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Mir fehlt im Leben eine gewisse Planbarkeit, die ich im Moment einfach nicht erreichen kann. Es liegt wohl daran, daß ich nicht ganz gesund und in Therapie bin. Aber kann das der einzige Grund sein? Nein, denn ich lasse mich viel zu leicht ablenken, zum Beispiel von «Hilferufen» anderer Menschen. Zumindest von zu vielen Menschen. Und immer von dem, was ich eigentlich vorhabe. Da ist also Grund Nummer zwei.
Ein Mittel gegen dieses ungeplante, sprunghafte Leben mit der ständigen Aufschieberei (das ist grauenhaft!) und Ablenkerei sind regelmäßige Termine, die ich mich wahrzunehmen zwinge. Zwei pro Woche und zusätzlich zweimal im Monat. Ein anderes ist mein täglicher Blogeintrag (manchmal sind es mehr als einer, Donnerstags zumindest kommt auch immer etwas in die Diva in Grau.
Außerdem versuche ich, mein Leben einigermaßen zu dokumentieren, so daß ich später das eine oder andere nachvollziehen kann (Post, Anschaffungen usw.). Dazu habe ich für unterwegs auch einen Taschenkalender (von Moleskin, man gönnt sich ja sonst nichts), in dem ich mir viel zu wenig notiere …
Sehr häufig vergesse ich dann auch das Abgleichen von Taschenkalender und Journal auf dem Rechner. Und das führt jetzt zu einem Verlust an Erinnerung. Der wird irgendwann zu einem Verlust an Leben – oder?
In der Pflege zum Beispiel wird heute gejammert über zuviel Bürokratie, darüber, daß alles bis ins Kleinste dokumentiert werden muß. Ich jammere darüber, daß ich zuwenig notiere, mich an zu wenig erinnern kann. So unterschiedlich ist das Leben.
Aber könnte jede Wette eingehen, daß ich, wenn ich zum Notieren verpflichtet wäre, auch schimpfen würde über diesen Zwang und nur den Nachteil, nicht aber die Vorteile sehen würde.
Das Leben mit mir ist schon kompliziert …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
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Kommt mir bekannter vor, als mir lieb ist.
<Loriot>Ach!?</Loriot>
jeder versucht sich Stabilität in einem gedachten Rahmen zu schaffen – insofern ist mir das verständlich, daß du versuchst, dich in einem Netz von selbstgemachten Auflagen aufzufangen, wirklich gedanklich nachvollziehbar ist mir das nicht, denn es schafft Probleme in Form von Verlustängsten, wo keine sein müßten.
Der PC könnte morgen einem Unglücksfall zumOpfer fallen, und du wirst immernoch da sein. Zwar mit einigen Aufgaben mehr, aber unsere Identität liegt immer noch in uns selbst, nicht in Datensammlung, ganz gleich, ob in Blech verpackt oder Moleskin.
… insofern ist mir das verständlich, daß du versuchst, dich in einem Netz von selbstgemachten Auflagen aufzufangen, wirklich gedanklich nachvollziehbar ist mir das nicht …
Es ist sogar Bestandteil meiner Thrapie …
Taktisch ist es auch logisch, bis zu einem bestimmten Grade würde ich es auch so tun, nur wenn es herbeiführt, daß du dir ebensoviel Sorgen um den Verlust deiner vielfältigen Dokumentationen machst, die – deine Beschreibung möglicherweise fehldeutend – zum identitätsbildenden Selbstzweck zu entgleisen drohen – das ist, wie ADHS mit Heroin zu bekämpfen (was, wie mir bekannt ist, tatsächlich auch noch in jüngster Zeit als therapeutische Option angewandt wurde).
Nicht um den Verlust meiner Dokumentationen – um den Verlust meiner Erinnerungen … Manchmal frage ich mich, was ich zwei Stunden vorher getan hab, manchmal, was es vor einer Woche war …
Moin Emil, wie oft überleg ich Abends…was hab ich alles vergessen. Die und die Post beantwortet. Sandra versorgt? Meine Übungen komplett gemach???? Und dann denk ach Sch…….machse morgen und krabbel ins Bett.Anderen Tag ärger ich mich. Doofe Kuh ich, hätte alles erledigt sein können,denn jetzt kommts mit Wucht auf mich zu…
Man ist eben ein Mensch *******
Tschüsss Illo.***
ja, da fühl ich mich aber auch gehetzt. wenn man sich nicht mal bisschen ablenken kann.
eija. ich mach mal weiter (H)
ich lerne gerade ganz bewusst, planloser in den tag hinein zu leben. als meine kinder klein waren, hab ich sehr organisiert leben müssen. das organisierte, geplante leben zu verlernen ist auch manchmal schwer, genauso schwer wie das planen zu lernen.
und bleiben tut das wirklich wichtige, das, was mit gefühlen in dir verankert ist. auch ohne notizen und plan.
lg monika