Feststellung
To get a Google translation use this link.
ich bin noch immer der kleine junge
der seine selbstgemalten bilder
von papa mama hund baum sonne
seine ersten selbstgeschriebenen sätze
in ungelenker doch bemühter schönschrift
herzeigt allen zeigt
und jedesmal warte ich auf das
(geheuchelte ich weiß) erfreuen
und das (nicht ehrliche
sondern nur gutgemeinte) LOB
wehe das fehlt
die ent-täuschung funktioniert nichtmehr
es befriedigt mich nichtmehr
diese unehrlichkeit aufzusaugen
wie ein schwamm
mein anerkennungs-sammler ist
schon so lange außer betrieb
daß auch wirkliche freude über das
von mir ausgestoßne daran abperlt
wie niesel von einer glasmurmel
mich aber selbst zu loben
ja mich selbst auch nur zu akzeptieren
als einer der kreieren kann
und will
und muß
verzweifelter versuch das SELBST-
verständnis aufrechtzuerhalten
eine feststellung aus kinderstaunen
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 5. Januar 2015 waren Fundstücke und Gesundschlafen und das begonnene “Nilpferd”.
Tageskarte 2015-01-06: I – Der Magier.
© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


ach, wem sagst du das? Sind wir das womöglich nicht alle noch immer?
Ich hoffe für Dich, daß Du nicht noch immer der kleine Junge bist … 😉
Schön, wenn man es Stück für Stück immer besser selbst kann. Toller Text (ganz ohne Heuchelei).
Danke,
Silvia
Ne, aber das kleine Mädchen. Nicht nur, aber auch. … 😉
Bist Du eigentlich verwandt mit Dietrich von Bern?
Vermutlich ebenso wie du? Aber das kämpferische Gen hat sich bei mir ziemlich davongemacht 😉
Je nun, vielleicht. Nur würd ich mich nie mit Laurin anlegen wollen — als bin auch ich schon weit entkämpfert …
Klare, wahre Worte.
Guten Morgen
Oh wenn Du wüßtest … (Klar erschien mir daran nur wenig.)
Der Unterschied zwischen schreiben und lesen.:-)
Hm. Sollte dem Schreibenden nicht klarer sein, was er schreibt, als es dann dem Leser — Obwohl, ja, Du hast Recht: Der zugehörige Filter ist es, der beim Leser anders funktioniert
So meinte ich es.
Und von außen ist es klarer.
Jedem Siebzigjährigen würde ich über den grünen Klee loben, wenn er zum ersten Mal in seinem Leben, ganz ungelenk und verkrampft, einen Satz auf’s Papier gebracht hat. Er hat den kleinen Jungen in sich bewahrt und einfach angefangen. Nichts ist perfekt. Nichts ist grandios.
Muss man nicht öfter mit etwas beginnen, was andere schon beherrschen? Und machen wir es manchmal nicht, aus Angst nicht gelobt zu werden?
Ein feiner Text zum Nachdenken.
Das einfach Anfangen ist m.M.n. heute nicht mehr so einfach wie noch vor 30 Jahren. Weil heute viel mehr auf Außenwirkung geschielt wird, auf Anerkennung durch andere, sogar auf monetäre Ergebnisse. Was keine Aufmerkamkeit und kein Geld bringt, taugt nix — so wirds doch vermittelt.
Ja, so wird es vermittelt. Ich hoffe nur, du nimmst es dir nicht an. Wenn du alles, was dir kein Geld bringt, weggelassen hättest, dann würden mir täglich etwas fehlen.
*lach* Neeee. Ich nicht. Versprochen.
Danke, Wollmärchentante.