Traumnotiz

Freiheit angstfrei

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Unsere Zeit endete schon, bevor sie unsere Zeit wurde: Unsanft wurde ich aus meinem Traum gerissen. Und als ich sah, daß ich noch immer in meiner Wohnung in der Stadt auf meinem Schlafsofa lag, war mir auch klar, daß die Zeit für unsere gemeinsame Zeit gerade nicht die richtige war, noch nicht reif war. Denn noch war ich Mensch und nicht, wie in meinem Traum, Vogel, Eule! wie Du.

Doch die Erinnerung an den Traum, die bleibt mir. Lautloses, schwereloses Gleiten durch den Nachthimmel bei Vollmond. Um uns herum nur die Weite und die Sterne und die Ruhe, spielten wir Hopse über die Wipfel der Fichten und Tannen knapp unter der Schneegrenze. Der Aufwind am Hang wehte mich ab und zu aus meiner Flugbahn, doch ich lachte ihn aus, legte die Flügel an und entging dadurch seiner Kraft. Knapp vor den Ästen machte ich mich wieder breit, ließ mich nach oben treiben, um danach in einem eleganten Bogen wieder den Bäumen entgegenzuschweben.

Und Du immer neben vor hinter über unter mir, oft so nah, daß sich die Spitzen unserer Federn streiften. Freiheit. Gemeinsam.

 

Und ich hatte keine Höhenangst.

 

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 21. August 2014 waren der Traum am frühen Morgen, die gemeisterten technischen Probleme im Sender, das sehr, sehr entspannende, wundervolle Konzert von Wild Camel.
 
Tageskarte 2014-08-22: Die Zwei der Schwerter.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Traumnotiz

  1. Ulli sagt:

    lieber Emil,
    was für ein feiner Text und Traum …
    als Vogel, wäre man wohl mit Höhenangst vollkommen verloren, lass dir Flügel wachsen 😉

    liebe Grüsse
    Ulli

  2. Sofasophia sagt:

    wunderbarer text, starker traum.
    ich wünsch dir lebensflügel!

  3. wildgans sagt:

    Bemerkenswerter, herrlicher Freischwebelebetraum 🙂

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