Lesefortschritt: 65 Seiten in einer Woche.
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Klar, nach etwa 19 l Regen, die hier gestern auf den Quadratmeter fielen, mußte es heute ja wieder schwül und heiß werden. Wääääääääh!
Und dann habe ich ja noch dieses Buch, das mir schon vorm Lesen zu denken gab. Es gibt mir mit jeder gelesenen Seite mehr zu denken. Zunächst: Es ist ganz anders, als ich es mir vorstellte. Irgendwie … naja, unsortiert wirkt es auf mich (ich bin vielleicht nur noch nicht dahintergestiegen, welche Logik hinter seinem Aufbau steht). Leider macht mir das das Lesen etwas mühsam, und so lese ich fast alles mehrmals. Und auf jeder Seite finde ich mindestens ein Satz, den ich unterstreichen möchte; immer wieder Denkanstöße, Erinnerungsaufgaben. Die sind besonders schwer, wenn es um die gestorbenen Freunde geht und um meine eigenen Versuche, das Leben … Nein, ich wollte nicht das Leben beenden, ich wollte nicht mehr leiden und niemandem zur Last fallen.
» Die Furcht vor dem Tod ist ganz offensichtlich ein universelles Phänomen, das alle Menschen unabhängig von ihrem Bildungsgrad, ihrer Religion und ihrer Kultur bewältigen müssen. Schon in Frühkulturen sehen wir, dass der Mensch den Tod immer gefürchtet hat. «
Andreas Salcher: Meine letzte Stunde. Ein Tag hat viele Leben. S. 64
© 2010 Ecowin Verlag, Salzburg, ISBN 978-3-902404-96-1
Dabei stimme ich den zitierten Sätzen gar nicht so ganz zu: Ich nämlich habe keine Angst vor dem Tod (weil ich den als den Zustand des Totseins verstehe), denn ich habe ihn als notwendigen (Nicht-)Teil meines Lebens akzeptiert. Angst habe ich vor dem unmittelbaren Sterbeprozeß (der aber auch als “Tod” bezeichnet werden kann, womit ich dann doch Angst vor dem Tod habe), genauer gesagt vor den – in meiner Vorstellung untrennbar damit verbundenen – Schmerzen. Und Angst habe ich auch vor der Trauer und den Schuldgefühlen der Hinterbleibenden. Das ist Blödsinn? Hm, vielleicht; aber es ist eben das, was ich befürchte, fürchte, am liebsten vermeiden würde. Wenig angenehm stelle ich mir auch den Verlust der Selbständigkeit des Lebens und das Angewiesensein auf körperliche Pflege durch Fremde vor.
Eine Frage konnte und kann ich nicht beantworten: Wann verlor ich die Angst vorm Tod? Ich weiß nicht, vielleicht hatte ich die nie. Tot zu sein war nie eine bedrohliche Sache für mich.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 29.07.2018 waren leckere Numiroso, ein kurzes Telefonat, die am Abend sinkenden Temperaturen.
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Münzen.
© 2018 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

