Ein Zwinkern im Spiegel (Nº 109/2018)

Und der Bus war weg.

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Ich habe es eilig, der Bus fährt in drei Minuten. Und jetzt hält der Fahr­stuhl auch noch in der Dritten. Ach, die graue Maus aus dem Vierten steigt ein. Ob ich den Bus noch schaffe? Sonderbar. Heute lächelt sie, viel­leicht sogar ein wenig verträumt: “Lächelnd gefallen Sie mir viel besser als sonst; da erscheinen Sie immer so … so niederge­schla­gen?” Sie blickt mich im Spiegel an. “Ach, haben Sie es endlich mal bemerkt, daß ich Sie anlächle?” Mir bleibt vor Überraschung der Mund offen stehen. Ich seh' sie im Spiegel zwinkern mit ihren grünen Augen, da muß auch ich lächeln. Erdgeschoß. Wir steigen aus, gehen aus dem Haus. Sie nach rechts, ich will gerade nach links, da sehe ich den Bus vorbei­fah­ren. “Mist!” Sie bleibt stehen. “Kommen Sie doch mit mir mit in die Heide”, schlägt sie vor.

Ich zögere kurz. “Gehen Sie dann morgen mit mir ins Museum? Oder an die Saale?” “Wenn Du aufhörst, mich zu siezen? Ich bin Heike. Und ich nenn' Dich Emil, so ist es doch richtig?” Wir gehen schweigend, lächelnd, nebeneinanderher über die Straße. Nicht sehr schnell, sie sieht mich immer wieder an – ich spüre es. Und es ist nicht unan­ge­nehm.

Heimlich frage ich mich, wie blind ich bisher war und warum ich sie nicht früher angesprochen habe.

 

 

Ach ja. Phantasien habe ich genug.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 19.04.2018 waren eine geschaffte Schicht Sendedienst, eine Nachricht zum Schmunzeln, selbstgemachte Bolognese.
 
Die Tageskarte für morgen ist der Ritter der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Antworten zu Ein Zwinkern im Spiegel (Nº 109/2018)

  1. Gut das es die Phantasie gibt.

  2. wildgans sagt:

    Eigentlich müsste sie Bärbel heißen, finde ich.
    Manchmal ist man blind oder man schaut absichtlich in anderen Richtungen.
    Wie gut, dass es Träumereien gibt! Wie schön, hier davon zu lesen!
    Und zu wissen, dass es möglicherweise wahnsinnig wildere gibt…
    Gruß von Sonja

  3. sabeth47 sagt:

    Hoffentlich liest Heike – oder Bärbel – oder … mit!

  4. sabeth47 sagt:

    Wäre doch vielleicht schön, die reine Phantasie mit jemandem zu teilen. 🙂

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