Lob Selbst (6/359)

Feststellung

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ich bin noch immer der kleine junge
      der seine selbstgemalten bilder
von papa mama hund baum sonne
seine ersten selbstgeschriebenen sätze
in ungelenker doch bemühter schönschrift
herzeigt allen zeigt

und jedesmal warte ich auf das
(geheuchelte ich weiß) erfreuen
und das (nicht ehrliche
sondern nur gutgemeinte) LOB
wehe das fehlt

die ent-täuschung funktioniert nichtmehr
es befriedigt mich nichtmehr
diese unehrlichkeit aufzusaugen
wie ein schwamm
mein anerkennungs-sammler ist
schon so lange außer betrieb
daß auch wirkliche freude über das
von mir ausgestoßne daran abperlt
wie niesel von einer glasmurmel

 

mich aber selbst zu loben
ja mich selbst auch nur zu akzeptieren
als einer der kreieren kann
     und will
         und muß
verzweifelter versuch das SELBST-
verständnis aufrechtzuerhalten
eine feststellung aus kinderstaunen

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. Januar 2015 waren Fundstücke und Gesundschlafen und das begonnene “Nilpferd”.
 
Tageskarte 2015-01-06: I – Der Magier.

© 2015 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Lob Selbst (6/359)

  1. Sofasophia sagt:

    ach, wem sagst du das? Sind wir das womöglich nicht alle noch immer?

  2. Arabella sagt:

    Klare, wahre Worte.
    Guten Morgen

  3. Gudrun sagt:

    Jedem Siebzigjährigen würde ich über den grünen Klee loben, wenn er zum ersten Mal in seinem Leben, ganz ungelenk und verkrampft, einen Satz auf’s Papier gebracht hat. Er hat den kleinen Jungen in sich bewahrt und einfach angefangen. Nichts ist perfekt. Nichts ist grandios.
    Muss man nicht öfter mit etwas beginnen, was andere schon beherrschen? Und machen wir es manchmal nicht, aus Angst nicht gelobt zu werden?
    Ein feiner Text zum Nachdenken.

    • Der Emil sagt:

      Das einfach Anfangen ist m.M.n. heute nicht mehr so einfach wie noch vor 30 Jahren. Weil heute viel mehr auf Außenwirkung geschielt wird, auf Anerkennung durch andere, sogar auf monetäre Ergebnisse. Was keine Aufmerkamkeit und kein Geld bringt, taugt nix — so wirds doch vermittelt.

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