Hausmeistermonolog

Über die Veränderungen bei den Feiertagen

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Morgen ist es wieder soweit. Der große Tag. Da ist heute noch viel zu tun. Hausputz, Rasen harken – es sieht nicht gut aus, wenn so viel Laub darauf liegt. Damals bei der NVA haben wir sogar die Birken weiß angemalt vor diesem Tag. Und jetzt müssen ja noch alle Fahnen und Wimpelketten angebracht werden – zumindest hatte das die HGL so festgelegt. Der BPO-Sekretär wohnt ja auch noch hier im Haus …

Ach so. Ja, stimmt. Der siebente Oktober wird ja nicht mehr gefeiert. Also morgen ist kein Feiertag mehr, nix mehr mit Parade, Demonstration und Kundgebung und anschließendem Feiern im Klubhaus oder gar im HdA. Alles vorbei. Irgendwie hat dieses Land, in dem ich jetzt lebe(n muß), keinen rechten Nationalfeiertag mehr. Der willkürlich festgelegte dritte Oktober ist … naja, zu gut Deutsch etwas, das mir am Arsch vorbeigeht. “Wiedervereinigung” nennen die das, als ob jemals vorher DDR und BRD schoneinmal vereinigt gewesen wären. Das war ein Anschluß Beitritt wie damals der von Österreich oder so. Klar, das ist übertrieben, ich weiß. Aber manchmal, manchmal ganz im Geheimen glaube ich, der Kohl hat nix anderes gemacht als …

Stimmt, ich wollte das System nicht, das wir damals übernommen haben. Und noch weniger mag ich das System, das eine ehemalige Funktionärin der FDJ mitterweile für alternativlos erklärt hat. Das kann nicht alleine auf ihrem Mist … Da stecken Interessen dahinter, sag ich euch, Interessen! Mindestens die von Gazprom und von Monsanto, von Google und Unister, von Amexco und UCS … Und natürlich von Rüstungsbetrieben. Vielleicht auch von Tupper, DHL und Procter & Gamble. Jaja, Interessen … Solche, die wichtiger sind als das soziale Prinzip im Sozialstaat.

Soziale Marktwirtschaft. Die war einmal, bis damals die FDJ-Sekretärin die Doktrin der “Marktkonformen Demokratie” herausgab. Soweit sind wir schon, daß die Demokratie passend für den Markt gemacht werden muß. Demokratie haben wir gewollt, wir, die wir unseren Staat, unsere Heimat sozusagen abgeschafft haben, abschaffen lassen haben. Demokratie. Volksherrschaft statt SED-Führungsanspruch. Und bekommen haben wir den schnöden Mammon und den Kult um ihn. Die Geldherrschaft, die Führung durch ein alternativloses Desaster.

Also nee. Außderdem sah die Fahne mit dem Wappen in der Mitte besser aus als dieser nackte dreifarbige Stoffstreifen.

Wir sehn uns morgen bei der … ach nee, ist ja abgeschafft. Schönen Tag noch. Ich harke hier jedenfalls noch zuende.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. Oktober 2014 war vieles, v.a. der Beginn.
 
Tageskarte 2014-10-06: Die Zehn der Stäbe.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Hausmeistermonolog

  1. Amelie sagt:

    Morgen hat ein Schulfreund von mir Geburtstag. Damals war immer frei an seinem Geburtstag. Das war auch schön.
    Heute nicht mehr. Also nicht mehr jedes Jahr. Ich denke, auch davon werden wir sprechen, wenn ich ihn anrufe und ihm gratuliere.

  2. Sofasophia sagt:

    werde secessionist, lieber emil (siehe unsere blogs), die haben eine gute verfassung.
    spaß beiseite: ich verstehe dich. du bist sozusagen aus dem inneren heimatland vertrieben worden und fühlst dich zu recht verraten und verkauft irgendwie.
    marktkonforme demokratie? huch, nie gehört … habs gut, trotz alledem!

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