22. Türchen (Nº 356 #oneaday): Wunschgeschenk

“Deutlich” gewünscht

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Was ist das denn? Das darf doch nicht wahr sein! Wie können die nur denken, daß das ein Weihnachtsgeschenk sein kann, das mir gefällt? Selbst wenn wir kaum noch Kontakt haben miteinander: Die sollten sich doch noch an meine Vorlieben und Abneigungen erinnern können? Und mal ganz ehrlich: Schaut mich an! Hier, das bin ich, das Seltsame da mit dem zotteligen Bart! Nix “normal”!

Ich glaube ja, daß Weihnachtsgeschenke – wie Geschenke überhaupt – viel über das Verhältnis von Beschenktem und Schenkern aussagen. Da sieht man Achtung, Interesse, Liebe (oder sowas ähnliches), Bewunderung, Mitleid, Hilfsbereitschaft. Manchmal einen mehr oder weniger dezenten Hinweis auf unqangenehme, unpassende, liebgewonnene Angewohnheiten. Aber dieses Mal?

Unmöglich. Einfach unmöglich. Affront? Beleidigung? Zumindest fühle ich mich herabgesetzt. Unwert scheine ich zu sein, zur Lachnummer herabgestuft. Wenn das, was ich als (gute) Absicht hinter dem Geschenk vermute, tatsächlich wahr ist: Wieso hat niemand mit mir darüber gesprochen? Einmal fragen, einen Satz an mich richten? Bin ich nichteinmal mehr das wert? Wieso? Kein interesse mehr (an mir) – seit wann? Wird sich das wieder verbessern?

Blöd, richtig blöd, daß mir nicht zugehört wurde. Nie haben die mir zugehört in den letzten Monaten. Ich erinnere mich an ein Treffen kurz vor meinem Geburtstag. Damals habe ich von meinen Plänen gesprochen. Davon, daß ich nach meinem Geburtstag wesentlich gesünder leben möchte und muß. Mit weniger schädlichen Dingen, mit mehr Bewegung usw. Ganz klar sagte ich, daß ich wieder größere Touren mit dem Rad unternehmen werde. Auch in der Dunkelheit.

Na gut, richtig direkt und ganz deutlich habe ich nun nicht gesagt, daß ich eine Zusatzbeleuchtung für’s Fahrrad bräuchte und haben möchte zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Aber genug deutliche Hinweise habe ich doch gegeben. Ehrlich. Sogar noch zur Umstellung der Zeit habe ich mich bei denen beschwert, daß ich jetzt in der Dunkelheit nicht mehr mit dem Fahrrad fahren mag ohne richtiges Licht. Das war doch nun aber deutlich genug, oder?

Scheinbar nicht. Nein, die wollen mich tatsächlich ärgern, mir wehtun, mir ihre Mißachtung zeigen, da bin ich ganz sicher. Ja, dafür, daß ich nicht ein einziges Mal zu ihren berühmt-berüchtigten Parties erschienen bin; daran werde ich jetzt erinnert. Denn was bekomme ich? Herrenschokolade, Zigarren und billigen Cognac …

Danke dafür!

Ich wünsche eine besinnliche Zeit.
 
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 21. Dezember 2011 war die Übung im Sendungsschnitt.

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Über Der Emil

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0 Kommentare zu 22. Türchen (Nº 356 #oneaday): Wunschgeschenk

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  2. Inch sagt:

    Nun, lieber Emil, falls die Schenker Herren sind, bist Du selber Schuld 😉 Das weiß doch jede einigermaßen gestandene Frau, dass man Männern KLAR und Deutlich und GENAU sagen muss, was man will. Nix mir Andeutungen. Hast Du denn keine guten Freundinnen, die Dir das hätten sagen können, wie man Wünsche Männern gegenüber äußern soll/muss?
    Falls die Schenkerinnen Frauen waren, nun, da kannst Du Dich ja, mit einem Augenzwinkern, revanchieren: Pralinen, Zigarillos und Eierlikör 😀

    • der_emil sagt:

      *lach* Oder ich schenke den Damen Unterwäsche, den Slip mindestens eine Nummer zu groß und den BH eine Körbchengröße zu klein …

      Neim, alles zusammenphantasiert.

    • mayarosa sagt:

      Lach. Diese Antwort ist großartig. Lieber Emil, da weiß ich auch nix besseres zu sagen. Naja, die bekannten Kirschpralinen könnt‘ ich noch ergänzen… bähh.
      Wünsche dir jedenfalls besinnliche, friedliche und rundherum angenehme Weihnachten.

  3. Himmelhoch sagt:

    Emil, auch „Ladenhüter“ müssen unter die Leute und wenn das Verfallsdatum der Schokolade kurz vor der Tür stand – um so schneller. – Weiterhin gute Phantasie!

  4. Elvira sagt:

    Na, da hättest Du ja noch Glück gehabt, wäre es Realität. Denn ein klassisches Geschenk für Männer sind schließlich Socken 😉

  5. sweetkoffie sagt:

    Emil, dein Geschenkdesaster erinnert mich an mein schlimmstes Weihnachtsgeschenk, das ich je bekommen habe:
    ein Didgeridoo !!!
    Ich hoffe, das ist nicht zu toppen 😉

    Lg
    SK

    • der_emil sagt:

      Ohhhh *neidisch guck*

      Wenn nur mal jemand auf die Idee käme, mir ein Didge … oder andere Instrumente … oder … oder …

      Außerdem ist es bestimmt zu toppen! Nur wie? Vielleicht, indem man einem Veganer einen Parmaschinken schenkt?

      • sweetkoffie sagt:

        Sag bloß!! Da sieht man wieder: dem einen sin Uhl is dem annern sin Nachtigall! 😉

        Wie das zu toppen sein könnte, darüber will ich NICHT nachdenken 😛

        • Elvira sagt:

          Ein Didge? Echt? Zusammen mit Gitarre und Schlagzeug einfach umwerfend. Nur die Zirkularatmung ist nicht einfach. Muss doch gleich mal wieder eine Didge-Cd auflegen.

  6. Gabi sagt:

    Schade und traurig, dass einem zu wenig zugehört wird.

  7. fudelchen sagt:

    Lieber Emil,

    ein wunderschönes Weihnachtsfest wünsche ich dir und ich hoffe, dass du es besinnlich und auch fröhlich mit lieben Menschen feiern kannst.

    Herzlichst ♥ Marianne

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