Selbstfindungstext
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Erstmal muß ich einen kleinen Erfolg vermelden. Seit zwei Wochen schaffe ich es, tatsächlich täglich zu notieren, was ich alles treibe den lieben langen Tag lang. Damit habe ich einen ersten Überblick darüber, wo meine Zeit bleibt. Täglich nutze ich so etwa 30 Minuten kurz nach dem Aufwachen für erste Notizen. Andere nennen sie “Morgenseiten” oder “Traumtagebuch”. Irgendwie fürchte ich mich davor, diesen Schreibereien einen Namen zu geben. Vielleicht habe ich auch nur noch nicht die richtige Bezeichnung dafür gefunden.
Allerdings kann ich – direkt nach dem Wachwerden, noch vor dem Kaffee (meist sogar wieder auf der Couch liegend) – Sachen einfach so runterschreiben. Nicht jeden Tag. Jedenfalls nicht jeden Tag etwas, das ich veröffentlichen mag. Aber was ich auch schreibe: Es kommt aus mir. Ob ich einen Traum notiere, ob ich in Erinnerungen schwelge, ob ich phantasiere, ob ich plane: Ich entäußere mich einer Last oder einer Unklarheit oder eines Schmerzes?
Egal. Jedenfalls kommt da etwas aus mir heraus. Zu einer Zeit, da ich das nie, nie vermutet hätte. Dank dieser Regelmäßigkeit, dieses Hauchs einer Tagesstruktur, die ich noch ausbauen muß. Eine Art Stundenplan, den ich mir selbst geben sollte, um besser? – anders! “arbeiten” zu können. Struktur – mehr Struktur als jetzt – ist auch notwendig, um besser mit mir selbst umgehen zu können.
Wer weiß, vielleicht entwickelt sich aus diesem bisher vierzehntägigen Erfolg etwas ähnliches wie aus dem täglichen Bloggen. Schlecht fände ich das nicht. Nein, ich weiß noch nicht, wie ich das fände, wenn es so werden würde …
(Seltsam, daß ich hier gerade diese beiden Worte “Struktur” und “Arbeit” zusammenführe.)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 3. September 2013 war die Überraschung über die gelungene Verschwörungstheorie beim Schneiden von Jojo.
© 2013 – Der Emil. Der Text steht unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
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Nun ja … Struktur und Arbeit haben viel miteinander zu tun. Ich finde es logisch, dass sie den Weg zueinander gefunden haben. Und dass Du es bereits seit 14 Tagen durchhältst, finde ich klasse! Ob ich das auch mal versuche? Mal sehen. Interessant wäre es in jedem Fall!
ja, diese zwei wörter sind mir auch aufgefallen. strukturen helfen uns, innen und aussen zu synchronisieren und mit dem täglich neuen klarzukommen. sie sind für mich die wege im tagesdschungel.
ich freu mich mit über deinen erfolg und gratuliere herzlich.
Irgendwann blieb bei mir so etwas wie Struktur-Arbeitsprogramm hängen. Das war allerdings in einem eher negativ besetzen Zusammenhang.
Strukturen können hilfreiche Gerüste sein. Sie sollten aber den persönlichen Raum nicht zwanghaft einengen. Mir scheint, Du hast eine gute Balance gefunden.
Liebe Grüße von Elvira
Ich schreibe auch seit einigen Jahren meine sog. „Morgenseiten“ oder wie immer ich sie auch bezeichne. Mittlerweile kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie es ohne geht. Sie geben mir und meinen Tag und damit auch meinem Leben – neben einigen anderen sehr gute Dingen – tatsächlich eine Struktur – für mich Struktur im positiven Sinn. Bin auf Deine Erfahrungen gespannt. Liebe Grüße Leonie
Lieber Emil,
ich freue mich mit Dir, dass Du diesen neuen Weg wohl für Dich gefunden hast, zusätzlich zum Bloggen, Notizen des Tages für Dich aufzuschreiben …
Ich kenne das von vielen kreativen Menschen, auch dm geht eigentlich nie ohne sein Notizheft aus dem Haus. Ich glaube tatsächlich, dass es hilfreich sein kann und gut tut, sich selbst, die eigenen Gedanken und Vorstellungen zu notieren, und so auch wieder zu reflektieren.
„Struktur und Arbeit“ tauchen als Begriffe auch in den Kommentaren auf.
Und ich denke ganz automatisch an den Blog von Herrndorf: „Arbeit und Struktur“.
Verrückt, manchmal.
Herzliche Grüße von uns, mb