Ein Tag wie viele andere.
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Er sitzt da auf einer kleinen Mauer und schlenkert mit den Füßen. Ein Junge, vielleicht geht er schon zur Schule im Dorf hinter ihm, gleich neben der Kirche – hier auf dem Land gibt es das noch, daß ein Dorf beides hat und beides noch in Betrieb ist. Die Bäume ringsumher haben schon gelbe und rote Blätter, nicht wenige liegen auch schon auf der Wiese, die der Junge ansieht, ohne sie zu sehen. Er sitzt da auf dieser alten Feldsteinmauer und baumelt mit den Beinen.
Die Glocken beginnen zu läuten, das ist im Dorf das Zeichen, jetzt sofort nach Hause zu gehen. Wenn’s läutet! Es ist egal, wie hell es noch oder wie dunkel es schon ist und ob es um Sechs (im Sommer) oder um Fünf ist (im Winter). Es ist eine verläßlich vereinbarte Zeit und das Signal ist nicht zu überhören. Macht er sich jetzt nicht auf den Weg, so kommt er zu spät und alle machen sich Sorgen. Auch, wenn es ihm sehr schwerfällt, sich von den wiederkäuend daliegenden Kühen abzuwenden, er tut es jetzt.
Und morgen, wenn es nicht zu sehr regnet, kommt er ja doch wieder hierher und schweigt mit den Tieren mit den großen, traurigen Augen. Den ganzen Sonnabendnachmittag lang.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Das Gute am 13.10.2017 waren langsam Wachwerden und Aufstehen, ein Schnäppchen, Geschafftes.
Die Tageskarte für morgen ist der König der Münzen.
© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

