Zusatz-Chance (#156)

Was wäre, wenn …

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So eine Hochzeit ist doch etwas Schönes, wenn man – wie ich am Sonnabend – nur Gast sein darf. Beim Plausch mit anderen Anwesenden sind immer wunderschöne Geschichtchen unterwegs, bei denen sich das Aufschreiben lohnt:

 
Zusatz-Chance

Endlich. Nachdem sie sich vor sechs Jahren kennengelernt hatten, stehen die beiden heute gemeinsam als Brautpaar vor der Standesbeamtin.

Sie war gerade in der zweiten Woche ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau beim Grünflächenamt der Stadt, als im Sanitärbereich des Dienstgebäudes ein Problem auftrat. Wie gut, daß im Amt ein Klempner beschäftigt war (und noch ist), der sich sofort darum kümmerte. Und wie gut, daß dieser auch noch so wunderbar lächelte, als sie ihm ganz spontan einen Kaffee brachte.

Ein Jahr später waren der Klempner und sie ein Paar. Nach und nach lernen sie sich und ihre Familien kennen. Sehr oft waren die zwei bei ihren Eltern auf dem Bauernhof. Sie sah seine Verwandten noch häufiger, viele sind bei der Stadt angestellt. Im Grünflächenamt, beim Bauhof, und seine Schwester arbeitet im Standesamt.

Vor dieser Schwester stehen sie als Brautpaar. Er sagte gerade ziemlich tonlos “Ja”. Und jetzt endlich darf sie ein zufriedenes, freudiges “Ja” hauchen.

Und die Standesbeamtin, die Schwester ihres Bräutigams, schaut sie jetzt ungläubig an und fragt weiter: “Hast Du Dir das wirklich gut überlegt, Ines?!”

Für enen Augenblick stehen die Herzen aller Anwesenden und vielleicht sogar die Zeit still.

 

 

Und dann lacht die Schwester los und lachend stecken sich Bräutigam und Braut die Ringe an.

 
 

 

Sicher gibt es eine Begebenheit, die ich hier verfremdet habe. Mir ist es nicht passiert, ich bin auch kein Klempner. Aber was denkt eine Hochzeitsgesellschaft in diesem Moment?

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 3. Juni 2012 waren der Regen für die Natur und für mich die Ruhe.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu Zusatz-Chance (#156)

  1. Dina sagt:

    Für einen kurzen Moment stockte mir der Atem… Schön erzählt!
    🙂

  2. Elvira sagt:

    Ich denke, in diesem klitzekleinen atemberaubenden Moment liefen bei den Anwesenden völlig unterschiedliche Filme im Zeitraffermodus ab.
    Liebe Grüße,
    Elvira

  3. Frau Momo sagt:

    Zum Glück gab es diese Pause bei unserer Trauung nicht 🙂 Und insofern widerspreche ich mal…. meine schönste Hochzeit war meine eigene und wir haben sie dann auch gleich doppelt begangen, einmal vor dem Standesamt und dann noch in der Kirche.

  4. M. sagt:

    Was ich da denken würde? Mir geht die Party flöten, wenn sie jetzt Nein sagt. Mein erster pragmatischer Gedanke!

    Komm gut in die neue Woche!

  5. Follygirl sagt:

    Halte eh nix von Hochzeitfeiern, finde ich furchtbar. (mit irgendwelchen Feierlichkeiten hätte ich niemals geheiratet!)
    Wir haben nur „JA“ gesagt und das wars.
    NIX anderes. Dafür hält das aber auch schon 32 Jahre!
    P.

  6. Tanja sagt:

    Ja, die Schwester hat Recht! Ines, überleg dir das gut! Nur als Gast fühle ich mich vor dem Traualtar wohl. Ich kenne nämlich eine Geschichte, die glücklich anfing und traurig endete. Es war als hätte man es prophezeit. Meine Worte zu meinem Dauerverlobten waren: „Ich glaube, diese Heirat ist zum scheitern verurteilt.“ Er: „Ich glaube, du hast Recht!“ Und so kam es dann auch. Selbst eine Trauung auf dem Schiff kann in die Hose gehen. Das traute Glück hat nicht lange gewährt.
    Ein Jahr später…..
    Die beiden ließen sich scheiden.
    Auf immer und ewig.

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