Eine Redensart, ein Stück Brauchtum
To get a Google translation use this link.
Als ich gestern unterwegs war, fand ich direkt vor dem Tor einen Glücks-… Ja, was denn nun? Glückscent gefällt mir wirklich nicht. Egal. Ich fand das, was früher einmal Glückspfennig gewesen sein muß.
Man sagt doch, daß der gefundene Pfennig ein «Glückspfennig» sei? Hm, ich jedenfalls wollte es genauer wissen und suchte nach (ja, wieder ohne gockle):
Glückspfennig
Der Glückspfennig ist ein Symbol für Reichtum. Indem man ihn – physisch wie symbolisch – verschenkt, wünscht man dem Empfänger, daß ihm niemals das Geld ausgehen möge.
Geschichtlicher Hintergrund: Der Glückspfennig wird oftmals als kleinere Ausgabe des goldenen Tauftalers oder des Weihgroschens angesehen, der in früheren Jahrhunderten – in der Hoffnung, Hexen zu vertreiben – an die Stalltür genagelt oder stets mitgeführt wurde. Aufgrund der aktuellen Situation tritt nun das 1-Cent-Stück an seine Stelle.
Quelle: Wikipedia: Glücksbringer
(reformierte Schlechtschreibung an vorher gültige Rechtschreibung angepaßt)
Ah. Aber: Da steht nichts vom gefundenen Glückspfennig? Da steht nur etwas vom verschenkten?
Jetz bin ich noch neugieriger.
Man muß sich etwas wünschen und darf den Wunsch Keinem verraten. Er muß zufällig gefunden sein. Man darf ihn nicht ausgeben. Man soll ihn mit einem Wunsch weitergeben / verschenken. (Das erinnert doch an den Taufthaler / Weihgroschen!)
All das soll man mit einem Glückspfennig tun.
Sind die Unterschiede regional bedingt oder durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten “Volksgruppe” (Erzgebirger, Schwaben, Friesen, Sieger- oder Sauerländer usw. usf.)? Sind die unterschiedlichen Umgehensweisen generationsbedingt/altersabhängig?
Ist der – zufällig! – gefundene Pfennig (Cent) auch bei euch ein Glücksbringer – oder kennt ihr das so überhaupt nicht?
Schön wärs, wenn ihr meine Neugierde ein wenig befriedigt.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen und Antworten.
P.S.: Positiv am 22. November 2011 war ein Glücks“pfennig” und ein absolut ungewöhnlich schnell positiv ausgegangener Behördenbesuch.
© 2011 – Der Emil. Dieser Text steht unter einer creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung):
327 / 365 – One post a day (WP-count: 339 words)



Der Glückscent ist eine frei konvertiebrare Währung, die allerdings eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt. Rein rechnerisch entspricht ein Glüsckscent 1,95583 Glückspfennigen. Tatsächlich greift hier aber das Gleichheitsprinzip: Glück=Glück=Glück. Trotz seines geringen Nominalwertes gilt der Glückscent als extrem wertstabil. Bei Hyperinflation kann sein Wert sogar steigen, da mit steigendem Bargeldumlauf das Volumen von Münzen in Bezug zu Scheinen rückläufig ist und der Glückscent immer seltener wird.
Zu großen Ereignissen verschenken wohlmeinende Menschen gerne Glücksbäume. Dabei handelt es sich um kleine Stammgewächse, die eingetopft und mit Glückscents behängt werden. Auch wenn es umstritten ist, dass Glück potenzierbar ist, soll der Glücksbaum ein stabiler Anker von Glück und Wohlstand in Familien und Hausgemeinschaften sein.
Ich gebs jetzt mal zu, bevor unsere gute alte DM uns genommen wurde… bin ich mehrmals zur Bank , und habe ganz viele 1 Pfennig Stücke geholt…alle durchgesehen und die mit dem „G“ behalten!
Eigentlich hatte ich vor sie beim Verkauf von TRÖSTERBÄREN mitzugeben, so als Glücksbringer… leider ist daraus nichts mehr geworden… und ich hab einen Sack „Glück“ zu Hause rumliegen
LG, Petra
Da sieht man es doch wieder:
Das Geld liegt auf der Strasse!
Doch, lieber Emil, auch bei uns ist der gefundene Cent ein „Glückspfennig“, denn wäre es anders, dann wäre mit der Währungsumstellung das Glück verschwunden … det jeht nu jar nich, wa?
🙂
So, also Glückspfennige sind gefundenen. So kenn ich das auch. Dazu der Spruch: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert. Wurde immer aufgesagt, wenn man einen Pfennig fand und einsteckte, statt ihn wertunterschätzend liegen zu lassen.
Außerdem erinnere ich mich an einen Brauch.
Früher, also als ich noch Kind war, sammelten die Mädchen ab 13/14 Pfennige in Sparbüchsen. Zur eigenen Hochzeit warfen sie diese Händeweise unters vor der Kirche wartende Volk (nach der Trauung). Ganz früher mögen das Bettler und Bedürftige gewesen wein. Zu meinem früher waren das Kinder. Ich habe einigemale vor der Kirchtür gewartet, auf die mit Geld um sich werfende Braut!
Emil, der kluge E. von Hirsch*hausen lässt sich in seinem Buch „Glück kommt selten allein“ ausgiebig über gefundene Geldstück aus. Seine Ausführungen dazu fand ich richtig herzig und sehr zum Schmunzeln.
Mit Gruß von Clara
Ich kenn’s so, dass man (symbolisch) auf den gefunden Glückspfennig spuckt und ihn über die Schulter nach hinten wirft. Aber jetzt frag mich nicht, welche Seite, ;-). Bei mir ist auch ein gefundener Cent ein Glückspfennig. Woher der Brauch kommt, weiß ich nicht.
So long,
Corinna
Nun, wie auch immer. Möge Dir das Glück hold sein und Dir Dein Geld nicht ausgehen, lieber Emil.
Bei uns spricht man auch vom Glückspfennig. Wer sich zum Beispiel in Altenburg ein Skatblatt kauft, sollte einen Glückspfennig in den Skatbrunnen werfen. Damit ist es „getauft“. 😀
Liegenlassen sollte man ihn nie, wenn man einen findet. Das bringt dann Unglück, besonders in finanziellen Dingen, meinte meine Oma immer.
Ist doch gut, dass du einen (bei mir heißen die immer noch Glückspfennig) gefunden hast. Da kann ja fast nichts Schlimmes passieren, in der nächsten Zeit. Man muss jetzt bloß einwenig achten auf das Glück, sonst sieht man es nicht und es geht vorbei. Das sagte meine Oma auch noch. Sie war keine abergläubige Frau.
Ich bin ja überhaupt nicht abergläubig! Aber ich achte immer darauf, dass ein Glückspfennig in der Geldbörse zurückbleibt, wenn ich mal alles Kleingeld ausgebe.
du bist ein Glückskind! Ich vergesse nie den Groschen, den ich mal als 8-jähriger fand. Mehr wert als alles je selbst erschuftete Geld: das mühelos gefundene …
hi emil. also, eigentlich glaub ich ja nich an son Kram, doch wenn ich selbst son Cent auf der Straße find, den andere vermutlich verloren haben, es sei denn da geht jemand rum und läßt die absichtlich fallen ha, bück ich mich auch und steck das Glück erst mal weg. wenns mir aber dann irgendwo fehlt, nehm ichs und bezahl damit. ;-))
Bräuche kenne ich nicht, aber ich habe immer das Gefühl, dass man auch die kleinste Münze wertschätzen soll. Immerhin kann man die auch einfach so nehmen und braucht sie nicht abzugeben oder sonstwie zu melden. Man kann ‚ihn‘ einfach behalten. Aber wie nennen? Glückscent geht ja nun gar nicht. Aber ein Pfennig ist es nicht …
Aber wer weiß, vielleicht demnächst doch wieder … ??
Ich hebe auch jeden Cent auf, der mir vor den Füßen liegt und nehme ihn auch als Glückspfennig – für mich, natürlich, lach.
Ich habe auch schonmal welche verschenkt.
Dir viel Glück ♥
Ich danke euch allen für die Antworten.
Es scheint ziemlich überall der gefundene Cent der Glückspfennig zu sein. Nur wie man ihn behandeln muß, das differiert.
Hier mein Beitrag zum Thema. Kate Rusby ( eine englische Folksängerin) hat einen alten Text
ausgegraben und ihn intoniert. Der Song heist „The magic penny“ . Ich habe mir erlaubt es nachzudichten.
Der Glückspfennig
Ich sattle mein Pferd und ich reit´ im Galopp
Bis ich an komm´ beim Wirtshaus der Stadt
Ich rufe recht lange nach meinem Krug Bier
Als Erster, der sich hingesetzt hat.
Und ich hab in der Tasche ´nen Pfennig
Und ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Ich rufe recht lange nach meinem Krug Bier
Doch ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Ich sah zwei Herren mit Würfeln spiel´n
Sie dachten ich ständ´ gut im Sold.
Mit dem Prahlen, dem Degen und der schnittigen Art
Wähnten sie meine Tasche voll Gold.
Und ich hab in der Tasche ´nen Pfennig
Und ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Mit dem Prahlen, dem Degen und der schnittigen Art
Doch ein Pfennig ist all´, was ich hab.
„Oh Soldat “, fragten sie „Spielt ihr mit uns?“
„Welchen Einsatz legen Sie in die Rund´?“
Der Eine sagt: „Spielen wir um fünf Mark!“
Ich sagte: „Spielen wir um fünf Pfund*!“
Und ich hab in der Tasche ´nen Pfennig
Und ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Der Eine sagt: „Spielen wir um fünf Mark!“
Doch ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Ich nahm das Spiel auf und würfelte kühn
Die Nacht war von Unheil frei
Dem Himmel sei dank, ich machte Gewinn
Für den leeren Geldbeutel anbei.
Und ich hab in der Tasche ´nen Pfennig
Und ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Dem Himmel sei dank, ich machte Gewinn
Denn ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Wie immer ein Sterblicher sein kann so froh,
Der Mut war reichlich mein.
Mit dem kleinsten Geld das ich hatte zuerst
Jetzt ich bestell´ ich statt Bier teuren Wein.
Und ich hab in der Tasche ´nen Pfennig
Und ein Pfennig ist all´, was ich hab.
Mit dem kleinsten Geld das ich hatte zuerst
Denn ein Pfennig ist all´, was ich hab.
(* 1 Pfund = 20 Reichsmark)