Zwei von einem Kaliber und von einem Mann
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Auch ein Buch aus der Stadtbibliothek Halle (Saale), allerdings habe ich nach diesem gezielt gesucht, ist heute Quelle meines Ztates:
Definition
Volker Braun
Die Suche nach dem Stoff (zum Schreiben, zum Leben), um / gegebenenfalls den Tod zu finden. Die Mechanismen des Zeital- / ters auseinanderschrauben, die Beziehungen zerfasern nach dem / geheimen Blut der Geschichte. Gestorben für die öffentliche / Ordnung, die Arbeit im Untergrund, im Gedicht. Dem Tod, dem / klapprigen Kumpel, die Losung aus den Zähnen reißen, wo sie / jeden Sinns bar ist: GLEICHHEIT. Zugleich die Empfindung der / Machtlosigkeit der Worte, weltweit auf dem Strich durch das / Leben (EGALITE, EQUALITY, РАВЕНСТВО [RAWENSTWO (kyrillisch, Anm. Der Emil] ), während wie- / viel? weiteres Blut ausfließt erblaßt in der Haut in den / Schläfen. Was kann mir helfen? Die Begriffe laden sich auf zu / ungeheurer Spannung, die Reden Artikel Kommuniqués als Isolier- / band im Hals, daß der Verstand nicht durchbrennt. Allein in / meinen Sätzen, und nur wissen, daß sie auch abgesucht werden / durchforstet zerrissen von den andern, um den Stoff zu finden, / der im Gefühl verschwimmt, das uns aus den Poren bricht, ein / internationalistischer Schweiß. Die anderen die Gleichen: die lang- / same Formel, die mit Leben zu füllen ist womit womit womit? / oder vom Tod.
Volker Braun: Training des aufrechten Gangs. S.59
© Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig · 1979
Lizenz-Nr. 444-300/18/79 · 7005
Printed in the German Democratic Republic
Gesamtausstattung: Wolfgang Geisler
buchinderische Verarbeitung:
Buchbinderei Südwest, Leipzig
Bestellnummer 638 670 3
DDR 5,— M
Volker Braun, dessen Gedichte mir oft wie Prosa auf abgehackten Zeilen scheinen und dessen Prosa sich rhythmisch strukturiert vortragen läßt, Volker Braun also schrieb nicht nur diesen Text (bei dem ich nicht weiß, ob die Zeilenumbrüche des sehr bemüht aussehenden Blocksatzes im Buch zum Werk gehören, weshalb ich sie hier durch den “/” vermerkte), sondern auch ein Gedicht, das vielen DDR-Bürgern aus der Seele sprach so kurz nach oder während der Wende und welches jetzt bei Wikipedia zu lesen ist.
Beide, “Definition” und “Das Eigentum” (ein ganz besonderer Stoff!) berühren mich immer wieder schmerzlich. Beide erinnern mich an meine Her-An-Zu-Ab-kunft und werden von mir am 24.01.2014 um 20.00 Uhr im Buchfink gelesen.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 22. Januar 2014 waren das Grinsen der Vermittlerin im Jobcenter, das die Antwort auf meine Frage war, ob sie denn selbst als “Kunde” eine Eingliederungsvereinbarung unterschreiben würde; das sehr spontane Mittagessen, der Fortschritt am Abend.
Tageskarte 2014-01-23: Zehn der Schwerter.
© 2014 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Lieber Emil,Frank,
Der Satz:“ Die anderen, die Gleichen“ hat mich gerade sehr gerissen. Obwohl ich nicht der DDR angehörte und nur Unterschriften sammelte, damit Leute aus der damaligen DDR heraus kommen konnten……es hat mich gerade um Jahrzehnte zurück geworfen.
Und ja, das Grinsen einer Jobcenterangestelten kenne auch ich sehr wohl……
Mein Lieber, lass Dich nicht unterkriegen! Du hast schwer was drauf, Du hast ein Talent, was nicht jeder sein Eigen nennen darf!
Mach was draus! Glaub an Dich!
LG
DAnke für das Bauchpinseln und: Bleib bitte bei Emil 😉
Ok, danke für den Wink. Ich halte mich dran.
Das war kein Bauchpinseln 🙂
Liebe Grüße!
Es fühlte sich – und fühlt sich – aber genau so angenehm an.
nun kannst du lese stoff von mir bekommen ich schreibe tatschachen geschichten bock zu lesen also los auf meine Seite
Hm. Ein wenig polterig, Deine Bitte. Ein ganzes Stück zu lang, Deine Texte, und daher schwer zu lesen. Und ein wenig neu, Dein Blog …
ok danke für deine erhlich meinung ich bin neu hier aber nun wird ihr nur noch kurz geschichten bekommen ich lerne noch dazu danke
Da ist es wieder, dein Ringen, Suchen, Kämpfen, Offenhalten der Sinne…..
Da bekommen wir am Freitag bestimmt wieder etwas Gutes auf die Ohren. 🙂