9. Türchen (Nº 343 #oneaday): Nickelaus

So wars vielleicht am 6. Dezember

It is dialekt deep out of Saxonia – the Google translation can’t process this. But a german translation will appear in the morning among the comments so you can use this link later.
 
Inspiriert von einem Kommentar irgendwo da draußen in der Blogospähre.

«Nu, Oop, hattst de dä aah wos in Dein Nickelauslatsch?»
«Dos mog ich Dir fei garnet drzähln, Gung.»
«Ach Gruußvater, drzähl när emol.»
«De waaßt doch salber, dös daar Nickelaus bluuß ze de Kinner kimmt. For uns Alte hoot daar gar kaa Zeit net.»

Und dor Gruußvater gucket wieder nei seiner Zeiting. Is Enkele wullt oder ebbor kaa Ruh gaahm und zuppelt drahn Husenbaah. Dor Gruußvater tut esu als tät’r nischt weiskriegn. Es Gungl zuppelt nochemol. Dor Gruußvater tut net drgleingn.

«De warscht wuhl net artich genuch for ewos nein Stiefel?»
«Iech? Freilich war iech artich genuch.»
Und dodrbei fängtr ah, siech ewos auszedenkn. Denn daar däärete Gung werd net eher Ruh gaabn, eh net seiner Neigierd noochgaabn is.

«Nu noochert weis näär emol haar, wos Dir dor Nickelaus nein Stiefel geleecht hatt heier.»
Ümständlich leechet dr Gruußvater sei Zeiting zamm. Is knirscht ganz gewaltich wie ‚r sich vunn Kannepee dr Höh hebbt. Noochert läßt’r erschtemol sei Kreiz eweng knackn.

«Wart näär dohierde, Gungl. Iech hul dos Zeich emol rei.»
Naus isser aus dr Stub. Mr häärtn eweng draußn in Vorsaal rümdalfern. Do isser aah schuwieder doo.

«Sihste, Gung, iech hob genau das kriecht, wos iech mir gewunschn hatt.»
«Nu, zeich näär emol!»
«Do, guck.»

Un mit danne Wortn zeicht dr Gruußvater ne Enkelgung de vürgestern gekaafte Schuhputzbürscht samt daare neie Schuhcrem hie. Dr Gung guckt eweng hie, vorzieht is Guschl und gibt sich ernstlich Müh, net laut luuszelachn. Dr Gruußvater macht genau is saalbe.

Noochert war Ruh. Oder dos Grinsn inn Gesicht vun dan Gung, dös hätt ihr emol saah solln …

 
Übersetzen werd ich das erst später in einem Kommentar. Bis dahin fröhliches Rätselraten.

Ich wünsch eine besinnliche Zeit.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 8. Dezember 2011 war der komplett fertige Wohnungsputz und die lustige Idee für den Blog.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu 9. Türchen (Nº 343 #oneaday): Nickelaus

  1. Hach des war awwer ma ehne richtch scheeene Jeschichte. Die hat mei Herzsche richtch ofjewärmt. De beden ham sich jechenseitch üwerenander amüsiert. Des is richtsch scheeeene.
    Das hast wirklich super gemacht. Ich hab auch wirklich alles verstanden bzw. auch lesen können.
    Freu, nun kann ich mit nem Lächeln im Gesicht in mein Bett krabbeln und einschlafen.

    Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen einen schönen Freutag. ];-)

  2. bauchundnase sagt:

    Ach schön. Klasse gelesen.
    „Nu noochert weis näär emol haar …“ das ist das einzige, was ich nicht wirklich verstehe. Man möge mir verzeihen, ich bin ja eine Zugezogene, sozusagen!
    Weißt du, von wo genau der Dialekt stammt? (Bei meiner Mutter hab ich gelernt, dass im Arzgebirg jedes Dorf seinen eigenen „Slang“ hat. Deswegen frag ich.

    • der_emil sagt:

      Ich muß nun doch auf heute nachmitttag vertrösten (oder hilft der Hinweis auf «Vorzuweisendes»?) … Und die Gegend: um Schneeberg und Bockau herum …

  3. Follygirl sagt:

    Vielen Dank!
    So fing mein Tag so schön an, trotz starkem Regen und Wind… mit einem Lächeln bin ich raus ins Unwetter.
    Übersetzung brauch ich nicht, dank Text und Sprache verstehe ich das gut!
    LG, Petra

  4. Ja, das kann man eigentlich gut verstehen. Auch hier im Westen. Eine direkte Google-Übersetzung würde mich allerdings interessieren. Könnte so was wie Dada reloaded 2.0 bei rauskommen. Sag mal Emil, hast DU das vorgetragen oder was ist das für eine Aufnahme?

  5. Pingback: 9. Türchen (Nº 343 #oneaday): Nickelaus | Germanys next Kabinettsküche

  6. die luzie sagt:

    Schön, mal wieder deine Stimme gehört zu haben …

  7. Miss Glück sagt:

    De MissGlück guckt eweng hie, vorzieht is Guschl und gibt sich ernstlich Müh, net laut luuszelachn. Dankeeeee fier de dolle Verdonung. 🙂 Ich kiek mol wedder in! Liebe Grüße, Heike

  8. minibares sagt:

    Ich weiß zwar nicht, wer Gung ist; aber ansonsten habe ich die Geschichte verstanden.
    Musste mir halt ein wenig Zeit dafür nehmen.

  9. der_emil sagt:

    «Nun, Opa, hattest Du denn auch etwas in Deinem Nikolauslatsch (Latsch mit lang gesprochenem “a”: Schuh)?» «Das mag ich Dir allerdings garnicht erzählen, Junge.»«Ach Großvater, erzähl nur einmal.»«Du weißt doch selbst, daß der Nikolaus bloß zu den Kindern kommt. Für uns Alte hat der gar keine Zeit nicht.»

    Und der Großvater sah wieder in seine Zeitung. Das Enkelchen wollte aber etwa (etwa in ähnlicher Bedeutung, wie es in Fragen verwendet wird: Ist das etwa alles?) keine Ruhe geben und zupft am Hosenbein. Deor Großvater tut so als täte er nichts mitbekommen. Das Jünglein zupft nocheinmal. Der Großvater reagiert nicht (drgleingn tu: reagieren).

    «Du warst wohl nicht artig genug für etwas hinein in den Stiefel?»«Ich? Freilich war ich artig genug.»Und dabei fängt er an, sich etwas auszudenken. Denn der törichte (dääret: töricht, auch in der Bedeutung von aufdringlich) Junge wird nicht eher Ruhe geben, ehe nicht seiner Neugierde nachgegeben ist.

    «Nun nachher (in der Bedeutung auch: dann!) weise nur einmal her (zeige einmal vor), was Dir der Nikolaus hinein in den Stiefel gelegt hatte heuer (heuer: in diesem Jahr).»Ümständlich legt der Großvater seine Zeitung zusammen. Es knirscht ganz gewaltig, als er sich vom Kanapee (veraltet für Sofa) in die Höhe erhebt. Danach läßt er ersteinmal sein Kreuz (für Rüchgrat) ein wenig knacken.

    «Warte nur hier, Jünglein. Ich hole das Zeug einmal herein.»Hinaus ist er aus der Stube. Man hört ihn ein wenig draußen im Vorsaal herumkramen (dalfern: ungerichtet tätig sein, an etwas herumbasteln ohne konkrete Absicht oder auch stümperhaft an etwas herummontieren, kramen). Da ist er auch schonwieder da.

    «Siehst Du, Junge, ich habe genau das gekriegt (kriegen: bekommen), was ich mir gewünscht hatte.»«Nun, zeig nur eimal!»«Da, schau (gucken: schauen, sehen).»

    Und mit diesen Worten zeigt der Großvater dem Enkeljungen die vorgestern gekaufte Schuhputzbürste samt der neuen Schuhcrem hin. Der Junge schaut nur kurz hin, verzieht den Mund und gibt sich ernstlich Mühe, nicht laut loszulachen. Der Großvater macht genau dasselbe.

    Nachher war Ruhe. Aber das Grinsen in dem Gesicht von dem Jungen, das hättet ihr einmal sehen sollen …

  10. Gudrun sagt:

    Das hast du gut gemacht, lieber Emil. Fast war es einwenig wie zu Hause,

  11. Himmelhoch sagt:

    Emil, ich hatte es schon vor den ganzen Kommentaren und der „Auflösung“, dass du es selbst sprichst, gehört und – mit Text und Stimme zusammen – sogar verstanden. – Jetzt „kenne“ ich also ein wenig deine Stimme.

  12. Gabi sagt:

    So, einen Kommentar muss ich noch loswerden.
    Bin recht stolz auf mich, denn ich muss sagen, dass selbst ich als Ösi das meiste gut verstanden habe. Komischerweise das Geschriebene besser, als das Gehörte.
    Mir ist nur das Wort „nochert“. Das gibts auch in so manchen österreichischen Dialekten z.B. Nieder- oder Oberösterreich. 🙂

    Finde solche Sachen recht interessant. Ich mag diese verschiedenen Dialekte, kenne mich aber leider zu wenig damit aus.
    lg Gabi

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