Wie narkotisiert (Nº 224)

Sonntagsdämmerung

To get a Google translation use this link.

 

05.23 Uhr. Mitten in der Dämmerung wurde ich wach, die Luft war frisch, es war kühl. Im Bad erledigte ich, was notwendig war, dann verkroch ich mich wieder unter der Decke. Ein paar Zeilen in der Kladde notiert. Ah, das Radio schaltete ich noch ein, leise lies ich mich von den Stimmen wieder in den Schlaf begleiten.

07.41 Uhr. Wieder bin ich wach, es ist hell draußen. Ich sorge für Zugluft. Die Wohnungstür stand nun einen Spalt offen, mit einen Schuh und einem Stock “gesichert” vor zufallen und aufgedrücktwerden. Aber richtig wach fühlte ich mich nicht. Beim Blick in den PC schlief ich wohl wieder ein.

08.55 Uhr. Es war Zeit, mir einen Kaffee zu kochen. Und es war Zeit für meine Sonntagmorgenfernsehsendung. Ehrlich, die versuche ich an keinem Sonntag zu verpassen. Sonntags um neun ist es bei mir Zeit für “Sonntags” im ZDF. Außerdem wurden die Fenster und die Tür geschlossen. Die Vögel durften ihr Nachtquartier verlassen. Auch mit einer Tasse frischen Kaffees schaffte ich das Wachbleiben nicht.

12.45 Uhr. Wieder wurde ich nicht ganz wach. Wenigsten hatte ich den Fernseher irgendwie ausgeschaltet. Am Tisch stellte ich fest, daß auf dem Brot ein Pferd unterwegs ist. Na gut, im Frost war noch ein wenig Toast. Honig drauf und Kirschmarmelade. Die Pillen hatte ich schon um neun genommen. Jetzt machte ich den Abwasch, danach wurde gelesen – im Netz und im Buch.

15.00 Uhr. Zeit für einen Mittagsschlaf. Der wurde ausgedehnt ganz nach Bedarf und unterbrochen nach Gusto. Einen Kopf Weißkohl hab ich mir zu Krautsalat verarbeitet. Das war das Essen für den Rest des Tages. Ohne auf die Uhr zu sehen stieg ich in die Wanne, in der ich auch wieder wegdämmerte. Woher nur kam diese Müdigkeit, die Schlaffheit … Vielleicht hole ich nur Schlaf nach aus der Zeit der tropischen Nächte.

Ab da achtete ich nicht mehr auf die Zeit. Ich lümmelte auf der Couch und auf dem Fußboden vorm PC herum, den ganzen Nachmittag und Abend. Lustlos. Meinen Krautsalat aß ich etappenweise, auch der Kaffee war irgendwann ausgetrunken. Niemand rief an, niemand nervte. Ich war nicht einmal draußen …

23.00 Uhr. Fauler Sonntag. Blogtext fertig. Planen für viertel eins. Vögel sind im Nachtquartier, Fenster offen. Decke übern Kopf. In den nächsten 90 Minuten wird der PC leise Wunschmusik spielen. Vielleicht, nein, so müde, wie ich heute bin: sicher schlafe ich vor Mitternacht schonwieder.

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. August 2013 war das ungetriebene Dahindämmern.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

224 / 365 (WP-count: 447 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, One Post a Day, postaday2013 #oneaday abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Wie narkotisiert (Nº 224)

  1. nextkabinett sagt:

    Ach, das ist das Wetter. Ich habe heute auch einen Mittagsschlaf eingelegt. Tief und fest geschlafen … Heute waren alle kaputt …

  2. irgendlink sagt:

    Gar nicht draußen?
    Find ich gut, die Dokumentation.

  3. Mir ging es ähnlich … Ich habe etappenweise geschlafen, immer wieder, zwischendurch war ich nur müde und schlapp. Wahrscheinlich holt sich wirklich der Körper jetzt die Erholung, die er braucht nach dieser furchtbaren Hitze. Aber es ist doch auch herrlich, endlich wieder schlafen zu können, nicht wahr?

  4. Sofasophia sagt:

    so was kenn ich leider nicht. das würde mir auch mal gut tun. sich einfach von schlaf umspülen lassen. mehr lassen, weniger tun!
    danke fürs teilen!

  5. Das war ja fast mein Samstag. Der bestand auch die meiste Zeit aus schlafen.

  6. Gudrun sagt:

    Ich war gestern in einer Führung mit dem Salzhändler auf das Gradierwerk in Bad Dürrenberg gekraxelt. Einen herrlichen Ausblick hatte man am Abend. Ganz winzig in der Ferne sah man die Hochhäuser von Halle Neustadt. „Ob Emil zu Hause ist?“, ging mir noch durch den Kopf. 🙂
    Das salzhaltige Mineralwasser aus Bad Bürrenberg und die Salzbonbons schmecken übrigens gar nicht so sclecht.

  7. Brigitte sagt:

    Genau so geht es mir heute. Bin gestern abend schon vor der Flimmerkiste eingepennt und werde auch heute nicht wach. Im Kopf st es irgendwie dumpf und leer. Ich denke, es ist der Wetterumschwung und dass man eben bei diesen Temperaturen jetzt viel besser schlafen kann, eben doch Nachholeffekt.
    Tschüssi Brigitte

  8. Gabi sagt:

    Ach so Tage kenne ich, wo ich tagsüber überhaupt nicht in die Gänge komme. Bei mir ist es dann aber meist ärgerlichetweise so, dass ich zwischen 22 Uhr und Mitternacht wieder munter und fit werde.
    LG Gabi

Antworte auf den Kommentar von Sofasophia Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert