Überraschend unangenehm berührt
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Das kennen Sie doch: Ein Tag, den man aus dem Kalender streichen möchte. Das Wetter ohnehin, es ist keins. Aber vor allem das Grau in einem selber: kein bißchen Farbe! Die Arbeit: Hat es überhaupt Sinn, was man da tut? Hat man seinen Beruf verfehlt? Vergebliches Leben, so als kosmischer Staub. Der Himmel ist zu, vielleicht überhaupt leer. Die Welt: ein Puzzle, in dem nur das Schlimme zusammenpaßt. Man ist versucht, ins Bett zu kriechen, sich die Decke über den Kopf zu ziehen, aber selbst das würde nicht helfen.
Joachim Dachsel: Zwischen Hammer und Nagel. Miniaturen und Feuilletons.
Evangelische Verlagsanstalt Berlin GmbH Berlin 1988. S. 30
Printed in the German Democratic Republic. ISBN 3-374-00557-8
“Und ob ich das kenne!” So schrie ich gestern das Buch an. “Aber jetzt ist kein solcher Tag. Draußen wird es sonnig – und vielleicht verschwindet auch diese unerträgliche Schwüle noch rechtzeitig vor Sonnenuntergeng!”
Dabei habe ich doch nur nach Texten für Freitag gesucht, für den Buchfink. Daß mir gerade dieses Buch, dieser Textanfang dabei solche Bauchschmerzen macht!? Ja, ich erinnere mich nur zu gut an zu viele solcher Tage. Aber die sind doch hoffentlich vorbei?
Nein? Sie können wiederkommen, diese Tage? Und ich sollte darauf vorbereitet sein? Klar, das bin ich. Und jetzt bin ich es richtig. Zumindest hoffe ich, daß ich jetzt richtig darauf vorbereitet bin. Weil es Dinge gibt und Menschen, die einem an solchen Tagen helfen können.
Tätigkeit. Schaffen. Ausruhen. Rückzug. Ins Getümmel stürzen. Gespräche. Umarmungen. Schokolade. Die Lieblingslimonade. Eis. Bratwurst mit Sauerkraut.
Es muß ja nicht, wie in der zitierten Miniatur, “Sülze und Rührkuchen” sein.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 4. September 2013 war ein langes Gespräch mit einer guten Freundin.
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seufz. auf den punkt gebracht!
gut nacht 🙂
Auch ich würde diesen Tag am liebsten streichen, Gatte eröffnete mir gestern abend dass er heute einen Betriebsausflug bis 23.00 ist. Das stellt mich gewissermassen gelinde gesagt vor organisatorische Probleme…..ziemlich sogar und eigentlich bin ich ko ziemlich sogar, aber die Kollegin hat Urlaub und ich frühdienst, schnell den Kaffee runterkippen und ab ins Hamsterrad
Gutes Gelingen!
Einen großen Zettel mit all diesen Gegenmitteln an einen gut sichtbaren Platz hängen! Denn wenn einer dieser Tage kommt, kann man sich nicht wirklich sicher sein, dass sie präsent sind, bevor man doch mit über den Kopf gezogener Decke ins Bett geflüchtet ist.
Auf alle Fälle wünsche ich Dir heute einen entspannten Tag!
Liebe Grüße von Elvira
Ich hab mittleweile eine ganze Reihe solcher Hinweiszettel und -bilder
Solche „gebrauchten“ Tage outen sich meist gleich in den ersten Minuten. Dann ist man wenigstens schon darauf vorbereitet. Auch wenn es die Sache selbst nicht einfacher macht.
Nach welchen Kriterien suchst Du eigentlich die Themen für den Buchfink aus?
Nach Gusto. Und irgendwie passen die Texte dann meist zusammen. (Bücherschrank auf, greifen, greifen, greifen, blättern – gut) Ich versuche mich und die Hörer zu überraschen.
(Ich gestehe, ich habe kein Konzept, aber immer eine Idee / Ahnung, um was es gehen soll. Und dann lasse ich meinen Bauch – und nur den! – entscheiden.)
mich würde brennend interessieren was du zu michael endes der spiegel im spiegel zu sagen hast . insbesondere möchte ich dich auf eine geschichte des buches hinweisen ..
mein name ist hor
Du meinst damit die erste Geschichte, „Verzeiht mir, ich kann nicht lauter sprechen“?
Mal sehen, ob ich das heut in der Bibliothek bekomme, das Buch.
genau die … allerdings findet man die als leseprobe avch online. ist nur ein paar seiten lang.
das ganze buch heisst der spiegel im spiegel
ich mag nichttage …. ohne sie würde ich tagetage nicht wirklich zu würdigen wissen
Diese „Nichttage“ gibt es nunmal leider. Das Gute daran, auch sie gehen vorüber.
LG Gabi