Wohin ist die Zeit nur entschwunden?
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Es ist selten geworden, daß ich so sehr ins Lesen versinke. Gerade eben war es wieder soweit: Ich stand nach dem Abtrocknen im Bad und warf nur noch einen Blick ins Buch. Echt! Einen einzigen Blick! Und plötzlich war es eine anderthalbe Stunde später und die Haare waren trocken. Ich hätte tatsächlich nicht gedacht, daß ich mich in Heidegger so festlesen kann … Wohin ist die Zeit nur entschwunden?
Ein kleines, schmales Bändchen nur, dieses Büchlein. Und der erste Satz: “Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?” Das ist die Grundfrage der Metaphysik, die erste aller Fragen? Wirklich? — Ja, ich lese zur Zeit (auch) die “Einführung in die Metaphysik” von Martin Heidegger (was in mir gleich das Bedürfnis erweckte, auch Immanuel Kants “Prolegomena [zu einer jeden künftigen Metaphysik, die als Wissenschaft wird auftreten können]” wieder zur Hand zu nehmen). Warum? Wozu? Ob es einen Grund gibt dafür, daß ich mir das antue? Ja, ich will es lesen. Nicht immer nur Belletristik aller Richtungen, auch mal wieder anderes, das kein Sach- oder (populärwissenschaftliches) Fachbuch ist. Nach den letzten Büchern z. B. über Kosmologie und Quantenschleifentheorie – beides eben populärwissenschaftlich – fehlte mir ganz eindeutig eine Herausforderung, der ich mich noch nie stellte. Heidegger ist soeine.
Jetzt aber gehe ich ohne Buch zubett. Morgen begebe ich mich in die Zeit zwischen 1300 und 1600. Ihr dürft mich gerne besuchen kommen, ich bin als #BruderEmil auf dem Hallischen Laternenfest.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 23.08.2018 waren das angefangene Buch, ein langes Telefongespräch, einige erledigte Hausarbeit.
Die Tageskarte für morgen ist XV – Der Teufel.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

