6. Türchen: An Sankt Nikolaus (Nº 340)

Bittbrief eines kleinen Jungen

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind. Und ganz besonders schreibe ich meinen Adventskalender in diesem Jahr für eine Bloggerin.
 
Ich wünsche mir und Dir, Chaoskatze, eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für Dich und für alle Menschen, die Hoffnung brauchen.

 

Vor langer, langer Zeit begab es sich, daß ein kleiner Bub dem Nikolaus einen gereimten Brief schrieb. Weil der Vater nicht mehr da war und die Mutter als alleinerziehende EHB auch nicht gerade üppig Geld ausgeben konnte, war es in jenem Winter sehr früh sehr kalt geworden. Wie überhaupt die Kälte in jenem Land Bananistan ständig weiter zunahm. Doch der Junge setzte große, kindliche Hoffnungen in den Heiligen:
 

 

Lieber Sankt Nikolaus, für diese Nacht
hab‘ ich mir etwas ausgedacht
(glaub trotzdem mir: ich bin kein Schlingel):
Behalte Äpfel, Nüsse, Kringel!
Weil uns was andres besser nutzt,
hab‘ ich die Stiefel nicht geputzt.

In Mutters Küche ist es kalt,
weil uns der Herr nicht mehr im Wald
Holz sammeln läßt für unsern Herd!
Ein Ast ist jetzt ’nen Groschen wert!
Das sagt der Herr und jagt uns fort,
dabei liegen soooo viel Äste dort …

Ich wünsch‘ Dir was, Sankt Nikolaus:
Kommst Du heut‘ Nacht in unser Haus,
so sollen alle Sterne funkeln!
Sonst stolperst Du vielleicht im Dunkeln?
(Das Licht ist nämlich abgestellt.
Auch dafür hatte Muttsch kein Geld.)

Nur, Nikolaus, nun mache wahr,
was mir die Mutter jedes Jahr
zu Deinem Tag, zu Deiner Nacht
von Neuem wieder beigebracht:
«Sind schmutzig Stiefelschaft und Sohle,
so bringt der Nikolaus nur Kohle!»

Sankt Nikolaus, ich bitte Dich:
In diesem Jahr bestrafe mich!
Weil’s mich und Mutter so sehr friert,
hab ich die Schuh‘ mit Schlamm beschmiert.
Sankt Nikolaus, jetzt sei so nett:
Füll‘ uns’re Stiefel mit Brikett!

Es dankt Dir ganz herzlich
Dein Emil.

 

 

 

Eine friedvolle, besinnliche Zeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. Dezember 2013 waren ein unerwarteter Anruf, ein guter Anfang für den Antwortbrief und eine nette Schicht als Sendetechniker bei radio Corax.

© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu 6. Türchen: An Sankt Nikolaus (Nº 340)

  1. nextkabinett sagt:

    *kicher* Noch ne grandiose Pointe.

    Ganz toll gelesen. Großes Kompliment. Und oben ist es jetzt auch gut so. Die einfachsten Lösungen sind doch die besten.

  2. Gudrun sagt:

    Na siehst du, es gibt doch noch Weihnachtswunder. Und, gut gelesen hast du wirklich.
    Gruß von nebenan

  3. … wünsche dir einen gesegneten Tag …
    M.M.

  4. Amelie sagt:

    Auch wenn die Geschichte traurig stimmt, so ist Dir die Pointe grandios gelungen.

    Einen schönen Nikolaustag wünsche ich Dir
    Amelie

  5. Ein tolles Gedicht und wunderbar vorgetragen, vielen Dank und liebe Grüße
    Regina

  6. piri ulbrich sagt:

    Wow, Dankeschön!

  7. Sofasophia sagt:

    heute musste ich einfach mal wieder bei dir lesen – trotz weihnachsboykott.

    ein wunderbarer text, der mich an charles dickens‘ weihnachtsgeschichte denken lässt. ich hoffe, niklausse wissen heute noch. was kohle ist?

    so was elenentares!

    (es ist übrigens noch nicht zu spät für deine elementaren beiträge bei pixartix! *mitdemlaternenpfahlwink*)

  8. Ulli sagt:

    lieber Emil,
    und wieder rührst du mich an, DANKE, dass du an all die erinnerst, die gerade frieren, denen Schokonikoläuse ihre Löcher im Bauch nicht füllen!
    herzliche Grüße
    Ulli

  9. Elvira sagt:

    Kindliche Logik! Wunderbar umgesetzt!

  10. Gabi sagt:

    Ein wunderbares Gedicht sehr schön vorgetragen. Die Gedanken eines Kindes. 🙂
    (Und ich dachte, „Schlingel“ wäre ein typisch österreichischer Ausdruck. :-))

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