Ein Einkaufserlebnis
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Gestern nachmittag war ich meinen Einkauf für’s Wochenende erledigen. Und ich bin immernoch sauer! Richtig sauer.
Wieso?
Weil ich mal wieder in einem Supermarkt «über den Löffel balbiert werden» *) sollte.
Es ging um Centbeträge. Also: Regulärer Preis des Rot- und Weißkohls 0,99 € je kg, aber am Rotkohl ein rotes Extrapreisschild mit 0,45 € je kg. "Hm! Lecker, mach ich mir doch wieder mal ’nen Krautsalat."
Oh – und welches Glück ich danach hatte, wurde ich doch als erster an eine zweite, gerade öffnende Kasse gebeten.
Und die erste Ware auf dem Band war mein Rotkohl. Der wurde abgewogen und sollte 2.90 € kosten. "Oh, wiegt der wirklich sechs Kilo?" Der arme Kerl an der Kasse sieht mich verständnislos an und sagt mir, daß es knapp drei Kilogramm seien. Und ich bitte ihn, den Kohl doch mit seinem richtigen, reduzierten Preis noch einmal zu wiegen.
Kleines Extra: Das rote Schildchen war von der Kasse aus zu sehen und zu lesen.
Das übliche Prozedere zur Stornierung dauerte dann fast drei Minuten, schließlich muß für sowas ja jemand von der Marktleitung zur Kasse kommen. Natürlich müßte der Jemand auch den Preis im Kassensystem eingepflegt haben …
Jedesmal frage ich mich dann: Bei wievielen Leuten schaffen die das, statt z. B. etwa 1 € jeweils 2 € zu kassieren? Mit zehn Kunden, denen das nicht auffällt, werden die Umsatzzahlen um 10 € verbessert. Bei größeren Märkten gelingt es vielleicht bei 100 Kunden – macht 100 € Umsatzverbesserung!?
Steckt da wirklich keine Methode der Märkte dahinter? Dem Kassierer gestern und den Kassiererinnen ist es meist peinlich oder unangenehm, wenn ein solcher Fehler vorkommt.
Wie gesagt, die Kassierenden sind nicht dafür verantwortlich. Aber die Frage bohrt in mir …
Jetzt hab ich mir die Wut, den Zorn aus dem Leib geschrieben – jetzt kann ich doch ruhig schlafen.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
*) (Zurück) «über den Löffel balbiert / barbiert werden»: Früher schoben (schlechtere, weniger zart besaitete) Barbiere (Dienstleister, die neben der Rasur und dem Haarescheren auch das Zähneziehen und den Aderlaß übernahmen) den alten Männern einen (wahrscheinlich hölzernen) Löffel in die Wangen, um eine besser zu balbierende (zu rasierende) Wölbung der Wange zu erreichen (allen immer nur den einen einzigen vorhandenen Löffel). Ein vornehmer Gast war allerdings kaum mit einer so sonderbaren Behandlung einverstanden, er ließ sich eben nicht ü.d.L.b. Heute wird die Redensart meist angewendet, wenn der Versuch der Übervorteilung ruchbar wird.
Hab ich das jetzt mit den ganzen alten Ausdrücken schön erklärt? (Zurück)
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Methode. Bei vielen Supermärkten ist die Kassenanzeige so positioniert, dass man sie beim (hektischen) Eintüten schlecht sehen kann. Wer es eilig hat und es sich leisten kann, reklamiert nicht. Dann gibt es noch Leute, die sich nicht meckern trauen, z.B. Senioren („…da habe ICH mich wohl geirrt!“). Und dann gibt es noch die ganz spezielle Sorte, die eh nie auf den Preis kuckt, obwohl das Budget nach oben gar nicht so flexibel ist. Komplette Realitätsverweigerung, Inflation ist für die eine Sauerei. Mit so einer war ich liiert, am Monatsende war immer Ebbe und ich musste drauflegen… nee, diese Fehlerquellen sind pure Absicht. Bei Lidl stehen jetzt Controller rum, die neben der Einschüchterung der Angestellten auch darauf achten, dass alles schön schief läuft.
…“balbieren“ (ich dachte elst „Hopp Sing“ hätte heute geschlieben)… das ist mir neu, „barbieren“ geläufig, man lernt eben immer dazu.
Mit den Kassen das kenne ich auch, kaufe ich doch oft Angebote oder weniger bekannte Lebensmittel (weil z. B. Bio, oder alte Gemüsesorten)…wie oft ich dann feststelle, es stimmt wieder mal nicht.— Jetzt kontroliere ich immer möglichst sofort, ärgerlich ist das immer. Früher hab es das erst zu Hause gesehen… dann fahre ich auch nicht fast 10 km zum Laden und wieder zurück.
LG, Petra
Noch was zum Balbieren: Das ist eine übliche (die ältere?) sprachliche Form, zumindest im deutschen … Findet mensch heraus, wenn mensch nach «:über den Löffel balbieren» in einer Suchmaschine seiner Wahl sucht …
Ich finde sowas wirklich immer spannend… gibt so viele Worte/Redewendungen, da weiß ich gar nicht was dahinter steckt…
Aber wie was das? Man kann nie ZUVIEL wissen…
LG, Petra
Es ist ein Unding zu behaupten, daß da Methode dahinter steckt. Kein Einzelhändler, sei er auch noch so stark am Markt, kann es sich leisten seine Kunden bewußt zu betrügen. Das sind Fehler, die immer und immer wieder passieren, weil in den Märkten einfach zu wenig Leute arbeiten, weil in den Führungsetagen solcher großen Ketten nach betriebswirtschaftlichen Eckdaten geplant wird und nicht nach Arbeitsrealität in den Märkten. Der Fehler liegt im System und nicht in einer betrügerischen Absicht. Preisänderungen können halt nicht von jedem ins Kassensystem eingegeben werden, das geschieht meist zentral und nur in Ausnahmefällen marktbezogen.
Ich wünsche trotz Einkaufsstress ein schönes Wochenende
LG THeoF
Nun, ich frage mich ja nur – und manchmal scheint die Frage naheliegend …
Mittlerweile ist der Kassierer ja auch einer der Berufe, in denen Mensch immer der „Gearschte“ ist …
Das „Unding“ bezieht sich nicht auf Deine Frage.
Was die Kassiererinnen angeht: von den Kunden angemault (weil im Markt ja keiner mehr ist, der angemault werden könnte) von der Filialleitung unter Druck gesetzt wegen der Fehlbeträge und die Kassierleistung (Posten/Umsatz Minute) wird auch erfasst.
Okay. Ich glaube, ich bin ganz froh darüber, diesen Job noch nicht ausgeübt haben zu müssen.
Fehlbeträge werden den jeweiligen Kassierern persönlich zulasten gelegt – es wäre interessant zu wissen, unter welcher Bezeichnung und wohin so erzielte Überschüssse gebucht werden.
Das werden kaum Überschüsse werden – das gleicht Fehlbeträge und Diebstahlverluste aus …
Ganz schlimm wird es, wenn Angebote nicht richtig eingepflegt worden sind. Die können nicht im Markt geändert werden. Das muss in der Zentrale gemacht werden und kann schon mal Tafe dauern. 🙁
Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, ob es mir aufgefallen wäre.
Aber wenn es Dir auffällt, solltest Du auch darauf hinweisen. Supermarkt ist eh Stress.
Wenn ich ganz ehrlich bin, dann muß es mir auffallen – ich muß nämlich einfach mit verdammt wenig Geld hinkommen.
Aber Supermarkt ist bei mir positiver Streß 😉
ja, so viel Geld hab ich zurzeit auch nicht. wobei das bei mir auch ziemlichen Schwankungen unterlegen ist. aber ich düs meistens ziemlich flott durch Supermarkt. weil ich eh fast immer das Gleiche kauf. oke. manchmal gönn ich mir was. aber was die eigene Zubereitung angeht, bin ich eher träge inzwischen. das hat sich auch rückenmäßig so ergeben. naya. was wollt ich noch sagen bzw tippen?? aso. ja, ich find die Meckerer meist äußerst nervend. weil dann muss die Marktleitung gerufen werden und nix geht mehr ah wer da nicht rechtzeitig zur nächsten Kasse wechselt, is der Gearschte (H)
??? Ich mecker doch nicht, ich mache höflich auf Fehler aufmerksam 😉
ja, oke. das war auch nicht persönlich gemeint. sry. is mir nur grad so eingefallen ^^