Figuren der Erzgebirgsweihnacht: Lichterengel und Bergmann
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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind. Und ganz besonders schreibe ich meinen Adventskalender in diesem Jahr für eine Bloggerin.
Ich wünsche mir und Dir, Chaoskatze, eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für Dich und für alle Menschen, die Hoffnung brauchen.
Der Bargma
1. Durch de Gassen weißbeschneit
laaf ich garn zer Weihnachtszeit,
bleib an manning Fanster stieh;
ach, wie sieht’s do schie!
Überol, aus jeden Haus
guckt be Tog der Bargma raus,
un daar denkt an Lichterpracht
wuhl in der heilign Nacht.2. Silber bracht er aus der Ard,
salber war er Goldes wart,
pochet net bluß an de Staa,
singe tot er aah;
machet aah in Schriet und Triet
bei der Bargparade miet,
sehnet sich noch Lichterpracht
wuhl in der heilign Nacht.3. Itze stieht er an senn Ort,
is ganz ruhig, sat kaa Wort.
Mit de Lichter in der Hand
lecht er naus in Land,
lecht aah in de Herzen nei,
wu noch Schatten drinne sei,
un drfrat mit Lichterpracht
wuhl in der heilign Nacht.4. Wenn ich in menn Stübel bi,
guck ich zu menn Bargma hi,
un ich waß: Noch jeder Plog
kimmt e Feiertog.
Wart när! Un de Zeit is ra,
noochert stieht daar Lichterma
wieder in der Lichterpracht
wuhl in der heilign Nacht.Erich Lang, Dezember 1939, zitiert von Der Bargma – Text.
Beim Spazierengehen durch die Gassen sieht man sie an den Fenstern: Lichterengel und Bergmann. Woher sie kommen und welche Bedeutung sie hatten bzw. haben, versuche ich einmal auf Erzgebirgisch zu erklären:
Alles verstanden? Nein? Das ist nicht schlimm. Aber so, so klingt es im Erzgebirge um Schneeberg und Schwarzenberg herum. Und nun, nun zünde ich die Kerzen auf meinem Lichterengel und die auf meinem Bergmann an. Daneben dreht sich die Pyramide und das Räuchermännchen nebelt. Und ich mache mir und allen anderen, die es mögen, ein wenig Weihnachtsstimmung.
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Eine friedvolle, besinnliche Zeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 9. Dezember 2013 war die Ruhe, die ich nach stressigen Momenten im Sender fand.
© 2013 – Der Emil. Eigener Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung). Für das Lied mit seinem Text und das Bild der beiden Figuren bitte Urheberrechte beachten!
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Danke für das Lied und die Geschichte. Schöne Bräuche habt Ihr. Das mit dem Engel und dem Bergmann war mir ganz unbekannt.
Ich hab vielleicht nicht jedes einzelne Worte verstanden und ich musste sehr gut aufpassen, aber im großen und ganzen ging es recht gut mit dem Verstehen.
Mir gefällt Dein Dialekt.
Das ist doch Dialekt, oder? Bei den Sprachen gibt es bei den Bezeichnungen so viele Feinheiten und da kenne ich mich nicht allzu gut aus. 🙂
LG Gabi
Es ist zumindest erzgebirgische Mundart, sicher auch Dialekt. Nur sächsisch sollte es nicht genannt werden 😉
Ok. Das werde ich mir merken. 🙂
Obwohl ich nicht jedes Wort verstanden habe, hat es Spaß gemacht, zuzuhören.
Liebe Grüße
Anna-Lena
Dabei hab ich die „schlimmsten“ Wortbildungen wie „vunnegahr“, „heier“ oder „hinnewiedr“ odeer „naabnah“ oder „rundümmedümm“ noch nicht verwendet 😉
Lieber Emil,
du hast mir mit diesem Beitrag eine große Freude gemacht. Diese Lieder waren die Weihnachtslieder mieiner Kindheit. Für mich hast du heute wirklich Weihnachten gemacht, und dafür und deine ganz wunderbare Geschichte danke ich dir.
Verstanden habe ich alles, denn auch damals wohnte ich gleich nebenan.
Gruß aus dem Spinnstübchen.
Oh, Gudrun: Das freut mich sehr, wirklich sehr. Auf der Tube hängt ja dann auch die ganze Schallplatte hintendran 🙂
Und meine Geschichte, das ist einfach die Geschichte der Figuren, wie sie in meinem Kopf als „Gelerntes“ in durchaus schon schwächelnder Erinnerung gespeichert ist. Ich habe mir mit dem Sprechen nicht viel Mühe gegeben: Is Aarzgebirgisch läfft aabn eitel noch esu aus mir raus, drwaalle iech schu lang nimmeh zengstrüm Aue drhaamm bi!
Das geht nie wieder weg. 🙂 Und das ist gut so.
Vielleicht macht das gerade den Reiz deiner Geschichte aus, es ist nichts gekünstelt. Gut, hast du das gemacht. Ich kann mir dich so richtig vorstellen, sitzend im Ohrensessel, mit Pfeifchen …, a Rachrmannl ehmde.
Darf ich fragen, was „zengstrüm“ heißt? Irgendsowas wie „da drüben“ oder so? (Ich weiß, ich bin oft sehr neugierig. :-))
LG Gabi
Soviel wie „um … herum“, „rundherum“. zengst ist so ein unübersetztbares Ding 😉
ich kann es mir in etwa vorstellen. 🙂
Danke Emil ! Von Herzen ein dickes Danke 😀
Herrlich, auch wenn es mir schwer fällt alles zu verstehen 🙂 Ich wünsche dir auch eine friedvolle Weihnachtszeit!