Warum es gerade diese Prinzessin sein muß
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Es war einmal vor langer, langer Zeit in einem Land, das so klein war, daß es heute kaum einer noch kennt, da lebte Prinz Hans.
Prinz Hans war ein gar stattlicher Bursche, hochgewachsen, breitschultrig, mit dichtem, welligen, rehbraunen Haar. Sein Benehmen war gegenüber jedermann einfach tadellos zu nennen, und auch in den Kampf- und Jagdkünsten hatte er es zu wahrer Meisterschaft gebracht. Nun ging er auf das 25. Lebensjahr zu und sein Vater, König Ludewig, und seine Mutter, Königin Luise, und der gesamte Hofstaat, ja sogar das gesamte Volk, die Knechte und Mägde, die Handwerker, die Bauern und Hirten – kurzum alle im kleinen Lande warteten darauf, daß Prinz Hans sich endlich eine Frau suchen und heiraten würde.
Auch der Prinz fühlte in sich eine Sehnsucht, die er nicht begreifen konnte. Manchmal klopfte sein Herz wie der Hammer eines Steinmetz‘, wenn er eine holde Jungfer vorübergehen sah. Doch keine von denen wollte er je sein ganzes Leben lang an seiner Seite wissen. Weder Prinzessin Konrade aus dem Land zur Linken, noch Prinzessin Sabinchen aus dem Land zur Rechten, noch irgendein anderes Frauenzimmer ließen die Sehnsucht in ihm aufwallen; das aber sei ein untrügliches Zeichen für die Liebe, so sagte sein Vater und im Geheimen auch seine Mutter zu ihm.
Eines Tages sah und hörte Prinz Hans vom Schicksal der Prinzessin Magda im Land hinter den elf Brücken. Weil sie einen reichen, aber dummen und ungeschickten Bräutigam ausgeschlagen hatte, ward ihr von ihrem Vater bestimmt, allen Abwasch im Schloß zu besorgen, bis ein Prinz käme, der ihr die mühevolle Arbeit abnnimmt und sie zur Frau haben wollte. Es wurde ein Bild von ihr gezeigt, und als der Prinz dieses anblickte, hüpfte sein Herz und die Sehnsucht loderte auf. Prinz Hans glaubte fortan fest daran, daß er diese traurige Schönheit unbedingt mit eigenen Augen sehen und mit eigenen Ohren hören und zu seiner Frau nehmen sollte.
Einige Zeit nach seinem Besuch auf dem Markt hatte er sich König Ludewig und Königin Luise anvertraut und ihre Zustimmung zu seiner Reise zu Prinzassin Magda erhalten. Da sattelte er sein Roß, gürtete sein Schwert, nahm etwas Brot, Schinken und Wein zum Proviant, stieg aufs Pferd und ritt in den Mittag. Dort nämlich fände sich das Land hinter den elf Brücken, so sagte man ihm. Der Prinz ritt einen ganzen Tag, schlief des Nachts in einem Heuschober, ritt einen zweiten Tag und schlief in einer Scheune. Er ritt noch einen dritten Tag, und ehe er sich im Wald unter einen Felsvorsprung legte, hatte er die letzten Reste von Brot, Schinken und Wein aufgezehrt. Müde hörte er noch kurz sein Pferd schnaufen und eine Eule rufen, da schlief er auch schon tief und fest.
Wird fortgesetzt.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 15. Mai 2014 war das Seminar in Machdeburch und der schöne Abend.
Heute Abend 20 Uhr auf Radio Corax: Buchfink live!
Tageskarte 2014-05-16: III – Die Herrscherin.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


wusste nicht, dass du märchen kannst. dazu so schön. ob er unterwegs die freche prinzessin pfiffigunde (bilderbuch) trifft? aber die wäre wohl zu nassforsch für ihn?!
fein, schreib weiter!!! 🙂
Sie haben Post 😉
Schön, mal ein Märchen zu lesen.
Bin gespannt, wie es weiter geht.
Auf die Fortsetzung bin ich sehr gespannt.
Bei Hans fiel mir spontan der Hans im Glück ein. Doch wenn er schon im Glück ist, wozu diesen Zustand ändern?
Aber Deine Geschichte wurde dann ja doch eine ganz andere. Ich bin auch auf die Fortsetzung gespannt.
Das Gemeine ist, daß ich gerade mit zwei möglichen Fortsetzungen kämpfe und es richtig „rund“ machen mag …
Es ist zum Haareraufen!
Dann liegt es doch nahe, dass Prinz Hans von Außerirdischen entführt und geklont wird und am Morgen zwei unterm Felsvorsprung aufwachen 🙂 … Aber Scherz beiseite. Ich bin auch gespannt. Ich hab die Geschichte automatisch in den Pfälzer Wald gedacht, weil da so viele rote Felsen sind. Und Burgen.
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