Ungesehenes ward sichtbar.
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Beinahe blieb heute hier eine Leerstelle. Ein Tag ohne Eintrag. Und dann …
Dann war ich doch wieder in der Moritzburg, im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt. Dort gibt es in einem der Ecktürme des Bauwerkes ein “Kabinett”, in dem Werke von Albert Ebert ausgestellt sind. Bei jedem meiner Besuche stehe ich in diesem Raum und betrachte die mich faszinierenden, zumeist wirklich kleinen Werke dieses Naiven. Sie leuchten. Auch wenn Lichtreflexe manchmal den Genuß der Betrachtung stören. Aber alle sind mit einer glänzenden Schicht, einer Lasur überzogen.
In Öl auf Holz ist dort auch ein Bild mit dem Titel “Im Krug zum Grünen Kranze” zu sehen. Ja, die berühmte Gaststätte, in der das Lied “An der Saale hellem Strande” entstand, aus dem zu DDR-Zeit eine gleichnamige Fernsehsendung kam … Die Menschen auf diesem Bild sind nur mit wenigen Pinselstrichen und Farbtupfern angedeutet, ebenso die Laternen auf der Mauer zur Saale hin. Und links im Bild liegt ein Kahn an der Treppe im Wasser, der knapp unter dem Wasserspiegel zu schwimmen scheint. Genau dort fand ich heute zwei Gestalten, kaum sichtbar, geisterhafte Schemen. Einer auf der Treppe am Heck des Kahns, auf dem Wasser stehend und gehend, und ein zweiter, noch durchsichtigerer, im Kahn. Zwei Gestalten, die aussehen, als hätte der Künstler mal eben so seine Pinsel in Form dieser zwei Halbgestalten ausgestrichen, den Rest der Farbe nicht in einem Putzlappen verschwenden wollen.
Zwei Geister stehen auf diesem, in diesem Bild, zwei Gestalten, die ich heute, beim 13. Besuch des Museums in diesem Jahr, erst entdeckte, die mir heute erst erschienen … Was für ein Spuk. (Leider finde ich kein Bild vom Bild im Netz, nur von der später danach entstandenen Lithographie. Und das ist wirklich schade. Aber vielleicht – ich frage mal in der Stiftung nach …)
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Das Gute am 02.09.2017 waren Ausschlafen, leckerer Döner, zwei schemenhafte Gestalten.
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Stäbe.
© 2017 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


https://teil2einfachesleben.wordpress.com/2016/11/02/bitte-beruehren-oder-bloggertreffen-in-naumburg/
Nie im Leben entstand das Lied in jener Gaststätte.
Sein Ursprung liegt auf der Rudelsburg bei Naumburg/Saale
Dann hab ich das wirklich verwechselt, denn es war das (mittlerweile zum) Volkslied (gewordene) „Im Krug zum Grünen Kranze“, das ich meinte.
Danke für den Hinweis.
Gerne doch.
Ich finde Bilder interessant. Wo man jedes Mal etwas neues entdeckt, je öfter man sie anschaut.
Schade, dass es kein Bild dazu gibt – ich hätte es gerne gesehen.