Buchverschenker (#073)

Zum Welttag des Buches am 23.04.2012

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Wann und wo weiß ich nicht mehr. Aber in einem der von mir abonnierten Blogs schrieb jemand von der Aktion Lesefreunde. Es war dieser Artikel bei Querbeet gelesen (Andrea). Nach kurzem Nachdenken meldete ich mich dort an. Wann bekommt jemand schonmal 30 Bücher geschenkt, um sie weiterzuverschenken?

Aus den möglichen Büchern galt es drei auszuwählen. Meine Wahl fiel auf «Die Sünde der Engel» von Charlotte Link, «Am kürzeren Ende der Sonnenallee» von Thomas Brussig und «Wunschloses Unglück» von Peter Handke. Und folgende Fragen waren zu beantworten:

 
Ort der Übergabe: an anderer Stelle: Unterschiedlich, bei pers. Besuchen UND in öff. Einrichtungen
Ihr Geschenk richtet sich an: Freunde, Bekannte, Stadtbibliothek Halle (Saale)
Warum Sie teilnehmen möchten: Es gefällt mir nicht, daß das Lesen unmodern wird. Lesen ist wichtig.
Außerdem kenne ich viele Menschen, die sich einbfach keine Bücher leisten können, aber gerne welche hätten.
Und: ich gebe und verschenke gern …
 

Vor einigen Tagen kam dann – für mich tatsächlich überraschend – eine Mail, daß ich zu den 33.333 ausgewählten Verschenkern gehöre:

 
Hiermit bestätigen wir Ihnen gern Ihre Teilnahme und möchten Ihnen mitteilen, dass Sie 30 Exemplare des Titels “Wunschloses Unglück” zum Verschenken zur Verfügung gestellt bekommen.
 

Das war nun zwar nicht das von mir favorisierte Buch, aber wie ist das mit dem geschenkten Gaul? Es ist ja trotzdem ein hochgelobtes Werk, das auch ich selbst noch nicht gelesen habe. Der zugehörige Kurztext:

 
“Unter der Rubrik VERMISCHTES stand in der Sonntagsausgabe der Kärntner »Volkszeitung« folgendes: »In der Nacht zum Samstag verübte eine 51jährige Hausfrau aus A. (Gemeinde G.) Selbstmord durch Einnehmen einer Überdosis von Schlaftabletten.« Es ist inzwischen fast sieben Wochen her, seit meine Mutter tot ist, und ich möchte mich an die Arbeit machen, bevor das Bedürfnis, über sie zu schreiben, das bei der Beerdigung so stark war, sich in die stumpfsinnige Sprachlosigkeit zurückverwandelt, mit der ich auf die Nachricht von dem Selbstmord reagierte.”
 
So beginnt die persönlichste und zugleich bekannteste Erzählung von Peter Handke, die Lebens- und Sterbensgeschichte seiner Mutter.

Quelle: Die Website der Aktion.
 

Und nun darf ich mir vom 16. bis 23. April 2012 in der naheliegenden Buchhandlung dieses Buchpaket abholen. Fünf Exemplare bekommt die Stadtbibiothek (die hat schon zwei, aber was solls), der Rest geht an Bekannte, Freunde und soziale Einrichtungen. Ach: eines behalte ich.

Ich freu mich drauf. Deshalb wohl kam das Thema auch im Denkicht mit hoch.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 12. März 2012 waren die Arbeit im Radio, die Vereinsversammlung, die erledigten Vorbereitungen für mehrere Texte.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Buchverschenker (#073)

  1. Recht hast Du mal wieder. Für viele Menschen ist der Bucherwerb ein Luxus. Das Printmedium „Buch“ verliert mehr und mehr an Bedeutung. Leider! Super Aktion

  2. Follygirl sagt:

    Eine tolle Sache!
    Irgendwie liebe ich Bücher ja schon immer, ich kann mich nicht an E-Books gewöhnen, fühlt sich nicht richtig an für mich.
    LG, Petra

  3. Na dann viel Spaß beim Lesen und Schenken!

  4. bauchundnase sagt:

    Dreißig Exemplare? Ach herrje! Viel Erfolg beim Verteilen! Und ich hoffe, du hast Freude am Lesen. Ich liebe Bücher. Mit Papier und und allem Drum und Dran. Und eben dem Gefühl, mit einem Schlag abzutauchen. Herrlich!
    *Ganz nebenbei gefragt: Hast du meine email ignoriert? Oder ist sie im Spam gelandet?*
    Liebe Grüße nach Halle!

  5. Pingback: Denkicht (#069) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

  6. Vielen Dank für die Geschichte und den Link.

  7. Himmelhoch sagt:

    Emil, ich freue mich über den Frühling auf dem Bildschirm und über deinen Gewinn, den du so freudebringend verschenken darfst. Viel Spaß dabei!

  8. nextkabinett sagt:

    Gratuliere Dir. Sehr sehr fein, diese Aktion. Zu ‚Wunschloses Unglück‘ sei gesagt, dass dies ein sehr gutes Buch von Peter Handke ist, das er seiner Mutter gewidmet hat und deren Leben und Sterben er darin beschreibt. Es ist ein Klassiker der deutschen Nachkriegsliteratur.
    Vielleicht kannst Du das Buch ja alternativ zur Stadtbücherei auch an andere Büchereien abgeben, wenn es dort schon zwei Exemplare davon gibt. Schau doch mal in kirchlichen Einrichtungen danach und ansonsten auch mal an der Uni in Fachbibliotheken in der Germanistik usw. Vielleicht auch mal dort im germanistischen Fachbereich im Sekretariat anrufen und Dich mit einem Dozenten in Verbindung setzen, ob dort zum nächsten Semester ein Handke-Seminar geplant ist und es dannn an Studenten abgeben. Denn Studenten haben ja auch nicht so viel Geld und sind dankbar über jedes Buch, das sie sich nicht selbst kaufen brauchen. Nur mal so als Anregung gedacht, denn es ist ja nett, es unter Deinen Freunden usw. zu verschenken, aber wenn die es nicht lesen, dann ist es auch schade um das Buch.

  9. Rana sagt:

    Weißt du was? Ich habe auch 30 Bücher für unserten Kulturverein geschenkt bekommen… und zwar: Kleiner Mann, was nun von Hans Fallada. Ich überlege mir gerade noch eine Aktion, wie ich die Bücher verteile. Dann werde ich einen Post dazu machen. Tolle Aktion finde ich das und ick hab mir jefreut wie Bolle! LG von Rana und dir auch viel Freude beim Verschenken!

  10. Gudrun sagt:

    Dann wünsche ich dir viel Spaß beim Verschenken. Das ist doh mal eine tolle Aktion.
    (Jetzt wollte ich dich glatt noch fragen was ein B… ist. Das hattest du kommentiert. Manno, es fiel mir plötzlich wie Schuppen… Ich hätt’s mir vielleicht schon eher mal ganz langsam vorlesen sollen. :D)

  11. der_emil sagt:

    Also fünf Exemplare gehen an die Stadtbibliothek, eines möchte ich an Vierachtel senden, und der Rest ist – bis auf drei – schon verplant an Menschen, die gerne lesen und an verschiedene soziale Einrichtungen der Stadt (z. B. Krankenhäuser & das Hospiz, wie abgesprochen).

  12. Andrea sagt:

    Ich hatte (wie so viele) darüber gebloggt (das ist schon wieder so lange her! Im Januar …) und habe auch mitgemacht, ich hatte mich für Axel Hackes „Deutschlandalbum“ entschieden. Das hat auch geklappt. Allerdings weiß ich noch nicht, wer das alles bekommen soll, da bist du ja wirklich vorbildlich. 😉

    • der_emil sagt:

      Ja – ich hab den Beitrag wiedererkannt (das allgemeine Erscheinungsbild, sozusagen der Arbeitsanzug).

      Bei mir sind das dann auch 4 Krankenhäuser, mal sehen, ob die das überhaupt haben wollen 😉

  13. minibares sagt:

    Eine wundervolle Sache ist das.
    Viel Freude beim Verschenken.
    Ja, Krankenhäuser können auch Bücher brauchen, ganz genau

  14. Gabi sagt:

    Eine tolle Sache. Gratulation und ich denke, Du wirst vielen Menschen damit eine Freude bereiten.
    LG Gabi

  15. Pingback: Geliefert (#108) | Gedacht | Geschrieben | Erlebt | Gesehen

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