Ende der Fastenzeit in Sicht (Nº 084)

Die letzte der Sieben Wochen

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Montag. Montag in der Karwoche. Für manche und manchen geht die Fastenzeit zuende. Sechs Wochen haben sie durchgehalten bisher und verzichtet: auf Fleisch, Fernsehen, Schokolade, Zucker überhaupt oder oder oder … In diesem Jahr habe ich – wie so oft schon bisher – wieder nicht gefastet.

Ja, ich weiß, ich sollte sowieso abnehmen; mein Bauch zeigt außerdem noch an, daß das Fett bei mir an den “bösen” Stellen sitzt. Aber auf was soll ich noch verzichten? Gut, ich muß nicht hungern, kann überleben mit dem, was mir der Staat hier zugesteht. Wenn ich es recht betrachte, dann faste ich aber schon einige Jahre.

Lohnfasten. Nicht fasten für Lohn (oder Gehalt), sondern verzichten (gezwungenermaßen) auf Lohn oder Gehalt. Immer mehr Menschen sind dabei und arbeiten für den berühmten “feuchten Händedruck”. Vielleicht noch für anerkennende Worte für das ehrenamtliche, freiwillige Engagement. Für ein dankbares Lächeln derer, denen ich so unentgeltlich helfe.

Und was macht der Staat? Betont immer wieder, wie wichtig dieses, mein ehrenamtliches Engagement ist. Stellt immer wieder heraus, daß Ehrenamtliche, Freiwillige wichtige Arbeit leisten. Klasse.

Und dann? Dann gibt es Menschen (nicht mich), die für ihre ehrenamtliche Leistung eine geringe Aufwandspauschale erhalten. Und die werden in “Maßnahmen” des Jobcenters untergebracht. An denen die Teilnahme verpflichtend ist. Bewerbungstrainings zum Beispiel. Während der “Maßnahme” kann dann das Ehrenamt nicht ausgeübt werden. Das ist ja auch nicht wichtig. Das ist ja freiwillig. Diese Menschen fallen (wo auch immer) für vier Wochen oder ein halbes Jahr aus – und werden aus dem Pool der einsetzbaren, freiwillig ehrenamtlich tätigen Personen gestrichen.

Nicht schlimm, nach der “Maßnahme” kann dann ja weitergearbeitet werden. Ja, kann. Aber: eine Aufwandsentschädigung gibt es nur für diejenigen, die lange und ununterbrochen und zuverlässig zur Verfügung standen …

Klasse, oder? Die wichtige Arbeit ist im Jobcenter (eine trotz allem! staatliche “Behörde”) nicht wichtig. Ganz im Gegenteil. Die “Maßnahme” ist viel wichtiger, weil deren Teilnehmer nicht arbeitslos sind, weil sie nicht zur Verfügung stehen für eine Vermittlung in den “ersten” Arbeitsmarkt und so aus der Arbeitslosenstatistik hreausfallen. (Auch so ein Ding: auf einem Markt darf ich doch frei verhandeln? Arbeit muß ich als ALG-II-Empfänger zu allen Bedingungen annehmen, die zumutbar sind – und das sind sehr niedrige Anforderungen, die da gestellt werden.)

Aber zurück zum Fasten.

Die Fastenzeit endet diese Woche. Es endet aber meist nicht der Verzicht auf Fleisch oder beinahe jegliche Speise, sondern der Bruch mit eigenen, liebgewordenen Gewohnheiten, der Verzicht auf mehr oder weniger angenehme Rituale. Und auch hier wird das Fastenbrechen zelebriert. In den religiösen Gemeinschaften sind das oft gemeinsame Mahlzeiten, so wie auch beim Heilfasten. Und wie ist das bei denen, die an der Aktion Sieben Wochen Ohne teilnehmen / teilnahmen? Lautet(e) das diesjährige Motto dort doch » Sieben Wochen ohne Vorsicht «. Wie wird der Verzicht auf Vorsicht beendet?

Auf die Berichte, Ergebnisse, Mitteilungen, Resümees zur diesjährigen Fastenaktion bin ich schon gespannt. Und für nächstes Jahr überlege ich jetzt schon, ob ich mich zu fasten traue.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 24. März 2013 waren Ausschlafen, leckere selbstgemachte Kartoffelpuffer und eine überaus positive Rückmeldung zum Buchfink.

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Über Der Emil

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0 Antworten zu Ende der Fastenzeit in Sicht (Nº 084)

  1. Brigitte sagt:

    Also mit Fasten ist bei mir auch nix und auch du musst dir keine Gedaken machen wegen des Bäuchleins, denn : Lieber ein bisschen Speck auf den Hüften als Magersucht im Hirn. *g*
    Tschüssi Brigitte

  2. nextkabinett sagt:

    Ja, lieber Emil. Das sehe ich genauso, ALG II-Empfänger fasten ganzjährig, haben erwiesenermaßen ohnehin die beste CO2-Bilanz usw., usw. … Da ich mich ja seit gut zwei Wochen mit Osterspeisen woanders beschäftige, die alle am Ende des Fastens während des Fastenbrechens wieder gegessen werden, mache ich mir so meine eigenen Gedanken zu diesem Thema. Diese Osterspeisen sind in der Regel sehr hochkalorisch, meistens Hefekuchen mit viel Eiern und Butter usw. Diese Rezepte sind in allen Ländern und Regionen sehr ähnlich und kommen zumeist aus der bäuerlichen Traditon. Ich denke, sie zeigen, dass die Fastenzeit immer auch was mit realem Sparen zu tun hatte. Es gab kaum noch frische Lebensmittel, man musste die Zeit bis Ostern überbrücken und die letzen Reste an qualitativen Nahrungsmittel sparte man sich für die Festtage auf. Ansonsten denke ich auch, haben die Leute nichts begriffen, wenn sie nach dem Fastenbrechen wieder ihren alten Lebensstil weiterleben … Ich empfehle, diesen Film anzuschauen … Unser täglich Brot

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