Glasfiberwellplaste (Nº 247/2018)

Mit bleibenden Erinnerungen.

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Wer kennt das gewellte, gelb- oder weiß-transparente Plastezeug (Gab es noch andere Farben?) nicht, das früher auf fast jedem Dorffußballplatz verbaut war? GFK-Wellplatten. Als Überdachung (auch vor manchem Kiosk und in manchem Schrebergarten), sogar als Sichtschutz an Balkonen war es zu finden. Und es war der letzte Schrei – glas­faser­ver­stärkt! Unverwüstlich, ästhetisch ansprechend, lichtdurchlässig, und durch die Wellenform gut wasserableitend. Eine wunderbare Erfindung. Eines aber kann ich jetzt versichern: Nach mindestens fünfunddreißig Jahren sieht es nicht mehr so gut aus, ist es nicht mehr stabil und elastisch, bricht es leicht, läßt sich zerreißen. Das Abbauen ist deshalb bei weitem nicht so elegant wie damals der Aufbau gewesen sein muß.

Aber das, was da abgebaut werden mußte, ist jetzt weg. Manchmal riß eine gut im Holz sitzende Schraube einfach ein Loch in den Hightech-Werkstoff, wenn ich nach ebenjener Schraube suchte. Oder der Krempel brach auseinander. Ach wie gut, daß es heute warm war und ich im T-Shirt arbeiten konnte! Ich werde mich heute Nacht noch gut an meine Kampferfolge erinnern, setzte doch jeder Bruch, jeder Riß Glasfaserbruchstückchen frei, von denen ein Gutteil auf meinen Armen und dort in der Haut landete. Abduschen brachte nur geringfügige Verbesserung der Situation.

Das Zeug ist genauso teuflisch, wie es die Glaswolle (Glaswolle!) als Dämmstoff damals war. Brrrrr. Es juckt. Heftig.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 04.09.2018 waren die geschaffte Arbeit, Kaffee in der Nachmittagssonne, die Badewanne.
 
Die Tageskarte für morgen ist das As der Stäbe.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Glasfiberwellplaste (Nº 247/2018)

  1. Bin im Bubenalter mal auf einen solcher weißen Sicherungskästen geklettert, ärmellos, die Unterarme anfangs schön draufgelegt. Freude daran hatte auch noch sehr lange. 🙂

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