Gastrecht

Ein Quartier zum Überwintern biete ich an

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Die Wespe
 

Ich habe sie gefunden
in meiner Wohnung drin.
Sie drehte ihre Runden
und flog zum Fenster hin.
Dort saß sie dann und plegte
sich völlig ungeniert.
Weil Angst vor ihr ich hegte,
ließ mich das unberührt.
So hielt ich mich recht ferne
vom Tier, schwarz-gelb gestreift.
Und weil ich stets noch lerne,
ist die Idee gereift:
Ich mache jetzt ein Bildchen
vom Flügelpieksetier.
Dann nenne ich es Hildchen,
laß es im Winter hier.
Die Wespe, sie darf bleiben,
solang sie mich nicht sticht.
(Doch nur in meinem Schreiben,
im wahren Leben nicht.)

 

 

Wespe

Deutsche Wespe (Vespula germanica)
Die Angst vor dem Tier war nicht ganz weg – deshalb ist es kein sooooo gutes Bild geworden.

 

Natürlich habe ich das Tier nach dem Fotoshooting – bei dem ich ziemlich zittrig war – totgeschlagen in die Freiheit entlassen (hinausgeworfen trifft es am besten). So mutig wie beim Reimen bin ich im wahren Leben eben nicht.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 10. Oktober 2014 waren das Ausschlafen, der Abend im «Männerhort».
 
Tageskarte 2014-10-11: Die Vier der Kelche.

© 2014 – Der Emil. Text & Bild unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Gastrecht

  1. SalvaVenia sagt:

    Ist doch ein tolles Gedicht geworden! 🙂

  2. Gudrun sagt:

    Ach, Emil, ich hätte dich jetzt gern zu Besuch auf meinem Balkon gehabt. Ich habe Wolle gekämmt, als ich ein aufgeregtes, schrilles Summen hörte. Eine Wespe war in das Netz der Haus- und-Hof( oder besser Balkon)-Spinne geflogen. Ich befreite sie. Nun saß sie auf meiner Hand und konnte nicht wegfliegen. Die Fäden des Spinnennetzes umklammerten sie wie Taue. Ganz vorsichtig hab ich sie gestreichelt und Faden um Faden von der Wespe geputzt. Irgendwann plusterte sie ihre Härchen auf und flog davon. Die Spinne hat sich ordentlichen Winterspeck angefressen. Sie konnte einmal auf einen Braten verzichten.
    Dein Gedicht gefällt mir. 🙂

    • Der Emil sagt:

      Oh nein, das wäre mir sicher zu nah gewesen …

      • Gudrun sagt:

        Ist dir mal aufgefallen, dass es gute Tiere gibt und schlechte? Manche sieht man von vornherein als schlecht an. Und dann können sie auch weg.

        • Der Emil sagt:

          Nein nein, dasist mir seit einigen Tagen überhaupt nicht mehr klar. Das Buch „Böse wie die Tiere?“ hat mir da doch etwas die Augen geöffnet. Aber ganz ehrlich: Bis auf Mücken, die mich stechen, und Obstfliegen und Motten töte ich nur selten ein Tier …

  3. Gisi sagt:

    So ging es mir heute Morgen bin von Summen aufgewacht, bin aus dem Bett gesprungen habs Fenster ganz weit aufgemacht, weit ist sie geflogen, habe ich gedacht, ein Nest von Wespen klebt unter meinem Dach, hab es gesehen und schnell das Fenster zu gemacht !
    Danke für die Zeilen, Emil ! 🙂

  4. Amelie sagt:

    Mutiger Emil!
    Ein feines Gedicht und ein gutes Makro. Ich weiß nicht, ob ich mich so dicht rangepirscht hätte.
    Schönen Samstag. Amelie

  5. alltagsfreak sagt:

    Na bei Wespen und Hornissen hole ich erst mal die Zeitung und zwar nicht zum lesen. 3 Minuten haben sie Zeit für einen freiwilligen Abflug 😉

  6. wildgans sagt:

    Lieber Emil, dass Du die Wespe nicht getötet hast, finde ich gut!
    Nun wüsste ich noch gern von Dir, was ein „Männerhort“ ist?

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