Kulturloge (Nº 144)

Wieder eine Idee

To get a Google translation use this link.

 

Es ist schon eine ganze Weile her, daß ich über die Kulturloge las. Der «Deutsche Kulturrat» – ich ahnte nur ganz vage, daß dieses Gremium existiert – gibt eine Zeitschrift Politik und Kultur heraus, die als PDF heruntergeladen werden kann. In der von mir als erstes gelesenen Ausgabe 02/2013 fand ich in der Beilage «Kultur bildet» den davon berichtenden Beitrag.

Was soll ich sagen? In Leipzig gibt es zwar eine Kulturloge, allerdings gibt es da irgendwelche Konflikte mit dem Bundesverband. In Weißenfels und Naumburg gibt es eine Kulturloge, die über die Tafel organisiert ist. In Halle (Saale) gibt es keine Kulturloge.

Dabei ist Halle (Saale) doch die Kulturstadt in Sachsen-Anhalt? Gerade jetzt finden die «Händels Open» statt, und kurz danach ehrt die Händelstadt den Komponisten mit den «Händel-Festspielen». Andere kulturelle Höhepunkte sind «Women in Jazz» und das «Internationale Kinderchorfestival».

Ein Opernhaus, das Neue Theater mit Thalia-Theater und Puppentheater, mehrere kleinere Theater, das Steintor-Varieté als ältestes seiner Art in der gesamten Bundesrepublik, die Händelhalle, viele Museen und viele kulturelle Veranstaltung jeglicher Couleur gibt es hier in der Stadt. Und wie oft wird geklagt, daß zu wenig Menschen die Ereignisse besuchen?

Warum soll es also nicht möglich sein, daß auch hier in Halle nicht verkaufte Karten verschenkt werden? Ich weiß durchaus um die Kritik am System «Tafel»: Aber wäre es nicht zumindest übergangsweise möglich, auf diesem Wege einigen Menschen Kultur zuteilwerden zu lassen? Oder: Die BÜRGER.STIFTUNG.HALLE geht mit ihrer Initiative Max geht in die Oper bei einem ähnlichen Ziel einen anderen Weg, den der Patenschaften.

Aber bei dieser Bürgerstiftung könnte auch die Kulturloge angesiedelt werden. Mit Unterstützung durch die Freiwilligenagentur Halle-Saalkreis e.V. zum Beispiel … Und Kulturgäste können alle diejenigen werden, die einen Halle-Paß haben (in dessen Vergünstigungen dann auch die “Teilnahme” an der Kulturloge aufgenommen werden könnte) …

Mein Problem dabei ist jetzt: Bisher weiß nur ich von meiner Idee … und ich weiß nicht, ob ich diese, meine Idee weiterreichen kann. Ob ich den Mut finde, bei der Bürgerstiftung, bei der Stadt, bei den Veranstaltern, den Einrichtungen diese Idee zumindest vorzustellen.

So geht es mir oft: große Ideen, viele Ideen – aber der Mut zum Anstoßen oder Anfangen, der fehlt. Was meint ihr, liebe Leserinnen und Leser: Ist diese Idee umsetzbar, wenn ich versuche, sie anzustoßen? Ja, wenn ich es nicht versuche, versucht es vielleicht niemand. Also was bleibt mir wohl anderes übrig …

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 23. Mai 2013 waren das endlich hinterlegte Buch für die “Nachtrauscherinnen” und der Mut, meine Idee einmal zu formulieren (vielleicht geht dieser Text nächste Woche leicht abgewandelt als Brief an einige der genannten Einrichtungen).

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

144 / 365 (WP-count: 479 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Gedachtes, Geschriebenes, One Post a Day, postaday2013 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Kulturloge (Nº 144)

  1. Gudrun sagt:

    Fang an, lieber Emil. Stell deine Idee vor. Kulturelle Teilhabe ist ein lohnenswertes Ziel, weil es eben nicht für jeden möglich ist. Vielleicht sind mal wieder alle mit sich selbst beschäftigt und hören dir nicht richtig zu. Dann erzähl es nochmal, diesmal etwas lauter. Du hast schließlich gute Argumente.
    (Ich wusste bisher nichts von Problemen in Leipzig.)

  2. Emil du hast eine Idee geboren,
    deren du weiterhin Aufmerksamkeit schenken wirst ….(solltest)!
    Alles Liebe dir mit Herz & viel Segen!
    M.M.

  3. Sofasophia sagt:

    mach das! die idee ist klasse und wird auch – ähnlich – zum teil in der schweiz praktiziert. in bern heisst es „kultur-legi“.
    da tust du vielen etwas gutes, wenn du das anstösst! vielleicht suchst du vorher ein paar verbündete die mitunterschreiben?
    ich drück dir die daumen!

  4. nextkabinett sagt:

    Gute Idee. Mich wundert, dass es das bei Euch noch nicht gibt. Sei’s drum, ich würde mal eine Art Kulturloge-Plan nach Art eines Business-Plans formulieren. Da würde ich auch mögliches Sponsoring und Fundraising reinpacken, also auch das Finanzielle nicht vergessen. Wenn Du das nicht alleine hinkriegen magst, ich helfe Dir gerne damit. Korrekturen usw. Des weiteren würde ich Dir empfehlen, Deine neue Kontaktbörse Radio Corax dafür zu nutzen, den ausgearbeiteten Kulturlogen-Plan dann zunächst ganz informell in verschiedenen Sendungen vorzustellen und damit eine Art Vor-Öffentlichkeit zu schaffen und dann, wenn es einmal richtig offiziell werden sollte, eine richtige Öffentlichkeit zu etablieren. Für das Informelle würde ich bei anderen Sendungen zu Gast sein und jeweils mit den Moderatoren ein Drei- bis Fünfminuten-Interview machen, in dem Du Deine Idee vorstellst usw. Dann würde ich den fertigen Kulturlogen-Plan zu den passenden Institutionen zu einem vorab vereinbarten Termin vorbei bringen und abgeben. Also, Amt für Kultur und Bildung, Jugendamt, Sozialamt, auch den Lions Club usw. mit einbeziehen. So in etwa jedenfalls …

    • Der Emil sagt:

      So ähnlich. Ich werde erstmal mit dem Projektemenschen vom Radio reden, dann mit ein paar Kunstversessenen (auch die gibts beim Radio) und mit den Ursprungsorganisatoren der Kulturloge. Mal sehen, was dabei herauskomt

  5. Xeniana sagt:

    Ja witzig da hätte ich doch fast den Angang gemacht… mit einer Karte die ich zuviel gekauft hatte für ein Event in Halle. Nun bin ich sie aber doch noch los geworden. Tolle Idee! Bin mal gespannt was draus wird:)

  6. Amelie sagt:

    Hi Emil,
    die Idee mit der Kulturloge klingt für mich total spannend und auch ich bin verwundert, dass es sowas in Halle an der Saale noch nicht gibt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
    Ich habe den Link zu Deinem heutigen Blog an meine beste Freundin weitergeleitet. Sie ist in der Bürgerstiftung sehr aktiv und im nt-Freundeskreis.
    Die einen haben super Ideen und die anderen netzwerken ein wenig . . .
    Liebe Grüße
    Amelie

    • Der Emil sagt:

      Huch! So schnell verselbständigt sich manchmal eine Idee.

      Danke erstmal.

      • Der Emil sagt:

        Öhm – vergessen: Falls jetzt diese Freundin mitliest, dann könnte sie sich hier melden. Ich würde gern mit ihr sprechen.

        Danke nochmal.

        • ophelia276 sagt:

          Hallo Der Emil, ich bin die Freundin von Amelie! Es hat etwas länger gedauert, aber meine Blog-Aktivitäten sind noch nicht so zahlreich. Ich musste erstmal meine Anmeldung wieder reaktivieren, ohne Anmeldung kann man nicht Antworten. Durch das Hochwasser ist nun außerdem noch alles durcheinandergeraten…
          Hast du denn schon mit den möglichen Beteiligten Kontakt aufnehmen können? Wie Amelie schon sagte, habe ich Kontakt zur Bürgerstiftung (Max geht in die Oper) ich würde dort dann auch mal vorsprechen zu dem Thema, wird aber sicher noch ein paar Tage dauern… 🙁
          Soweit erst mal, beste Grüße
          Ophelia

  7. Lieber Emil,

    gerade als Vertreter der Kulturloge Marburg freuen wir uns, welcher Beliebtheit sich das hier entstandene Konzept erfreut, wie schnell es sich bisher verbreitet hat und wie viele Anhänger die Idee findet. In Deutschland wissen wir, dass die Freiwilligenagentur Halle das Projekt kennt und aus der Bevölkerung schon einige Anfragen an den Bundesverband zwecks Gründung einer Kulturloge in Halle eingegangen sind. Die Initiatoren freuen sich bestimmt auch über Deine tatkräftige Unterstützung. Von der Umsetzbarkeit der Idee zeugt die Vielzahl der Kulturlogen, die seit 2010 entstanden sind sowie die vielen Auszeichnungen, die das Konzept erhalten hat. Sein Herzstück sind die Grundsätze, die in monatelanger Überlegungszeit erarbeitet wurden und an die der markenrechtlich geschützte Name „Kulturloge“ gebunden ist. Jede sich neu gründende Kulturloge, die Namen und Markenrechte anfragt, kann mit der bestmöglichen Unterstützung durch den Bundesverband rechnen.
    Leider gibt es einige Initiativen, die die grundlegende Idee (was uns freut) und den Namen übernommen haben, den Namen beim Bundesverband aber nicht angefragt haben und die Grundsätze nicht in Gänze einhalten: http://www.kulturloge.de/kulturlogen-/kulturlogen-in.html
    Um zu garantieren, dass das ausgezeichnete und zertifizierte Konzept „Kulturloge“ unter diesem Namen auch tatsächlich durchgeführt wird, ist es unerlässlich, dass sich der Bundesverband für die ausnahmslose Einhaltung der Grundsätze und den Schutz des Namens einsetzt. Hier scheint es gerade in der öffentlichen Diskussion noch bedauernswerte Missverständnisse zu geben.

    Alles Gute für die Kulturloge in Halle an der Saale und viel Tatkraft
    wünscht die Kulturloge Marburg

    • Der Emil sagt:

      Vielen Dank für diese Wortmeldung.

      Da lag ich mit meinem Plan, Freiwilligenagentur, Bürgerstiftung Halle, Kulturloge.de als erstes anzusprechen, ja nicht so falsch 🙂

      So werde ich ja sehen und erfahren, wie weit da schon irgendetwas gediehen ist und wie und was ich dazu beitragen kann.

  8. druckstelle sagt:

    Hallo Emil! Ich finde die Idee super. Du hältst uns doch bestimmt auf dem Laufenden, was in Halle draus geworden ist… Würde an dieser Stelle vielleicht auch noch gar nicht aufgeben. Vielleicht ja doch nochmal nachfragen? Oder ist es tatsächlich schon in vollem Gang?
    Liebe Grüße ganz in die Nähe meiner Heimat
    Franziska

  9. Eva-Maria Glathe-Braun sagt:

    Hallo Emil, klar ist das eine Super Idee und ich kann Dich nur bestärken da weiter zu machen. Wir haben hier in Ulm im Herbst begonnen Pläne zu schmieden und konnten im März den Verein Kulturloge Ulm / Neu-Ulm / Alb-Donau-Kreis gründen. Wir haben in der Gründungsphase Kontakt zu den sozialen und Kultureinrichtungen die es in Ulm und um Ulm herum gibt zu knüpfen und gerade die kulturellen Einrichtungen der Stadt waren von Anfang an begeisterte Partner und stellen jeden Monat mindestens 100 Eintrittskarten zur Verfügung. Also es wächst und gedeiht. Natürlich ist da auch sehr viel organisatorische Arbeit von Nöten, über die wir uns, falls Du möchtest gerne telefonisch austauschen können. Zwar stehe ich der „Vertafelung“ unsere Gesellschaft auch kritisch gegenüber und hoffe darauf, dass wir diese bald nicht mehr nötig haben. Doch solange die Dinge so sind, wie sie sind, ist die Kulturloge eine wundervolle Sache, um allen Menschen die Teilhabe an Kultur zu ermöglichen. Da ich selbst im künstlerischen Bereich arbeite, weiß ich auch, wie sehr gerade die Künstler unsere Arbeit schätzen, da sie lieber eine Vorstellung die gut besucht ist haben und da wir durch unsere Arbeit die Solidarität in unserer Gesellschaft stärken.
    außerdem kann ich Dir empfehlen, Dich auch an die Leipziger Kulturloge zu wenden sie macht hervorragende Arbeit. Den Konflikt zwischen der Arbeitsgemeinschaft und dem Bundesverband finde ich eher kontraproduktiv, da er der Sache schadet. Da Du ja, wie ich sehe bereits die Kontaktdaten des Bundesverbans hast, möchte ich Dir auch die Kontaktdaten der Arbeitsgemeinschaft der Kulturlogen schicken, deren Arbeit auch sehr gut ist und auf deren Seite Du sicherlich viele wertvolle Tipps findest, sie lautet http://www.kulturlogen-deutschland.de/
    Auf dieser Seite findest Du auch ein Forum, in dem wichtige Fragen z.B. auch über die Gründung einer Kulturloge diskutiert werden.
    Außerdem gibt es in einigen Städten das Konzept Kultur für alle http://www.kultur-fuer-alle.net, die auch ein etwas anderes Konzept haben, aber keiner dieser Wege ist richtig oder falsch, alle machen sich gute Gedanken. Kultur für alle veranstaltet am 3. Juli in Stuttgart eine Fachtagung. Nun habe ich Dich aber mit Infos vollgeschüttet und hoffe, sie helfen Dir ein wenig weiter. Last but not least die Website unserer Kulturloge http://www.kulturloge-ulm.de.
    Herzliche Grüße nach Halle und Fragen sind herzlich willkommen
    Eva-Maria Glathe-Braun
    2.Vorsitzende Kulturloge Ulm/Neu-Ulm/Alb-Donau-Kreis

    • Der Emil sagt:

      Vielen Dank für diese Information.

      (Die persönlichen Daten habe ich vom Kommentar entfernt.)

      • Eva-Maria Glathe-Braun sagt:

        Die Idee das Radio Corax einzubeziehen ist auch sehr sinnvoll. Wir in Ulm haben von Anfang an auch mit einem freien Sender (Radio free FM) zusammengearbeitet, die gleich nach der Gründung eine Stunde über uns berichtet haben und uns begleiten, demnächst kommt die nächste große Sendung. Überhaupt hat uns die regionale Presse sehr gefördert. …und vor allen Dingen nicht entmutigen lassen und die regionalen Besonderheiten beachten und einfließen lassen. Halt uns auf dem Laufenden und viel Glück!

  10. Hat dies auf Kulturloge Marburg rebloggt und kommentierte:
    Wir sind gespannt, zu verfolgen, wie es hier weitergeht.

Antworte auf den Kommentar von Amelie Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert