Z. B. Demmler (Nº 136 #oneaday)

To get a Google translation use this link.

Bei all den vielen frisch getrennten oder noch immer hinterhertrauernden oder frisch verknusperten Menschen da draußen muß ich ja auf das Thema Liebe zu sprechen kommen.

Der Sonntag gestern war ein soooooo fauler Tag – ich blieb faul und kramte in Erinnerungen (also auch zum Zeitpunkt, da ich diesen Text hier schreibe). Erinnerungen an eine Liebe und nocheine Liebe (und nocheine, und jede war immer größer als die vorhergehende). Und ich träumte davon, wiedereinmal eine von diesen Lieben zu finden, jetzt so auf meine alten Tage.

Und dabei hörte ich Musik. Tonband, und Schallplatte. Wirklich. Von Kurt Demmler, Daniela und Doreen, die dort auf der Seite auch genannten Kerzenlieder. (Ja, die Seite sieht teilweise schrecklich aus, ich weiß.)

 
Jeder Mensch kann jeden lieben

jeder mensch kann jeden lieben
wenige nur wählt er aus
warum den und nicht den andern
was hat jener dem voraus

warum zeigen unsre augen
nur so selten diesen glanz
zittern wir vor der berührung
finden wir den andern ganz

sind es unbekannte sender
die da strahlen und verstehn
warum jener nur von diesen
was macht den vor andern schön

gibt es ganz bestimmte tage
wo man ’n ersten besten nimmt
warum dann und nur den ersten
und wann ist man so gestimmt

jeder böse mensch kann gut sein
jeder gute mensch auch schlecht
warum weiß man wen man möchte
ist uns der vor andern recht

einer schaut uns in die seele
jeder andre auf die haut
warum macht uns einer leise
jeder andre nichts als laut

eine unbewohnte insel
barg zwei menschen aus der not
warum wuchs aus diesem zufall
eine liebe bis zum tod

fuhr ein andrer lebenslänglich
ungezählte häfen an
warum fand er da nicht einen
dem zutiefst er zugetan

jeder mensch kann jeden lieben
manchmal wählt er einen aus
lädt sich von millionen diesen
in sein herz und in sein haus

Kurt Demmler, veröffentlicht auf der LP “Kerzenlieder”.
Der Text stammt von der leider stillgelegten Seite Demmlersong.de
 

Was hab ich dieses Lied gehört (bei youtube gibts keine Aufnahme mit ihm selbst)! Einmal live erlebt und seitdem nie wieder ohne ausgekommen … Insgesamt hab ich ihn wohl zehn- oder zwölfmal im Konzert gesehen.

Doch Demmler war nicht nur zahm. Eine Tour hieß “Gute Macht, Freunde” – und unvergessen wird mir nicht die unrühmliche Geschichte um seine Verfehlungen und seinen Tod, sondern sein Auftritt auf der größten Demonstration der DDR am 4. November 1989 bleiben.

Heute stimmt das Lied noch mehr als damals …

Mir fällt grad auf, daß ich zur Zeit sehr musik- bzw. gitarrenlastig werde. Stört euch das?

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

© 2011 – Der Emil CC by-nc-nd der_emil(at)arcor(dot)de

136 / 365 – One post a day (WP-count: 451 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter Erlebtes, postaday2011 #oneaday abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

0 Kommentare zu Z. B. Demmler (Nº 136 #oneaday)

  1. Follygirl sagt:

    Ich kannte den gar nicht, ich habe da andere gehört, (Degenhardt, Wader…später auch mal Biermann) Ich stell mal (ausnahmsweise) einen Link dazu

    das hab ich u.A. stundenlang gehört…
    Aber dann doch mehr Rock …
    Machs gut, LG, Petra

    (Ich überlege die ganze Zeit, da war doch wer? ich komme nicht drauf ist doch schon lange her)

    • der_emil sagt:

      Na, Degenhardt, Wader & Co. kenn ich auch, dazu noch Insterburg und Mey … auch die waren mal wild (und da war nocheiner, ja: Dieter Süverkrüp)

      Demmler hat ja v.a. Texte geschrieben für viele bekannte Künstler aus’m Osten. Als Musiker ist er selbs nicht so präsent gewesen in den Medien, erst mit den „Liedern des kleinen Prinzen“ wurde der bekannter.

      Ziemlich gute Übersicht zum Thema Liedermacher bietet diese Seite

      • Follygirl sagt:

        Danke für den Hinweis, werde ich mir mal in Ruhe durchlesen…. Ich stell morgen beim törichten Weib mal meinen Lieblingsmusiker ein, (schon seit ca 1970)
        LG, Petra

  2. puzzle sagt:

    wieso „gitarrenlastig“? ich erinnere mich deutlich an Mundharmonika, Löffel und Gesang 😀

  3. bauchundnase sagt:

    Musik und Gitarre stören mich gar nicht.
    Und Kurt Demmler, an den habe ich auch gute Erinnerungen. Allerdings nur eine: den kleinen Prinzen hab ich rauf und runter gehört, mitgesungen, mitgespielt und … einfach geliebt.

  4. Ilona Form sagt:

    Moin lieber Emil, ich kann mit den DDR-Sängern nicht mitreden. Eingefleischter Wessi. Aber dieser Text berührt mich. Ich liebe einen Mann auf diese bestimmte Art, meine Tochter auf die andere Art. Aber irgendwie sind diese Lieben gleich stark — aber anders..

    Im Grunde liebe ich alle Menschen,wieder auf eine andere Art. Weia ist das kompliziert,dieses WIE. Spiel Deine Gitarre, Mundharmonika und singe, auch dieses liebe ich — eben Anders !!!!!!

    Alles Gute Deine Illo.****

    • der_emil sagt:

      Ach – um das WIE mach ich mir keine Gedanken mehr. Aber alle Menschen zu lieben – nein, das kann ich nicht; oder ich sage mir, daß das Merkel eben kein Mensch ist.

      Übrigens fällt mir auf, daß zwar die einen auch viel über die anderen wußten, aber in der Gegenrichtung sieht es da im Durchschnitt eher mau aus. Und ich weiß nicht so recht, woran das gelegen hat …

      • Ilona Form sagt:

        Emil,ganz einfach ,an der Erziehung. Wir/ich war doch viel
        zu jung,daher lenkbar……

      • puzzle sagt:

        Das Bedürfnis nach Informationen zu Musik und Literatur war vielleicht unterschiedlich motiviert? Westdeutschen war nicht verboten, ostdeutsche Sender zu konsumieren sofern Empfang möglich, und so wie in den Zonenrandgebieten selbstverständlich fast alle Westkinder das Ostsandmännchen kannten und die Musiksendungen des DDR-Radios genauso gehört wurden, gab es eben große Teile Westdeutschlands, in denen es buchstäblich zu weit weg war. Wo es keine Radio- und TV-Sender gab, aber auch keine Verwandeten, die ab und zu mal eine Platte mit Veronika Fischer, Karat oder Alla Purgatschowa oder ein paar im Westen unbekannte Kinder- und Jugend-Bücher geschickt hätten im Ausgleich für etwas anderes. Du hast Recht: an den damals Erwachsenen ist das alles noch viel mehr vorbeigegangen. Wer hat sich denn schon die Mühe gemacht, die zerknüllten Zeitungsblätter aus den Päckchen auch noch zu lesen? (gut, meine Eltern schon, aber wir hatten eben auch Verwandtschaft, und deswegen war die Motivation da).
        Umgekehrt war aber all dies zu schicken oder mitzubringen verboten und wer zudem einmal eine Auto- oder Bahnreise in die DDR und zurück gemacht hatte, brauchte wirklich eine Menge Geduld, um das „Filzen“ in Gelassenheit und Höflichkeit geschehen zu lassen, und hatte nur wenig Lust darauf, im Gepäck Dinge mitzunehmen; es war nicht erlaubt, weder Musikinstrumente, noch Noten, oder auch Bücher – der höflich formulierte, aber akribische Terror der Kontrollen war ganz beachtlich. Und vielleicht war die verbotenen Musik-, Literatur- und Film- und wasweißichnochalles Erzeugnisse darum faszinierender, es doch irgendwie zu bekommen?
        Ein weiterer, für keinen schmeichelhafter Faktor war sicherlich die oberflächliche Einstellung, daß, was bekanntermaßen zensiert wurde, geringzuschätzen, anstatt sich die Mühe zu machen, auf das Entdecken der geschickten Kunstgriffen des Trotzdem-Sagens zu achten – das war einfach für den Wessie nicht wichtig, so wie auch heute kaum einen Deutschen – weder / noch – interessiert, was in Dänemark passiert, außer der Wetterbericht zur Urlaubszeit.

  5. kreadiv sagt:

    Plötzlich und unerwartet läufst Du der Liebe wieder in die Arme, ich bin gespannt drauf 😉
    Hab eine gute Woche
    alles Liebe, Andrea

  6. Gudrun sagt:

    Schön, dass du in Erinnerungen kramst. Manchmal tut das gut, manchmal macht es ein wenig wehmütig. Warum suchst du nach alten Lieben?

    Liebe Grüße aus der Kuhbläke, gleich bei Leipzsch

    • der_emil sagt:

      Nein, nur eine, und nicht eine alte such ich. Und mittlerweile dürfte das bei meinen Ansprüchen auch wirklich schwierig mit dem Finden werden …

  7. oh das passt jetzt aber ganz gut ^^

    eigentlich bin ich ja ziemlich unmusikalisch. ich hatte zwar vor Jahren mal davon geträumt, die Mädels mit meinem Gitarrenspiel am Lagerfeuer zu beeindrucken und hab dann auch wirklich damals mir Gitarrenunterricht bezahlen lassen.

    Leider ist mein Lehrer aber nur verzweifelt.

    eija, hab ich den Unterricht dann auch beendet.

Antworte auf den Kommentar von bauchundnase Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert