Text, vielleicht. Das Trumpeltier wird nicht zustimmen. Aber vielleicht findet sich noch Vernunft auf dem Planeten.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 15.10.2018 waren die gesundheitliche Entwicklung, Ruhe, einige “weggeworfene” (d.h. zum Mitnehmen ins Haus gestellte) zukünftige Überflüssigkeiten.
 
Die Tageskarte für morgen ist das As der Kelche.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Unwetter woanders (Nº 288/2018)

  1. Arabella sagt:

    Ein so kluger Mensch wie du, weiss doch um die Jahrhunderte, lässt sich nicht beirren.
    Erinnerst du dich an die letzte „kleine“ Eiszeit im 14.Jahrhundert?
    Lagmütig denken Bruder Emil.


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  2. Sofasophia sagt:

    Ein weiser Text, den ich so unterschreibe.

    (Dein Protagonist uns du haben erkältungsprophylaktisch gebadet. Hm, ob es wohl noch mehr Parallelen gibt, außer der Schreibleidenschaft natürlich?)

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