Und ich denke lieber nicht daran, wie das wieder gewertet werden könnte.
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Ich habe lange, sehr lange nicht mehr so viel Zeit in einem Lebensmittelmarkt verbracht wie heute. Denn üblicherweis gehe ich zu verschiedenen Discountern und decke mich da mit den notwendigen Lebensmitteln ein. Heute aber, bei der Hitze, nahm ich mir Zeit und sah mich um dort. Kostete, wo ich kosten durfte, naschte auch beim Kleinobst und von der aufgeschnittenen Galia-Melone. Hach. Und einen Wasserspender gab es auch. Jedenfalls ist dort die Auswahl bei fast allen Dingen so groß, daß ich echt Schwierigkeiten hätte, wenn nicht doch der Preis eine gewaltige Rolle spielte. Ich schlich (nur vom Tempo her) an den Regalen entlang. Schaute mir dies und das genauer und vergleichend an. Und packte, was ich brauchte, in meinen Korb. Ja, da waren dann auch Dinge dabei, die nicht auf dem Einkaufszettel standen, wie zum Beispiel Aioli-Creme, Jalapenos und rote Trauben. Aber das gönnte ich mir als heutiges Abendessen. Für diesen kleinen Einkauf brauchte, nein, nahm ich mir heute etwas über zwei Stunden Zeit, ich, der ich sonst immer ziemlich schnell bin in den Läden (Schuh- und Schmuckläden ausgenommen).
Verschwendete Zeit. So hätte ich das früher auch genannt. Für ein paar Lebensmittel über zwei Stunden zu vergeuden. Auch hätte ich mir, was ich heute kaufte, früher, sogar vorgestern noch, nicht gegönnt, weil es nicht das Billigste war. Nichts vom Gekauften. Und bei jedem einzelnen Artikel mußte ich mich bewußt dafür entscheiden, nicht zum Billigsten zu greifen. Oft half mir die Zutatenliste, nur bei Obst und Gemüse nahm ich heute eben (ausnahmsweise?) die Bio-Varianten. Da war dann auch ein ziemlicher Unterschied in der Gesamtsumme zu dem, was ich bei den Discountern meiner Erfahrung nach für vergleichbare Mengen und Artikel hätte bezahlen müssen. Trotzdem hoffe ich, diese Art Einkauf vielleicht wenigstens einmal im Monat machen zu können.
Nun, heute nenne ich diese Art Einkauf eher “Achtsamkeitsübung” – aber nicht öffentlich, denn das klingt so nach Einer-Mode-Folgen. In den letzten Jahren habe ich schon einige solcher Veränderungen eingeführt, Veränderungen in meinem “Lebensstil” nämlich. Ob das vor vielen Jahren die Abschaffung des eigenen Autos war, ob das das Treppensteigen war oder die Rückkehr zu Getränken in Mehrwegflaschen und dann zu Leitungswasser und Tee, ob das der (meist) restlose Verbrauch meiner Lebensmittel ist (manchmal, sehr selten allerdings, verschimmelt mir Brot): irgendwie zähle ich das alles zu diesem Phänomen Achtsamkeit dazu. Und irgendwie fühlt es sich sonderbar an, darüber so deutlich zu schreiben. Wie Angeberei, Wichtigtuerei. Aber das soll es nicht sein … Es ist nur … Nun, manche Änderungen sind in meinem Leben eben nur sehr langsam und in winzigen Schritten machbar; und oft rede ich auch nicht darüber, sondern mache einfach oder eben einfach nicht mehr. Und bei dieser Art Einkauf muß ich eben etwas gründlicher nachrechnen für die Zukunft, etwas gründlicher planen als bisher.
Trotz meines arg begrenzten Budgets (täglich 4,83 Euro für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke) will ich jetzt wieder etwas ändern an meinem Einkaufsverhalten. Ich muß das schrittweise ausprobieren. So, wie ich vor einigen Monaten vom Discounterbrot umgestiegen bin auf Bäckerbrot, das wesentlich teurer ist, aber auch wesentlich länger hält, so will ich nach und nach noch so einige “Schnäppchen” durch qualitativ bessere Ware ersetzen. Nicht immer werde ich so viel Glück haben wie neulich, als ich zwei Pfund GEPA-Kaffee für zusammen fünf Euro bekam (ich bin der Meinung, gut verpackter Kaffee verdirbt nicht mit dem Erreichen des MHD). Der nächste Schritt ist jetzt eben, zunächst einmal im Monat mehr Geld auszugeben für bessere Lebensmittel.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 02.08.2018 waren ein Schokoladensofteis, frische rote Trauben, Mett mit Aioli und Jalapenos im Pita.
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Schwerter.
© 2018 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich finde diesen Beitrag nicht uninteressant.
Es ist doch schön sich mal Zeit zu nehmen und etwas zu genießen oder zelebrieren. Dabei entdeckt man so viele neue Dinge. Und warum sollst du dir nicht auch mal etwas gönnen. Ich hoffe du hast dein Abendbrot sehr genossen.
Ich hab Aioli verkleckert. Du kannst Dir vorstellen, wie es hier riecht? 😉
Oh ja. Und lüften bei dem Wetter geht nur Nachts.
Ich habe heute Tomatensalat mit Zwiebeln gemacht. Ich hoffe der Zwiebelgeruch ist Morgen weg.
Zwiebelduft ist auch nicht schlecht 😉
Fenster ist schon offen. 😉
War aber zu lecker, so aus dem Garten.
Ich finde es absolut nicht uninteressant und sehr bewundernswert, dass du das so angehst! Da können sich diejenigen mal ne fette Scheibe abschneiden, die genügend Geld für dreimal Urlaub im Jahr haben, aber die billigsten Lebensmittel kaufen weil “bio ja unverschämt teurer ist“. Wenn es dich mit Zufriedenheit und Genuss erfüllt, mach weiter so –
Kennst du eigentlich das Buch “arm aber bio“?
Lg Anna
Ich mach das im Rahmen von „Wenn jeder nur ein klein wenig ändert …“ Es war eine Überwindung, für ein Brot statt eines Euros plötzlich drei Euro zu bezahlen, aber ich bin damit zufrieden.
Und dieses Genießen, das übe ich seit Jahren.
Das Buch kenne ich nicht, aber ich werd mal sehen,ob es in der Bibliothek zu haben ist. (Notiert.)
Es gibt ein Reportage-Buch und ein Kochbuch. Ich hab’s leider nicht ganz gelesen (das Reportagebuch), fand es aber sehr interessant. Meld dich bitte wenn du es in der bib nicht findest, ich hab da ne Idee… 🙂
Lg und gute Nacht!
Schade – so eine sich selbst nicht wertschätzende Überschrift!
Wie gerne habe ich das gelesen. Manche würden es als Verschrobenheit ansehen, ich finde dein Einkaufsverhalten und die Gedanken dazu ernsthaft, liebenswert, interessant. (Und was fühle ich mich immer so sündig, wenn ich mal `ne Aioli kaufe!)
Gruß von Sonja
Oh, ich dachte eigentlich, eine sarkastische Überschrift gewählt zu haben.
Ich hoffe, glaube, daß es ziemlich viele Menschen gibt, die sich ähnliche Gedanken machen und ähnlich handeln. Vielleicht noch zu wenige, aber viele sind es bestimmt.
Aioli kostete heute knapp über zwei Euro, aber es war ein Genuß.
Sarkasmus kann ich nicht. Versteh ich nicht.
Schön, von deinem Genuss zu erfahren!
Hach, das freut mich grad alles sehr.
Und mich erst. *börps* Oh, Entschuldigung.
Naja, kleine Schritte, die sich bisher alle auszahlten.
Hahaha.
Ich finde das auch nicht uninteressant. Es ist sicherlich eine Herausforderung mit so wenig Geld gut einzukaufen. Ich kenne diese Zeiten ja auch noch. Inzwischen kann ich das zwar deutlich entspannter angehen, aber bei manchen Dingen gucke ich auch immer nach Sonderangeboten, nach Waren, die bald ablaufen und deshalb runter gesetzt sind. So gab es hier neulich ein leckeres Demeterhühnchen, das ich uns zum regulären Preis nicht gekauft hätte, auch wenn es seinen Preis wert ist. Es ist aufwendiger, so einzukaufen. Ich versuche so eine Mischung aus Bio, regional, gerne vom Markt, manches aber auch vom Al*i.
Die Mischung macht es.
Sehr interessant und unterhaltsam geschrieben, finde ich zumindest.
VG Dieter
Vielen Dank.
Noch nie habe ich bei dir irgendeine Form von Wichtigtuerei gelesen so auch nicht in diesem interessanten Beitrag. Ich finde auch, dass das bewusste Einkaufsverhalten unter Achtsamkeit fällt und Wertschätzung der Umwelt und derjenigen, die diese Lebensmittel hergestellt haben. Wie man es anstellt mit wenig Geld Bio zu kaufen ist doch unbedingt Überlegungen wert
Und doch kostete es Überwindung, so zu handeln. Obwohl ich es wollte, mir vorgenommen hatte …
Und vielen, vielen Dank für den ersten Deiner Sätze.