Es hat mich verdammt viel Überwindung gekostet.
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Den ganzen Tag auf meiner Couch liegenzubleiben habe ich einfach nicht geschafft. Mein Körper hat sich wohl noch nicht daran gewöhnt, ausruhen zu müssen. Was blieb mir also anderes übrig als leichte Hausarbeit? Für Schwierigeres fehlten mir die notwendige Konzentration, die (geistige) Leistungsfähigkeit. Nach dem Abwasch war noch Wäsche wegzuräumen – nein, ich hatte nicht die Wäsche abgewaschen, sondern mein Geschirr. Und die Wäsche war gewaschen und getrocknet, aber noch nicht wieder in den Schrank geräumt.
Daraus wurde mehr.
Viel mehr.
Lange Zeit Klamotten durchsehen, sortieren, ausräumen, einräumen, umräumen, wieder sortieren, nochmal umräumen. In drei Schrankfächern und einer (jetzt neu) Sockenschublade. Und das, wo ich doch nichts wegschmeißen oder auch nur aussondern kann.
Das T-Shirt hier beispielsweise, mein Lieblings-T-Shirt für lange Zeit: Es war teuer, hochwertiger Stoff mit besonderem Aufdruck. Gut, es ist mittlerweile an vielen Stellen dünn geworden, der Kragen ist aus der Naht herausgerissen, es ist mir mittlerweile zu klein und die Farbe trage ich seit Jahren nichtmehr. Das kann ich doch trotzdem nicht wegwerfen, weil so viele Erinnerungen darinstecken!? Und diese einzelne Socke da, wirklich fast neu, die seit zwei Jahren auf ihren Partner wartet: Kann doch sein, daß ich nun endlich die dazugahörige zweite Socke finde?
Um es kurz zu machen: 19 T- und Polo-Shirts, teilweise neu (!), aber alle zu klein; 14 Hemden, dito; einige Pullover und Sweat-Shirts, ebenso; sie alle wanderten in einen großen schwarzen Sack. Der wird wohl, falls niemand aus meinem Bekanntenkreis einen Blick hineinwerfen möchte, nächste Woche in den Umsonstladen gebracht.
Einige andere Stücke wurden dem Müll übergeben, zwei große Einkaufstüten habe ich richtig vollgestopft. Und in den Container geworfen. Den Müllcontainer. Bin stolz auf mich. Auch darauf, daß ich danach im Liegen bei offenem Fenster und eingesperrten Nymphensittichen einen ganzen Stapel (etwa zwei Männerschuhkartons hoch) durchgesehen und bis auf ganze vier handgeschriebene Zettel alles andere weggeschmissen habe, weil es veraltet, seines Erinnerungswertes verlustig gegangen, nicht mehr belustigend oder auch sonst noch mehrfach vorhanden war bzw. ist.
Darauf allerding bin ich noch viel, viel stolzer.
Wenn nur die Beseitigung des Sauschweren Männerschnupfens ebendo einfach wäre – aber der will nicht weichen und ich bin immer knapp unter 38 °C … Ich muß nochmal zu meinem Arzt, wenn es bis Donnerstag nicht wirklich besser geworden ist.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 27. Januar 2015 war die Fähigkeit zum Wegschmeißen.
Tageskarte 2015-01-28: XI – Die Gerechtigkeit.
© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Sauschwerer Männerschnupfen…:-D 😀 😀
Dafür muss ich dich mal drücken.:-)
Ah, lieber nicht! Oder magst Du angesteckt werden?
Neeeeeeeeeeee;-)
Lieber Emil, seit längerem folge ich Dir. Und seit kurzem folge ich auch noch Fräulein Ordnung. Ein bezaubernder Blog, der mich vor allem mit der Rubrik Donnerstag = OrdnungsTag anspricht.
Und so stand da mal an einem Donnerstag:
Ich weiss, dass los-lassen schwer sein kann. Deshalb stelle ich immer wieder die selben Fragen:
Brauchst Du es? Wenn ja: wofür?
Ist es nützlich? Wenn ja: wie oft nutzt Du es?
Hängst Du dran? Wenn ja: macht es Dich auch glücklich?
Alles, was mit Nein beantwortet wird kann weg!
Mit diesen drei Fragen im Hinterkopf fällt mir das aussortieren leichter :o)
© http://fraeulein-ordnung.blogspot.de/2014/08/donnerstag-ordnungstag_28.html
Es gibt Dinge, an denen ich hänge, obwohl sie mich traurig machen, weil sie mich an Wichtiges erinnern.
Die drei (sechs) Fragen kenne ich, auch die Methode „länger als ein Jahr nicht angesehen“. Beides nützt mir nichts. Ich kann einfach nicht einfach sortieren und wegwerfen.
Sollte ich auch mal wieder machen: ausmisten. Papierkram vor allem. Klamotten auch.
Super dein Vorbild! Danke!
Hab heute weitergemacht. Buch ist unterwegs.
Daaankeee!
Vielleicht reitet — liest Jürgen ja noch vor Dir hinein ins Amazonaspony … Donauschaf … Rheinzicklein … Ah! Nilpferd!
😉
Gute Besserung.
Danke.
Vor 3, 4 Jahren habe ich extrem mein Archiv reduziert. Ich war auch unendlich stolz. Und erleichtert.
Aber, soll ich was verraten?
Vermisse Etliches. 😉
Ich hab das auch schon durch. Seitdem wurde es schwieriger, loszulassn …
Oh, ja. Aussortieren, sich trennen ist schwer. Aber irgendwie ein gutes Gefühl, wenn man es geschafft hat. Ich kenne das nur zu gut
Anfangs war das Gefühl gut — jetzt ist es schon zwiespältig.
Ein Umsonstladen? Ist da tatsächlich alles umsonst? Fände ich klasse. Gestern war ich auf dem Wertstoffhof. Ich glaube nicht, dass die umsonst etwa alte Computer o. Ä. rausrücken würden. Müll ist in die kapitalistische Verwertungskette vollständig eingegliedert
Doch doch, alles Umsonst. Also kostenlos, bring-und-nimm — wie man das auch immer nennen will. Funktioniert.
Hallo lieber Emil, (ja, nach langer Zeit mal wieder ein Kommentar von mir)
ich habe deinen Blog heute besonders gerne gelesen.
Zum einen, weil du dich trotz deines „lebensbedrohlichen sauschweren Männerschnupfens“ aufgerafft hast und dann sogar das Aufräumen und Sortieren begonnen hast.
Ist denn die eine weiße Socke eine linke oder rechte? (ich weiß das du das unterscheiden kannst)
Vielleicht teilst du mir mal ganz heimlich und leise mit welcher Aufdruck auf dem Shirt ist, es gibt so Momente da fliegt einem ein passendes wieder zu. 😉
Zum anderen, bin ich um so erfreuter, dass du es in der Tat geschafft hast dich zu trennen.
Ich klopfe dir mal voller Achtung auf die Schulter und knuddel dich.
Es gibt ja zum aufräumen so ne Aussage so irgendwie, wenn man in seiner Wohnung aufräumt kommt das ganze Leben wieder weiter ins Reine. Du weißt sicher wie ich das meine.
Bei mir setzen solche Attacken immer an, wenn ich einen neuen Lebensweg einschlage.
So nun wünsche ich dir weiter gute Besserung. (wenn du was brauchst…. du weißt schon)
übrigens: Nicht wieder die Sachen durch schauen und schon gar nicht nachdenken ob es richtig war. JA ES WAR RICHTIG
Die Socke war schwarz – und es war noch nicht feststellbar, ob links oder rechts. Und nein, nix neuer Lebensweg. Danke.
das klingt nach Grossreinigung von Innen und Aussen … frischen Wind reinlassen- da wird die Nase auch bald aufhören zu tropfen ;o) wenigstens wünsche ich dir das!
späte Grüsse
Ulli
Ich hab mir vor kurzem eine SHIT-Liste geschrieben. Mit lauter Dingen ich erledigen möchte. Vieles davon hat ebenfalls mit Aussortieren zu tun. Im Keller sind nun keine schwarzen sondern grüne Säcke mit Klamotten und anderem Stoffgedöns. Es ist so befreiend mehr Platz zu haben. Demnächst steht Sperrmüll an, und irgendwann Flohmarkt. Mehr Luft zum atmen.. Ich bin ein Fast-Alles-Aufheber, wenns um Emotionen geht.. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft zum anfassen und loslassen 🙂
Ganz so radikal kann ich nicht. Täglich oder wöchentlich Weniges weggeben geht.
Meine Shit-Liste arbeite ich auch nach und nach ab.. Bin ja kein Roboter.. Alles hat seine Zeit
Da kannst Du auf jeden Fall stolz darauf sein, was Du da geschafft hast. Ich bin ja auch so eine „Allesaufheberin“ und „Nichtentscheidenkönnerin“ was ich weggeben kann und was nicht. Und ich fürchte, das ändert sich nie.
Übrigens, die zweiten Socken tauchen nie auf. Wobei es mir immer ein Rätsel bleiben wird, wo die alle hingekommen sind.
LG Gabi
Pssst. Es soll da einen ganzen Planeten geben … (Jedenfalls gibt es ein Buch über diesen 😉 )
Ob es einen eigenen Planeten gibt, weiß ich nicht. Aber bei uns im Weinviertel gibt es ein Dorf, das den Einzelsock einen Ehrenplatz bereit stellt. Der Ort heisst Herrnbaumgarten und nennt sich selbst das „verruckte Dorf“.
http://www.herrnbaumgarten.at/system/web/sonderseite.aspx?menuonr=218997613&detailonr=218997613
Wir waren mal dort in der Nähe spazieren und haben auch mal so einen „Einzelsockfriedhof“ inmitten der Weingärten gefunden. 🙂
Ein Nonseum mit unsinnigen Erfindungen gibt es dort auch.