Eine Zielperson (21/344)

So sein und so leben möchte ich manchmal irgendwie immernoch

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Ein Leben führen wie Pater Anselm Grün OSB. Monastisch, in mir selbst ruhend, voller Gottvertrauen.

Es ist und bleibt ein Traum, an dem ich mich orientiere. Es bleibt aller Wahrscheinlichkeit ein Traum, denn es gibt einen Grund, Warum ich NICHT im Kloster bin (den ich allerdings relativieren muß, denn drei Männerorden nehmen ohne Altersbegrenzung auf). Und wenn ich ehrlich bin, bin ich mir nicht mehr sicher, wie lange ich dieses Leben aushalten würde.

Und doch übt dieser Pater Anselm Grün immer wieder eine kaum erklärliche Anziehungskraft aus, der ich schwer widerstehen kann. Und wenn er mir gar in Buchform begegnet, dann kann ich bei einem Sonderpreis von 2.99 Batzen für ein Buch von wunderbar grüner Einbandfarbe um sich gut anfassendes Papier gleich überhaupt nicht Nein sagen.

 

das Buch

Unwiderstehlich

 

Es ist kein Buch zum durchlesen. Es ist ein Buch, das deutlich lesbar dem christlichen Glauben entspringt, aber auf meinen ersten und zweiten Blick keinesfalls missionierend wirkt. Da schreibt einer aus einer Geisteshaltung heraus, aus einer Lebenseinstellung heraus, die ich für erstrebenswert halte (und die sicher auch ohne diesen speziellen religiösen Hintergrund erreichbar sein müßte).

Es gibt viele Sätze schon gleich am Anfang des Buches, die nachdenklich machen, die – wenn ich die christliche Verbrämung weglasse – mich zum nickenden Verstehen und Einverständnis bringen. Wie folgendes Zitat, bei dem “Das Gebet” meiner Meinung nach ganz einfach und ohne Aussageverlust durch “Die Meditation” ersetzt werden könnte, und ein zweites, wie f&uunl;r mich geschriebenes:

 

 

Das Gebet gibt uns mitten in der Fremde und Unbehaustheit unseres Daseins das Gefühl von Geborgenheit, von Verstandensein und Angenommensein. Das Eigentliche meines Herzens kommt zum Vorschein. Ich komme in Berührung mit dem Grund meiner Seele. (S. 15)

Wenn ich meine persönlichen Nöte, meine Schuldgefühle, meine Selbstvorwürfe zu Ende denke, dann relativieren sich die Probleme. (S. 139)

Anselm Grün OSB: Einfach beten!
Genehmigte Lizenzausgabe für Verlagsgruppe Weltbild GmbH Augsburg.
© 2012 Vier-Türme GmbH, Verlag, Münsterschwarzbach
ISBN 978-3-8289-5753-4

 

 

Warum ich das zweite Zitat auswhlte, erklärt sich in meinem Fall wohl selbst … (Ach, die Prokrastination hat zugeschlagen, weil mir ein Termin heute beinahe 90 min mehr Zeit raubte. als bisher immer notwendig war und notwendig gewesen wäre, und der Text ist noch nicht verschickt.)

Anselm Grün bleibt mit seinen Gedanken und seinem Leben, mit seiner Haltung und in seiner Menschlichkeit eines meiner Vorbilder, als Schreibender, als Mönch, als Denkender, als Mensch.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 20. Januar 2015 waren reiche Beute, neue Bücher und eine endlich gekaufte Zitronenpresse.
 
Tageskarte 2015-01-21: Der Ritter der Stäbe.

© 2015 – Der Emil. Eigener Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Eine Zielperson (21/344)

  1. Karl sagt:

    Ich hab auch ein Büchlein von ihm und bin immer ein wenig hin und her gerissen. Ja manches wrikt einsichtig und oft spürt man die Spiritualität.

    Ich weiß, dass tiefe Wahrheiten oft serh einfach sind (und trotzdem so schwierig zu leben), aber manches von ihm kommt mir auch einfach, mir fällt kein wirklich treffendes Wort ein, banal vor.

    Vielleicht muss ich oder sollte ich noch mehr über das, was er sagt nachdenken.

    Meister Eckhart ist übrigens auch eine gute Inspiration für mich, manchmal nicht ganz einfach, weil er schon so lange her ist.

    Das Mönchstum war auch gelegentlich immer mal wieder eine anziehende Idee, aber inzwischen würde ich es für mich eher als Flucht sehen. und auch wenn es manchmal zum Weglaufen ist, ich will nicht mehr weglaufen.

    • Der Emil sagt:

      Vielleicht sind es die Mystiker, die mich so faszinieren; Anselm Grün ist wahrscheinlich auch einer.

    • Karl sagt:

      Kloster auf Zeit ist übrigens nicht das, was ich mit Mönchstum meinte, ein zeitweiliger Rückzug kann schon sehr wertvoll sein. Leider hab ich es bisher nie geschafft.

      Trotzdem gab es auf andere Weise Zeiten der Einkehr, zu denen ich, vielleicht für andere schwer nachvollziehbar, z.B. auch eine Rehamaßnahme zähle.

  2. Arabella sagt:

    Um die Ruhe beneide ich ihn auch.
    Dem christlichen Glauben kann ich nicht folgen.
    Ganz liebe Grüße zu dir.:-)

  3. sweetkoffie sagt:

    Meine Klosteraufenthalte auf Zeit tun mir immer sehr gut.
    Ein Kloster ist ein guter Ort zu sich selbst und zur Ruhe zu kommen. Hinter den dicken Mauern fühle ich mich beschützt.
    LG sk

    • Der Emil sagt:

      Ja, das simd gar wundersame Erfahrumgen, die ich im Kloster auf Zeit machte … Das kann ich leider nur viel zu selten, denn einmal im Quartal gefiele mir besser als einmal in vier Jahren.

  4. Sofasophia sagt:

    So wie du es schreibst und liest, kann ich das auch unterschreiben.
    Es ist letzendlich die Sehnsucht nach dieser Allverbundenheit, die jemanden zu einem spirituellen Menschen macht und das bin ich auch.
    Danke für diese Zitate und deine Gedanken dazu.

  5. finbarsgift sagt:

    Ich habe ihn vor Jahren mal besucht. Er gab mir sogar eine kurze Audienz und bestärkte mich darin, einen langen Brief an meinen toten Vater zu schreiben, was ich dann auch tat…

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