Morgens in der Notaufnahme
To get a Google translation use this link.
Wer nach einem “Nichterlebt” sucht, tut das vergeblich. Das hier ist ein unausgeschmückter Tatsachenbericht.
Am Montag vormittags saß ich in der Maßnahme, als plötzlich wieder dieser Schmerz autrat. So, als würde mir jemand das Brustbein mit aller Gewalt zusammenpressen.
Normalerweise half es mir, einfach etwas zu trinken, damit der Schmerz nach ein bis zwei Minuten wieder verschwand. Ohne großartige Untersuchungen – ich bin da eben doch Mann und verweigerte das bisher – tippten sowohl mein Hausarzt als auch ich einfach auf Krämpfe in der Speiseröhre (Ösophagusspasmus). War ja auch nicht so schlimm, paßte hervorragend zu den von mir geschilderten Symptomen, reagierte auf die dafür vorgesehenen Medikamente, ging beim Trinken immer weg, trat ein- oder zweimal im Jahr auf.
Am Montag dauerte es länger – so ungefähr zehn Minuten. Und am Dienstag früh war es ganz schlimm. Kurz nach dem Aufstehen begann es, hielt an, bis ich in der Straßenbahn saß. Am Franckeplatz kam noch dazu, daß ich das Gefühl hatte, zuwenig Luft zu bekommen. Raus aus der Bahn und rein ins direkt an der Haltestelle befindliche Krankenhaus.
Herzinfarkt? Notaufnahme! Je näher ich ber der Tür kam, desto besser ging es mir. Dann stand ich fast schmerzfrei, nur noch schwitzend und schwer atmend vor der Notaufnahme. Ich wollte Umkehren und zur Maßnahme gehen. Zu meinem Glück bemerkte mich ein Mann (einer der Ärzte, sah ich später), fragte, ob ich Hilfe bräuchte. Und obwohl ich verneinte, nahm er mich (sinngemäß: “Sie sehen nicht so aus, als könnten Sie ohne Hilfe weitermachen.”) mit hinein und packte mich in ein Behandlungszimmer.
Fingersonde, EKG, Blutdruck- und Atemfrequenzüberwachung. Blutentnahme war schwierig, weil trotz 175/110 kaum Blut aus meinen Venen zu bekommen war. Aber im ersten Test waren die Infarktmarker negativ. Das EKG war ebenfalls ziemlich unauffällig. Seit 6.30 Uhr lag ich bedeckt mit kaltem Schweiß in der Notaufnahme.
Aber mein Blutdruck blieb trotz Nitro-Spray zu hoch. Meine üblichen Pillen hatte ich immer brav genommen, und am Montag noch war morgens nur 138/85 meßbar. Aber mein Blutdruck blieb trotz Nitro-Spray zu hoch. Irgendetwas klingt nicht ganz gesund an meinem Herzen.
Nebenbei Anamnese. Und dann war es kurz nach acht. Nach zähen Verhandlungen durfte ich aufstehen und zur Toilette gehen. Danach weiterverhandelt. Zweite Blutprobe ebenfalls mit negativen Infarktmarkern. Entlassung für diesen Tag, an dem ich garantiert nicht mehr großartig untersucht werde, nur gegen Unterschift auf meine eigene Verantwortung.
Mittwoch um 8.30 Uhr habe ich stationäre Aufnahme zum Herzkatheter – wahrscheinlich müssen mir auch Stents gesetzt werden. Freitag soll ich bei komplikationslosem Verlauf wieder entlassen werden. Das will ich auch! Länger mag ich keinesfalls im Krankenhaus bleiben!
Am Dienstag (gestern!) verließ ich nach meinem Besuch in der Notaufnahme kurz vor zehn Uhr das Krankenhaus (auf eigenen Wunsch trotz ausdrücklicher Information usw.). Meine Abwesenheit von zuhause mußte ich ja irgendwie organisieren … Und nachher, um 8.30 Uhr, bin ich wieder drin. Hoffentlich nur bis Freitag, Elisabeth, Station 3 D.
Scheiße, ich hab Angst. Aber irgendwie …
Macht euch mal keine Sorgen, es geht mir gut, ich bin erstmal nur krank. Für Donnerstag und Freitag habe ich Beiträge vorbereitet, die ich im Krankenhaus dann ergänzen werde, Dann könnt ihr auch lesen, wie es mir geht.
(Und Kommentare kann ich heute wahrscheinlich nicht genehmigen – bitte geduldet euch bis Freitag. Auch mit dem Lesen wird es wahrscheinlich schwierig.)
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 18. September 2012 war der Herr, der mich einfach hineinschleppte.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).
263 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 607 words)


Ich hab die Kommentare mal eingeschaltet.
Das Schlimme hier sind die Ungewißheit und die Warterei darauf, daß etwas, wenigstens Irgendetwas passiert. Grad war ich in der KH-Kapelle und habe ruhig zu werden versucht …
Gute Idee! Ruhe abholen ist jetzt das Beste. Hoffe, Dich hat meine Nachricht schon erreicht und es ist jemand da, der oder die sich um Deine Sachen kümmern kann und dass Deine beiden Birdies gut versorgt sind. Alles wird gut!
Lieber Emil,
keep cool, das wird alles fein. Ein Glück für dich, dass die Ärzte dich dort in deiner Symptomatik erkannt haben, Stents sind eine gute Infarktprophylaxe.
Alles Gute dir, ich denke an dich und bin gespannt was du zu berichten hast. Stents einzusetzen ist heute Routine im KH, jedoch solltest du die Ratschläge befolgen und nicht vorzeitig, ohne gründliche (Nach)Untersuchungen das Haus verlassen.
Baldige Genesung
mit lieben Grüßen
Dina
Emil, Menschenskinder! Lass die Ärtzte jetzt mal machen. Zweimal in meinem Leben hatte ich solche Atacken. Warum, weshalb, wieso ist nie geklärt worden. Der Blutdruck braucht eine Weile, um sich wieder zu normalisieren. Hab Geduld mit dir und deinem Körper.
Ich wollte jetzt gerade noch meckern, dass du dich aber auch immer unter Druck setzt, aber das lass ich mal. Das bekommst du später noch auf und um die Ohren. 😀
Lass bitte die Ärzte machen! (Auch wenn es dauert.)
Liebe Grüße und beste Wünsche für eine baldige Genesung
War heute Nacht schon mal hier, da konnte ich leider nichts schreiben.. ich hoffe es geht gut aus für Dich. Hab an Dich gedacht und schicke Dir ganz viel „gute Energie“!
Die Daumen bleiben fest gedrückt bis ich wieder was von Dir lesen kann.
LG und gute Besserung! Petra
Lieber Emil!
Deine Angst kann ich gut verstehen, aber bitte glaube mir: Die Untersuchung selber ist wirklich nicht schlimm, selbst wenn dabei Stents eingesetzt werden müssen. Ich weiß, ich habe gut reden, selbst musste ich noch keinen HK überstehen. Aber ich kenne ganz, ganz viele Patienten (ich arbeite ja beim Kardiologen) plus meinen Mann, die das bestätigt haben. Nur ein verschwindend geringer Anteil gab an, dass die Untersuchung unangenehm gewesen wäre.
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Du zu den Erstgenannten gehörst und wünsche Dir alle, alles Gute.
Liebe Grüße von Elvira
Mensch Emil, was macht du? Jetzt werde erst einmal gesund und lass dich aufpäppeln – ich
wünsche Dir so, dass es dir bald gesundheitlich richt gut geht.
Ich schicke Dir viele, viele gute Gedanken!
So long,
Corinna
Ich wünsche dir alles Gute und dass du schnell wieder auf die Beine kommst. LG von Rana
Lieber Emil, ich bin erschüttert. Aber sicher: das wird schon (wieder geworden sein – jetzt ist Mittwochabend).
Du hast ne tolle Stimme und singst klasse.
Stents heißt wohl doch auch Infarkt.
Lieber Emil, ich wünsche dir gute Besserung. Du weißt ja jetzt schon mehr wie heute morgen. Ich hoffe, das du heute noch zur Ruhe kamst. Alles gute. LG Gabi
oh, Emil, jetzt beruhigen wir uns erst mal wieder! Tief durch atmen, und nach dem betriebsmäßigen Wiederherstellungsprocedere wird wieder alles wird gut, oke?? liebe grüße claus
ah, 2 mal wird. bitte um berichtigung ;-))
Hallo liebe Leser/innen,
ich bin die allerallerallerbeste Freundin (so beschreibt er mich jedenfalls hier) vom Emil.
Ich möchte versuchen euch zu beruhigen, er hat keinen Stent bekommen. Als ich ihn heute besuchte konnte er schon richtig gut schimpfen und herum zetern. Unser lieber Emil ist nur echt ungeduldig und wollte schon wieder Heim. Hab ihm dafür auch schon den „Kopf gewaschen“. Also liebe Gudrun, er braucht das lass ruhig deinen Gefühlen lauf.
Ich werd mich selbstverständlich auch um Herrn Tschiep und um EhVieh kümmern. Kann sie leider nicht zu mir holen, hab noch ne Mietz, aber ich sorge für sie.
Ich vermute das sie den Emil nicht bis übers Wochenende „ertragen“ wollen.
Werde auf jedem Fall morgen wieder zu ihm fahren und ihn besuchen und euch somit versuchen auf dem Laufenden zu halten.
Auf jedem Fall bin ich überzeugt das ihm eure Genesungswünsche gut tun.
Liebe Grüße von Sabine
Dankeee Sabine.
Ganz liebe Grüße an Emil und gute Besserung. Danke für Deinen Bericht Sabine!
Alles Liebe für dich, Emil!
Gute und baldige Besserung!!
..wünscht dir Monika
ich habs heute morgen schon gelesen und war zu bewegt, um kommentieren zu können. ich hoffe, dir geht es bald wieder viel besser. du scheinst zuhause zu sein und kommentare freischalten zu können – ein gutes zeichen!?
alles alles gute wünscht soso
Neeee – die Kommentare hab ich abends an einer Internet-Zugangsmaschine (eKiosk) freigeschaltet (eine Stunde Netz für 4 €!!!). Vom Handy aus ist WordPress nämlich nicht erreichbar zur Zeit ;-(
Jetzt aber bin ich zuhause!
Solche Anstrengungen wie deine Atemnot, die gehen auf den Blutdruck. Auch die Schmerzen, die ja Angst schüren, treiben ihn an.
Ich denk an dich. Habe ja den neuen Post gelesen und bin erleichtert.
Aber mal ein wenig sich ausruhen hat auch was, so sie dich lassen….
Alles Gute für dich, ich denk an dich ♥
Bärbel
Hach! *tränchenwegwisch* (Auch, wenn ich ich wiederhole.)
Alles in Ordnung mit dem Herzen. Danke für eure lieben Wünsche – genauer Bericht morgen oder übermorgen um 00.15 Uhr.
(Und ich bin froh, wieder an meinem Rechner sitzen zu dürfen!)
Das Ganze klang ja gar nicht gut, aber nach Deiner Antwort bin ich erleichtert. Ein Hoch an den Arzt, der Dich mit ins Krankenhaus genommen hat!
LG Gabi
Pingback: Die Epze-Zahl steigt (#268) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen
Pingback: Alte Männer und ihre Krankheiten (#271) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen