Trigger, Schlüsselworte, Schubladen (Nº 218)

Und natürlich Spielerei mit Sprache

To get a Google translation use this link.

 

Ich weiß, ich bin mit diesem Thema sehr spät dran. Bomben sind nunmal etwas, auf das ich – wie auch auf Milzbrand – nicht mit einem Dshihad antworte.

Und als ich den Fahrer des LKW endlich erreichte, sagte er am Telefon nur “Bin Laden”.

Schon als Kind habe ich am liebsten die Amerikaner vernichtet, die unser Nachbar, ein Bäcker, immer im Angebot hatte: meist aß ich gleich zwei davon. Dieser luftige Teig mit der nach Zitrone und Butter schmeckenden Zuckerglasur darauf …

Einen Schnellkochtopf besitze ich ja auch, sogar zwei. Ich möchte ja Ersatz haben, wenn einer davon einmal explodiert! (Danach muß ich ganz bestimmt auch meine Küche renovieren – vielleicht helfen mir ein paar Freunde dabei? Vor Wochen fragte ich deshalb schon einm al Kaida antwortete der aber einfach nicht.)

Meinen Verbrauch an Pflaumen Muslim itierte ich jetzt auch, ich kaufe mir nur noch ein Glas im Monat. Über fehlenden Kand Islam entiere ich jedenfalls nicht mehr, davon habe ich wieder genug zuhause.

Ach so, ihr fragt euch jetzt, was das hier soll?

Wenn – und davon gehe ich aus – nur Computerprogramme die Kommunikation überwachen und anhand von Stichwortlisten “potentielle Gefährder” identifizieren, dann sollte ich jetzt spätestens in deren Visier geraten sein. Und auch in die entsprechenden Schubladen eingeordnet.

Und wenn alle Computernutzer und Telefonierer ständig einige der Schlüsselwörter nutzen: Führt das nicht das gesamte Überwachungssystem ad absurdum? Vielleicht sogar zur Überlastung und zum Zusammenbruch?

Mir paßt es nicht, das ich so überwacht werden. Viel weitreichender überwacht werde, als es je zu DDR-Zeiten möglich gewesen wäre – dabei ist doch die “Stasi” von damals der Inbegriff der Überwachung geworden. Heute geht das viel besser; ohne Verdacht, ohne Anlaß, ohne Ausnahme.

Und wer weiß: Vielleicht beziehen Schufa und Creditreform und Bürgel ihre Daten zur Ermittlung der Kreditwürdigkeit eines deutschen Verbrauchers ja zumindest teilweise von PRISM und TEMPORA und XKEYSCORE? In diesem Falle ist mir soeben etwas sehr klar geworden …

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. August 2013 waren die Kühle (24 °C) am Morgen und ein leckerer Tomatensalat am Abend.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

218 / 365 (WP-count: 392 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Gedachtes, One Post a Day, postaday2013 #oneaday abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Trigger, Schlüsselworte, Schubladen (Nº 218)

  1. Gudrun sagt:

    Au Weia! Wenn da mal nicht der Staatsschutz klingelt. 🙂
    Da gibt es ja die Zeichnung von der älteren Dame, die all die Reizwoerte ins Telefon brüllt und dann ruft: „Jürgen, nun geh schon ran! Hier ist deine Mutti.“
    Hast Recht, lieber Emil. Um Terrorabwehr geht es hier nicht.

    • Der Emil sagt:

      Und „wenn der Staatsschutz dreimal klingelt“, dann bitte ich die Herren und Damen freundlich herein. Nein, sie müsen bei mir nicht stürmen. Ich koch ihnen sogar einen Kaffee.

      Und dann verlange ich, daß sie endlich ihre Arbeit tun: Den Staat schützen.

      Denn was ist der Staat? Wikipedia sagt: “Im weitesten Sinn bezeichnet er eine politische Ordnung, in der einer bestimmten Gruppe, Organisation oder Institution eine privilegierte Stellung (nach Ansicht einiger bei der Ausübung von Macht, nach Ansicht anderer für die Entfaltung des Einzelnen und der Gesellschaft) zukommt.” Nun, dann sollen sie mal wenigstens das diese politische Ordnung sichernde Grundgesetz (und damit genau diesen Staat!) schützen – und durchsetzen helfen – und die ständigen Verletzungen der Grundrechte der Bürger ahnden.

  2. Sofasophia sagt:

    herrlich schräg gesponnen, der text. ich teile auch deine empörung gegen die omnipräsente überwachung. die schattenseite des internet. obwohl ich nichts zu verbergen habe, ist es mir unheimlich.

    • Der Emil sagt:

      Und es stimmt ja nicht, daß Du nichts zu verbergen hast. Oder: Selbst wenn das stimmen würde, könnten andere aus all den vielen über Dich bekannten Einzelheiten Sachverhalte verknüpfen, die nicht zutreffend sind, aber kompromittierend, diskreditierend usw. usf.

      Die Gedankenpolizei ist nicht mehr weit. Können Menschen für Taten, die sie nicht konkret planen oder ausgeführt haben, bestraft werden? Sollten sie?

    • Frau Momo sagt:

      Du hast eine Menge zu verbergen…. aber genau das ist der Irrglaube, dem viele unterliegen. Nach dem Motto, solange ich keine Straftaten begehe, habe ich nichts zu verbergen.

  3. Elvira sagt:

    Eine neue Spielebox ohne Ausschaltmöglichkeit, die Videokamera läuft permanent. Ein neues Smartphone mit Sprachsteuerung (in Planung), das Mikrophon im 24-Stunden-Modus. Glaub mir, die Teile finden ihre Kunden. Spielerische Dauerüberwachung.
    Die ganze Kritik, die ich jetzt so höre, verwundert mich allerdings ein bisschen. Denn wirklich neu ist das alles nicht. Mich wundert allerdings, dass nicht Millionen Menschen auf die Straße gehen oder Aktionen planen, um ihre Solidarität mit Assange, Manning und Snowden zu bekunden. Ganz besonders was Manning betrifft, bin ich entsetzt. Da deckt ein junger Mann kriminelle Einsätze der USA auf, denn anders kann ich das gezielte Töten von Zivilisten nicht nennen, und nicht die Täter sondern der couragierte Soldat wird bestraft und seines Lebens beraubt (was anderes ist lebenslange Haft?).
    Ich glaube nicht, dass die massenhafte Verwendung bestimmter Schlüsselworte den Überwachungssystemen Schwierigkeiten bereiten würde. Notfalls gibt es massenweise nächtliche Stürmungen ganz harmloser Haushalte (wie einem Bekannten meines Sohnes – Andrej Holm – geschehen).

    • Der Emil sagt:

      Die Geschichte um Holm habe ich erst vor kurzem wieder gehört (bei Corax). Bezeichnend für diesen ganzen Wahnsinn nenne ich sie.

      Bradley Manning ist – bzw. die Vorgänge um Bradley Manning sind der Grund, weshalb Edward Snowden eben nicht auf die USA-Justiz vertrauen kann. Der Innenminister der BRD hat wahrscheinlich nichts von diesem Prozeß gehört oder gelesen, sonst hätte er dem Asylersuchen wohl stattgeben müssen …

      Dieser ganze Filz und Sumpf kotzt mich einfach nur noch an, so sehr, daß ich es nichteinmal mehr schaffe, mich dazu vernünftig zu äußern vor lauter Wut und Zorn und Abscheu.

  4. Klickmomente sagt:

    ; – ) !!!!!!!!!!!!!!

  5. wildganss sagt:

    Manchmal finde ich, bist du ein Kind, lieber Emil…ich auch, durchaus positiv gemeint!

    • Der Emil sagt:

      Eines meiner Vorbilder wäre – wenn ich sie denn als Kind schon hätte kennen können – ganz bestimmt die Kindliche Kaiserin gewesen.

      Ist kindlich sein manchmal nicht die einzig mögliche, einzig angemessene Reaktion?

  6. Frau Momo sagt:

    „Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.“
    Ernst Benda, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.

Antworte auf den Kommentar von wildganss Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert