Jungvogel auf der Straße
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Gestern, zur Mittagszeit, sah ich vor mir an eine Hauswand gedrängt dieses Tier:
Der Vogel fiel mir nur auf, weil dieses eine trockene Blatt an ihm lag, sonst hätte ich ihn vielleicht auch übersehen. Aber da saß er, und ich fotografierte ihn, als das Blatt weggeweht wurde. Ich hatte keine Ahnung, ob das vielleicht ein junger Raubvogel (eher nicht, der Schnabel paßte nicht) oder ein junger Kuckuck war (ja, er ist’s). Und ich weiß nicht, ob und wie der Jungvogel – etwa 6 cm “groß” war er nur – von diesem Fleck wieder wegkam! Weil … Weil … Ach! Weil ich mich nicht um ihn kümmern konnte, weil ich zur Schicht mußte und auf dem Heimweg einen anderen Weg ging. Aber das Tier erinnerte mich sofort an Gabi, die einen kleinen Spatz aufzieht (aufzog?) und über ihre Spatzentage bloggt(e).
Plötzlich ist das Kuckuckskind nichtmehr das Schimpfwort, sondern die Bezeichnung für ein winziges Federbällchen voller hoffnungsvollem, verängstigtem, an einem seidenen Faden hängendem Leben! Und ach, beim Weitergehen (und auch beim Schreiben) mußte ich mir heimlich das eine und andere Tränchen aus dem Augenwinkel wischen. Ist schon seltsam, wie nahe mir die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens immer dann geht, wenn sie mir so direkt vor die Füße fällt, mir so unmittelbar begegnet. Dabei ist doch der Kuckuck eher ein Vogel, den man ob seiner parasitären Lebensweise nicht mag. Aber so klein, so dem Kindchenschema entsprechend, so hauchzart? — Ein bißchen schäme ich mich sogar dafür, daß ich nicht versucht habe, ihm zu helfen … ∗schnüff∗
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 6. Juli 2015 waren die gesunkenen Temperaturen, leckerer Döner, die Begegnung mit dem Kuckuck und dem Leben.
Tageskarte 2015-07-07: XII – Der Gehängte.
© 2015 – Der Emil. Text & Bilder unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).



Ich habe den Artikel zu früh und noch so zuversichtlich geschrieben. Aber Gabis Federling hat es nicht geschafft. Ich bin traurig.
es ist sehr schwierig Jungvögel gross zu ziehen, meistens klappt es nicht und ja, das ist traurig!
Und der Kuckuck … ist der Kuckuck, ich mag ihn!
mich rühert es sehr. vor unserem haus stehen einige hohe tannen und eine große buchenhecke. darin wohnen reihenweise spatzenfamilien. oft liegen minispatzen auf dem rasen. sie wurden von elstern oder auch vom kuckuck aus dem nest geworfen.
Das wäre ein schwieriges Vorübergehen für mich, ich würd‘ mich auch nicht dran gewöhnen.
bei mir auch kein gewöhnen.
Oh je, es tut mir so leid, dass du zur Schicht musstest und nichts tun konntest. Ein kleiner Kuckuck hat ja sowieso nur unfreiwillige Adoptiveltern. Normalerweise kümmern sich die Vogeleltern um ihren Nestling auch noch weiter. Aber er saß, genau wie der Federling an einer sehr ungünstigen Stelle. Ich habe einfach Glück, dass ich zuhause arbeite und so einen Piepmatz einfach sofort mit nach oben nehmen kann. Und trotz des traurigen Endes, würde und werde ich es wieder tun. Einen schönen Tag Dir trotzdem
Stadtleben ist manchmal schwer. Und von meinem bißchen ALG-II — ich hätte ihn höchstens im Zoo abgeben können, wenn Zeit dazu gesesen wäre…
Meistens schaffen diese es nicht. Leider. Als Kind habe ich sie aufgesammelt und zu retten versucht, nie erfolgreich. Warum auch immer.
Und auch mir stehen Tränchen in den Augenwinkeln. Aber meine Hoffnung auf ein Tierparadies ist immens
Das Tierparadies ist die ganze weite Welt hinter der Regenbogenbrücke, das weiß ich.
Oh.. das ist traurig. Hab ich auch vorher noch nie gesehe…
Habt Ihr keinen Tierschutzverein? Da hätte vielleicht ein Anruf weiterhelfen können.
LG, Petra
Ich war echt im Streß, schon paar Minuten zu spät … Zoo hab ich gedacht, aber wegen Arbeitsstreß auch nicht angerufen. Weißt ja vielleicht wie das ist, wenn einer schon etwas zu spät auf Arbeit erscheint und sofort mit Krims und Krams zugeballert wird …
Da wäre mir vorbeigehen auch schwer gefallen… Ich habe meinen Mann mal hoch erfreut, als ich kurz vor Weihnachten einen Jungigel aufgesammelt habe 🙂
Und… ich will nicht klugscheißen, aber der Kuckuck ist kein Kuckuck, sondern ein Mauersegler… Sie fallen bei andauernder Hitze aus den Nestern, weil es unter den Dächern zu heiß wird. Und äh … sie sind dann allein leider chancenlos…
Liebe Grüße
Sandra