4. Türchen: Ein Stück vom Weihnachtsmarkt (Nº 338)

Und hinterher “stinken” meine Klamotten wieder

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Meinen Adventskalender hier widme ich allen, die kämpfen, allen, die krank sind. Und ganz besonders schreibe ich meinen Adventskalender in diesem Jahr für eine Bloggerin.
 
Ich wünsche mir und Dir, Chaoskatze, eine im wahrsten Sinne des Wortes wundervolle Weihnachtszeit. Alle meine Kerzen brennen für Dich und für alle Menschen, die Hoffnung brauchen.

 

In Halle (Saale) auf dem Weihnachtsmarkt ist seit Jahren ein “Arctic village” zu finden. Dort wird vieles angeboten, was in der Halleschen Partnerstadt Oulu wahrscheinlich auch zu finden ist: Lakritzlikör, Glögi, Vodka mit Chili, Nascherei, Honig, Rentierfelle, Fisch usw. usf. Es sind auch zwei echte Rentiere auf dem Markt zu sehen, Rudi und Finni, die sonst auf dem Goldberg logieren. (Die beiden stammen zwar aus Finnland, aber es sind mittlerweile nicht mehr die beiden “alten”.) Für wenige Stunden sind sie an einigen Tagen auf dem Weihnachtsmarkt anwesend.

Aber zurück zu den Finnen. Ich las in einer der kostenlosen Wochen- oder Sonntagszeitungen, daß jeder, der an einem bestimmten Tag ein bestimmtes finnisches Wort fehlerfrei ausspricht, ein Geschenk dort bekommt. Wie das allerdings so ist, finde ich genau diesen Artikel nicht mehr – ich habe zu schnell das Altpapier entsorgt. Zum Glück gibt es das Internet, denn in der Weihnachtsmarktbroschüre fand ich:

«Wer zum Nationalfeiertag der Finnen am 6. Dezember folgenden Satz auf Finnisch vorträgt, verdient sich einen Glögi gratis: Halle ja Oulu ovat ystävyyskaupunkeja.»

Eines möchte ich euch auf alle Fälle zeigen. Das nämlich, was meine allerallerallerbeste Freundin dort liebend gern ißt: den Flammlachs.

 

Flammlachs

Der Geruch von Holzfeuer, in dem der Lachs gräuchert wird.

 

Oh, wie das immer riecht nach Holzfeuer, nach geräuchertem Fisch und Harz … Für mich gehört dieser Holzfeuergeruch zu den einprägsamsten Erinnerungen, die sich mit Winter verbanden. Das Anheizen des Küchenofens bei Oma oder des “Späneofens” in Großvaters Böttcherwerkstatt, des Durchbrand- und des Kachelofens bei uns zuhaus – das waren Ereignisse, Erlebnisse, wunderbare Momente. Ach und wie liebte ich den echten Badeofen, der nicht nur heißes Wasser machte, sondern im Bad auch für richtige Hitze sorgte. Wie stolz ich damals war mit meinen sechs Jahren, als ich alleine Feuer machen durfte, anfangs noch mit Zeitungspapier und selbstgeschnittenen Spänen, später mit dem Kohlenanzünder. Aber immer war Holz dabei … Und bei den Großeltern im Wochenendhaus wurden noch Zapfen verwendet zum Anheizen.

All das, all diese Erinnerungen kommen in mir zum Vorschein, wenn ich ein paar Minuten neben dem Korb mit dem Flammlachs stehe und in die Flammen bzw. in die Glut starre. Völlig selbstvergessen, weggetreten, nur dem Geruch nachschnüffelnd.

Und glaubt mir, ich stehe jedesmal ein Weilchen neben dem langsam vor sich hingarenden Fisch im Feuerkorb, wenn ich übern Markt gehen muß.

 

Eine friedvolle, besinnliche Zeit wünsche ich allen Leserinnen und Lesern.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 3. Dezember 2013 waren der produktive Nachmittag bei Radio Corax und der Geruch, dieser Duft auf dem Markt!

© 2013 – Der Emil. Text & Bild stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Antworten zu 4. Türchen: Ein Stück vom Weihnachtsmarkt (Nº 338)

  1. Amelie sagt:

    Wenn nur die Klamotten nicht so nach Rauch stinken würden …
    Hier in Magdedorf gab es auch mal finnischen Flammlachs auf der „Nordischen Meile“. Aber nur ein Jahr. Der gemeine Magdeburger war wohl von dem Geschmack oder dem Rauch oder dem Preis nicht so angetan.
    Ich gehe heute wieder auf den historischen Weihnachtsmarkt mit seinen Feuerschalen, in denen die Holzscheite knistern. Fasziniert und rauchig werde ich dann nach nach Hause ziehen.

    • Der Emil sagt:

      Es ist für mich mittlerweile nicht mehr ganz so erstaunlich, was Gerüche an Erinnerungen bafördern können. Manchmal nutz ich das sogar bewußt aus. Teuer ist der Lachs tatsächlich – zu teuer, wie so vieles auf diesen Märkten …

  2. Schön Emil, was doch *Düfte* alles be-WIRKEN können.
    Den Geruch vom geräucherten Fisch ist mir als vegan lebender Mensch zuwider,
    aber den von diesem brennenden Holz liebe ich auch
    sehr.
    Mit Herz & Segen!
    M.M.

  3. Ulli sagt:

    deine Erinnerungen teile ich, zumindest was die Badeöfen anbelangt und ich bin sooo dankbar, dass Holzfeuer wieder Einzug in meine Alletage gehalten hat …

    finnisch … allein es zu lesen verbiegt schon meine Zunge 🙂

    überhaupt, lieber Emil, spülst du mit deinem Adventskalender so einige Erinnerungen hoch, ich gestehe, vieles war schön, lass uns das Schöne dieser Zeit retten und an die Kinder dieser Zeit weitergeben, indem wir es leben, ohne elektrische Illuminationen und süßer die Glocken nie klingen, dann haben sie in 15 – 30 Jahren eine Erinnerungskiste in denen sie Holzfeuer riechen und sich an besondere Weihnachtsmänner in der Straßenbahn erinnern und an eine Oma, bei der es sooo gut roch …

    ich habe übrigens auch eine beste Freundin, die Jürgen heißt 😉

    hab einen feinen Tag, ich freue mich schon auf morgen, auf dein 5. Türchen
    herzliche Grüße
    Ulli

  4. Dina sagt:

    Dir ebenfalls eine sinnliche Zeit, Emil!
    Mit lieben Grüßen
    Dina

  5. Gabi sagt:

    Deine Erinnerungen klingen sehr romantisch. Solche Erinnerungen – an Holzfeuer und so – hab ich leider nicht. Ich war ein richtiges Stadtkind. Erst als Erwachsene durfte ich Holzfeuer (in abgemildeter Form) erleben.

    • Der Emil sagt:

      Ich bin – naja, DDR war etwas anderes, wer da nicht im Platten-Neubau wohnte, kannte die Ofenheizung. Und mit der Platte ging es auch erst 65 oder noch später los.

  6. nextkabinett sagt:

    Schön, dass Halle seiner finnischer Partnerstadt vorweihnachtlichen Raum gibt. Das gefällt mir sehr. Daran könnte man sich in Frankfurt einige Scheiben abschneiden. Dieses Jahr empfinde ich den Weihnachtsmarkt hier als besonders stimmungslos, denn er ist quasi um mehrere Großbaustellen herum gebaut. Stimmungsvoll ist das allenfalls nach Einbruch der Dunkelheit.

    Flammlachs habe ich noch nie gegessen, das erinnert an den bayerischen Stockerlfisch. Schmeckt bestimmt richtig lecker.

    Holzfeuer im Badeofen und im Küchenherd … daran erinnere ich mich auch …

    • Der Emil sagt:

      Flammlachs … Das ist gebeitzter Lachs, der an der Flamme nochmal recht kühl und kurz geräuchert wird. Aber er ist wirklich lecker.

  7. Gudrun sagt:

    Und, wirst du den Satz aufsagen? Für uns könntest du es schon mal machen.
    Ich erinnere mich immer gern an den alten Küchenofen meiner Oma. Da in ihm immer ein Feuerchen knisterte gab es auch auf und im Ofen immer etwas Feines. Geröstetes Brot mit Griebenfett! Lecker. Heute weiß ich, dass das Brot geröstet wurde, welches nicht mehr so schön frisch war. Bei meiner Oma wurde eben nichts weggeworfen. In der Backröhre wartete oft ein Bratapfel auf mich. Oder Backpflaumen. Ich war gern bei meiner Oma.
    Liebe Grüße von nebenan,
    leider ohne Badeofen und Holzfeuermöglichkeit, aber mit Bratapfel.

  8. Chaoskatze sagt:

    oooooh…. ich bin so gerührt…

  9. castagir sagt:

    Toll, wenn es bei Euch noch so etwas gibt. Hier, wo der weltberühmte Christkindlesmarkt für Touris ist – kommt man sich eher vor wie auf einem hundsnormalen Trodelmarkt, auf dem alle aus irgendeinem Grund Weihnachtsmannmützen tragen. Und es riecht nach Glühwein. Überall.

    • Der Emil sagt:

      Zwei Meter weg vom Feuerkorb riecht’s nach Glögi. Und ein Stück weiter nach heißem Met. Der ist echt Spitze.

      • castagir sagt:

        Hier muss man um die Kirche rum, da stehen dann die Buden von den Partnerstädten. Wissen die Touris aber zum Glück nicht. Teilweise recht fragwürdiges Zeug, aber die Schotten haben jedes Jahr „Toddy“. Und ich muss jedes Jahr mit dem Taxi heimfahren.

  10. Karl sagt:

    Ach, Holzgeruch. Das Holz als solches, bei und nach der Verarbeitung und, natürlich auch wenn es brennt. Auch bei mir ist das der Späneofen in der Schreinerwerkstat meines Vaters (und Großvaters). Manchmal waren es „sortenreine“ Späne, und dann konnte man riechen, wie unterschiedlich die verschiedenen Hölzer rochen, als Späne und wenn sie brannten.

    Die harzreiche Kiefer und Tanne (eher selten), die oft verwendete Buche und hin und wieder auch Eiche (die riecht bei der Bearbeitung auch gut, ich finde man „riecht“, dass das ein hartes Holz ist) und selten auch mal Teak. …

    • Der Emil sagt:

      Oder Obstgehölze, Linde …

      Hey, so’n Späneofen möcht ich nochmal erleben!

      • Karl sagt:

        Ich glaube, den würde einem heute die Gewerbeaufsicht, der Schornsteinfeger oder die Berufsgenossenschaft stilllegen, leider.

        • Der Emil sagt:

          Und all das im Namen des „Fortschritts“. Oh ja, wir sind einige Schritte fort von einem vernünftigen Leben.

          • Gabi sagt:

            Erst durch den Kommentar von Karl ist mir wieder die Tischlerwerkstatt (Schreinerwerkstatt) meines Großvaters in den Sinn gekommen und dass ich somit auf jeden Fall den für mich angenehm empfindenden Holzgeruch und natürlich auch den Ofen, wo eben Holzspände usw. verbrannt wurden, kenne. Ich habe ja einige Jahre bei meinen Großeltern gelebt. Ich frage mich nur, wieso ich darauf vergessen hatte, als ich schrieb, dass ich Holzfeuer in meiner „Stadtkindheit“ nicht erlebt hatte, obwohl ich die Werkstatt mit allem Drum und Dran ja in positiver Erinnerung habe.
            LG Gabi

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