Frei-Tag – unsterbliche Worte (Nº 218 #oneaday)

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Ehrlicherweise muß ich gestehen, daß ich darüber nachdachte, heute keinen Post zu veröffentlichen. Mir sozusagen einen Tag frei zu nehmen (Wieso nimmt man sich eigentlich frei?)

Aber ich hab es dann doch nicht übers Herz gebracht, einen der 365 Tage auszulassen. Jetzt, nachdem ich fast 60 % des Jahres geschafft habe.

Nun gut. Dann krame ich mal in meinem Zitateschatz und serviere ein paar Worte aus Blaga Dimitrowas “Liebe auf Umwegen”

 

Das Wort ist vierdimensional. Das Wort selbst ist die vierte Dimension – die Zeit. Wir haben einen dringenden Bedarf an Worten. Bei aller Unvollkommenheit, bei aller kindlichen Naivität verbinden sie uns mit der unerreichbaren Zeit. Wir drücken den begrenzten Augenblick durch das grenzenlose Wort aus. Die Wiedereholung der Worte ist unser hartnäckuger Widerstand gegen die Vergänglichkeit. Das rhytmische Spiel der Worte ist unsere verzweifelte Wehr gegen die Kürze und das Fragmentarische der Augenblicke. […]

Der Augenblick ist nicht restaurierbar, aber die langsamen, zögernd kommenden, spät reifenden Worte – sie sind die relative Unsterblichkeit der Augenblicke.

Ohne exakte Quellenangabe zwischen 1980 und 1985 aus Blaga Dimitrowas “Liebe auf Umwegen” notiert.
 
 

Da ich mir das Buch ja wiederbesorgt habe, kann ich die exakte Quellenangabe in ein paar Tagen oder Wochen nachliefern.

Bis dahin aber wiederhole ich die Worte, die ich meiner Liebsten sagen möchte, wenn sie bei mir ist und wenn sie nicht bei mir ist.

Und halte mir so die Augenblicke fest wie diesen Sonnenuntergang …

Sonnenuntergang am 10. Juni 2011

Sonnenuntergang am 10. Juni 2011

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 5. August 2011 waren ein Spaziergang und der gemeinsam verbrachte Abend.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

218 / 365 – One post a day (WP-count: 284 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Frei-Tag – unsterbliche Worte (Nº 218 #oneaday)

  1. frizztext sagt:

    „Die Wiederholung der Worte
    ist unser hartnäckiger Widerstand
    gegen die Vergänglichkeit.

    Das rhytmische Spiel der Worte
    ist unsere verzweifelte Wehr
    gegen die Kürze der Augenblicke.“

    ———————————–

    Sehr schön!
    Schön wie ein Gedicht.
    Und ein Manifest!

  2. colorsigns sagt:

    danke für das wunderschöne Foto vom Sonnenuntergang , dir einen ruhigen Sonntag
    herzlichst
    Christin

  3. Angie sagt:

    Das gefällt mir. Ich finde das mit dem positiven P.S. toll!!
    LG
    Angie

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