Schreibfleiß (#233)

Eine Spielerei mit altertümlichen Worten

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Huch? Zuviel “Shakespeare in Love”?

 

 

Der Fleiß ist heut‘ nicht mein Besucher.
Oh nein! Die Schlaffheit hat mich übermannt
und mich aufs Chaiselongue gefesselt.
Weh mir! Nicht eine Zeil‘ hab ich geschrieben
mit diesem Stift auf diesem Blatte.
So ist der Brief noch immer nicht vollendet,
gar: nicht begonnen! Das Papier blieb leer.

An Stoff, den ich erzählen könnte,
leid ich nicht Mangel. Da hab ich genug!
Allein die Hand will nicht gehorchen:
Sie ist so schwer bei dieser schwülen Hitze.
Ich raff mich auf und geh zum Tische.
Dort steht ein Weinglas, dessen kühler Inhalt
bald mich und meine Schreibfeder bewegt.

 

 

Zuviel “Shakespeare in Love”. Glaub schon. Denn die Wortspielerei erschien beinahe an einem Stück. Nur nach dem Gang “zum Tische” hab ich mich schwergetan. Da sollte es noch nicht enden – und doch paßt es nicht mehr so ganz.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 19. August 2012 war “Shakespeare in Love”.

© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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233 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 202 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Schreibfleiß (#233)

  1. wildgans sagt:

    Von den Worten her könnte man auch Martin Luther sehen, der zum Tisch geht und seine Kasteiungsinstrumente zur Hand nimmt…um….
    Lieber nicht. (Gute Idee, das mit den alten Worten…)
    Gruß von Sonja

  2. Elvira sagt:

    Das liest sich wunderbar! Aber Du hast Recht: Die beiden letzten Zeilen heben sich etwas ab.

    …Des Weinglas´ kühler Inhalt bald
    beflügelt (meinen) Geist und führt die Feder,
    so schreib ich Liebesworte nur für sie,
    die Tag und Nacht mein Herz bewegt…

    So etwas kam mir spontan in den Sinn. Ich sah einen Mann mehr liegend denn sitzend, der an seiner Feder kaut und nach Worten sucht, vielleicht an einem Brief feilt, in dem er einem Theaterdirektor ein neues Stück anpreisen möchte, dessen Inhalt er schon im Geiste durchlebt hat. Aber die Hitze, die Schwüle – und vielleicht die Gedanken an eine Liebste – lassen ihn erlahmen. Also, Emil, ich muss sagen, Du setzt mit Deinen Texten ganze Theaterstücke in meinem Kopf in Gang!
    Liebe Grüße aus dem Hochofen Berlin!
    Elvira

    • Der Emil sagt:

      Wie ich schrieb: Alles bis auf die letzten beiden Zeilen floß in einem Schwall aus mir heraus. Es schien mir zu unfertig, und jetzt ist es nur so halb passend … Es liegt weiterhin im zu bearbeitenden Haufen.

  3. wildgans sagt:

    Vergiss es!
    Extremtexte erzeugen in Extremhitze doch ZU schräge Kommentare ….
    Sonja

  4. Der Emil sagt:

    Ach, der F.A.Z – Stiltester meint zu meinen Zeilen im Übrigen, ich schriebe wie Goethe …

  5. Gudrun sagt:

    Kann ich bitte etwas abhaben vom Wein? 😀

  6. Sofasophia sagt:

    ich find grad die letzten zwei zeilen besonders witzig. mir gefällts 🙂 (das ganze!)

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