Bin ich ein Frauenfeind? (Nº 36 #oneaday)

10 Gebote für starke Frauen

Dieser Beitrag ist voller Sarkasmus, Ironie und Satire. Niemand soll dadurch angegriffen werden – Ähnlichkeiten mit lebenden Menschen sind wirklich nicht beabsichtigt.

Ich war zu Besuch bei meiner besten Freundin.

Fast immer, wenn wir gemeinsam unterwegs sind, werden wir als Paar wahrgenommen und angesprochen. Aber wir waren nie ein Paar, sind es nicht und werden es auch nie sein.

Ich war zu Besuch bei meiner Freundin. Es gab viel zu besprechen, wie das eben unter besten Freundinnen so üblich ist. Fernsehen,gemeinsame Bekannte,unsere Diäterfolge, das Wetter und die Krankheiten, kosmetische und Haushaltstips …

Das andere Thema spielt bei uns beiden zur Zeit kein Rolle.

Während des Schwätzchens fiel mir das auf dem wunderhübsch dekorierten Couchtisch liegende Buch auf. Und weil ich artig fragte – bin ja ein neugieriger, wohlerzogener Mensch – durfte ich einen Blick hineinwerfen.

Und ich muß euch jetzt diese zehn Gebote zitieren:

 

    10 Gebote für starke Frauen
     

  1. Du sollst stolz auf Dich sein.
  2. Du sollst Grenzen setzen.
  3. Du sollst Nachsicht mit Dir haben.
  4. Du sollst nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben.
  5. Du sollst Verantwortung für Dein Leben übernehmen.
  6. Du sollst nicht alles persönlich nehmen.
  7. Du sollst klar und deutlich Deine Meinung sagen.
  8. Du sollst Dich mit Deinen Stärken und Schwächen akzeptieren.
  9. Du sollst Deinem Erfolg nicht selbst im Weg stehen.
  10. Du sollst auch Dir selbst Gutes tun.

Ursula Nuber: 10 Gebote für starke Frauen, S. 25 (Fischer (Tb.), Frankfurt; 3. Auflage 2004)
 

Auweia. Da hatte ich ja etwas gelesen. Zusätzlich erinnerte ich mich an die vielen Telenovelas und an die scripted reality shows im deutschen Fernsehen. Als "frauengeschädigter" Mann habe ich mir auf dem Heimweg im Bus dazu folgende Notizen gemacht:

  1. Du sollst stolz auf Dich sein. Du hast ja auch allen Grund dazu. Schließlich hast Du es geschafft, Deinen Ex-Mann beruflich und finanziell vollständig zu ruinieren.
  2. Du sollst Grenzen setzen. Also gehen Deine Sachen den Typen an Deiner Seite nichts an. Er muß auch nicht wissen, wie und mit wem Du Deine Zeit verbringst. Allerdings hat er sich Dir gegenüber völlig zu öffnen – sonst ist Schluß.
  3. Du sollst Nachsicht mit Dir haben. Zuhause vor Deinem Typen mußt Du nicht so chic herumlaufen wie bei Deiner Freundin oder bei Deinem Personal Trainer. Im Gegensatz zu Deinem Masseur kann Dein Typ mit den Lockenwicklern und der Schlabberhose durchaus zufrieden sein.
  4. Du sollst nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben. Mußt Du ja auch nicht. Denn Du machst ja alles völlig richtig. Nur der Typ an Deiner Seite ist zu blöd, das zu erkennen und es ebenso zu machen. Und Dein ruinierter Ex-Mann hatte ja mindestens dreimal seinen Spaß mit Dir …

Ich hörte an diesem Punkt lieber auf.

Liebe Frau Nuber, liebe Mitarbeiter und Anwälte des Fischer TB Verlages. Liebe Frauen.
 
Ich weiß, daß diese Sätze nicht in der jetzt von mir interpretierten Intention verfaßt wurden. Deshalb werde ich im Laufe diesen Jahres das gesamte Buch lesen. Und danach verfasse ich hier eine wirkliche Leser-Rezension. Bis dahin sehen bitte auch sie diesen Text an als das, was er ist: Pure Satire und blanker Sarkasmus.

Ich danke für euer aller Geduld.

Aber eines muß ich gestehen: Es tat gut, einmal so richtig vom Leder zu ziehen. Mit einem heftigen Zwinkern in beiden Augen.

Der Verfasser des Blogs schleicht grinsend davon und dankt für’s Lesen.

If you would try out Google translations of this blog into english, use this link. But I don’t think that this would be a good idea.

© 2011 – Der Emil

036 / 365 – One post a day

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Bin ich ein Frauenfeind? (Nº 36 #oneaday)

  1. Die Hellwache sagt:

    Lieber Emil! Natürlich bist du der absolute Frauenfeind ;-))) !!! Da aber leider Dein Humor auch „über Gebühr“ hoch ist, sei Dir Dein Sarkasmus erstmal verziehen … ! Im übrigen schaffen wir Frauen es schon selber, uns „fertig zu machen“! Das ist wohl auch die Hauptaussage dieses Buches, vermute ich mal! LG 🙂

  2. Mieze sagt:

    #4 Du sollst nicht ständig ein schlechtes Gewissen haben, sondern einfach sinn- und ziellos alles in Dich reinstopfen. Iss, was Dir gut tut und Kalorien werden überbewertet, ab einem gewissen Altern gucken Dich die Männer eh nicht mehr, denn die stehen auf junge und schöne Frauen.
    Von daher beginnt ab 30 der Rest Deines Lebens und der Weg in die Fettsucht. Kein schlechtes Gewissen, sondern eine klare Notwendigkeit.
    EMIL, hoch, hoch, hoch. Mehr davon. Ich schreib dann über die Männer 😉

  3. provinzler sagt:

    Diese 10 Gebote stellen eigentlich Selbstverständlichkeiten dar, die nicht nur für „starke Frauen“, sondern für jeden mit sich selbst im Gleichgewicht lebenden Menschen gelten (sollten).
    Aber ich verstehe deinen Unmut schon: Viele Frauen verwechseln „stark“ mit egozentrisch oder hart. Als wirklich starke Frauen fallen mir spontan zwei Bekannte ein; beides alleinerziehende Mütter, die im Job ihre Frau stehen müssen und ihren Kindern trotzdem liebevolle Mütter sind (soweit ich das beurteilen kann).
    Aber auch für die Zielgruppe dieses Buches fällt mir spontan jemand aus dem Bekanntenkreis ein, die ständig von einem Selbsterfahrungstrip zum nächsten hopst und grade ihren Mann mit zwei Kindern sitzen gelassen hat. Vielleicht sollte ich ihr dieses Buch mal empfehlen.

    • der_emil sagt:

      Ehe Du dieses Buch wie von Dir beabsichtigt verschenkst, lies BITTE erst ernsthafte Rezensionen oder das Buch selbst 😉 Ich garantiere für nichts!

      • provinzler sagt:

        Emil, das war ironisch gemeint! Du glaubst doch nicht, dass ich solche Ego-Trips noch unterstütze?!

        • der_emil sagt:

          Oha – die Schwierigkeiten der deutschen Schriftsprache.

          Wie konnten gedruckte Witze hunderte von Jahren ohne Grinsebildchen (Dengl.: Smilies) auskommen? Und wieso gibt es im lateinischen ABC keine Extra-Buchstaben für „Vorsicht! Scherz!“ und „Achtung! Nicht nachmachen!“?

          Schmunzelnde Grüße

  4. frizztext sagt:

    die 10 Gebote einfach als 10 Gebote für starke Männer umschreiben, dann haben wir wieder ein faires Gleichgewicht im Geschlechter-Kampf 🙂
    schöne Grüße von
    http://flickrcomments.wordpress.com/2011/01/08/lawyers/
    P.S.:
    mit dem Kopf durch die Wand ist eigentlich nie ein guter Ratschlag, auch nicht wenn er von Frau Nuber kommt …

  5. Angie sagt:

    Da mein Freundschaftskreis fast nur aus Männern bestand (Freundschaft möchte ich betonen, es gibt im I Net und im wahren Leben Menschen, die das nicht begreifen „wollen“) kann ich das, was du schreibst gut nachvollziehen.
    Ich bin wahrscheinlich emanzipierter als manch andere Frau, aber was daraus manchmal gemacht wird verstehe ich nicht. Emanzipation heißt doch nicht, dass wir Frauen alles genauso machen müssen, wie es bisher patriarchische Männer gemacht haben.
    Mein Mann würde wahrscheinlich ähnlich wie du schreiben. Zumindest hört er sich manchmal ähnlich an *grins*!!
    Ich komme von follygirl hierher und ja es müssen auch die Frauen genannt werden, die Gewalt gegen Jungen und Männer ausüben!!
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Angie

  6. christA sagt:

    Dass Du ein Frauenfeind bist, denke ich nicht und kann Dich nur ermuntern: Lass es raus, Emil! – Letzten Endes geht es nicht darum, Mensch zu werden sondern Mensch zu bleiben, Frau her – Mann hin, oder umgekehrt. – Ich mochte diese Rollenverdrehungen nie, weder in die eine noch in die andere Richtung.

  7. Erschrecken tut mich einzig und allein die Tatsache, dass wir mittlerweile vorausschicken müssen, dass gewisse Texte ironisch, satirisch mit einer Würze Sarkasmus versetzt zu werten sind!

    Und mal ehrlich: IHR MÄNNER seid schon ganz schön unglaublich! Warum könnt Ihr auch unsere Bedürfnisse nicht so befriedigen, dass wir unsere Wünsche noch nicht einmal dann erkennen, wenn sie grade in Erfüllung gehen? Das ist schon ungerecht von Euch!

    Aber wie ich hier kommentiere, sollte ich vielleicht zum GEGENBLOG ausholen?

    Aber Du hast schon Recht! Ich bemerke oft, dass ich mich von vielen Frauen einfach nur angewidert distanziere, weil sie MÄNNER behandeln, wie den letzten Dreck! Da wird aus Liebe nur noch Gewohnheit und man hält sich tagtäglich nur die offene Zahnpastatube, die herumliegende Schmutzwäsche vor Augen, damit man sich den schönen Seiten des Beziehungsalltags nicht hingeben muss. Alles was die Emanzipation mit sich brachte, war die Männer zu verunsichern (die Frauen auch – nur geben wir das NICHT zu, weil wir ja ALLES besser und richtiger machen) und am Ende weiß keiner mehr, was Beziehung ist!

    In Zeiten von Internet, Online-Shops und Online-Singlebörsen kannst Du sofort bestellen und brauchst nur noch den Button : 24 h-Service zu klicken. Alles geht schneller, nichts dauert mehr an und wenn etwas nicht mehr taugt, dann wird in unserer Wegwerfgesellschaft ein Mann einfach gegen ein neues Exemplar ausgetauscht. Dass dann unsere Kinder auch irgendwo ein wenig meschugge werden, ist nur eine weitere Folge – die keinen Interessiert!

    Ich mag Deinen Blog! Wenn er mir in erschreckend ehrlicher Weise gerade signalisiert, dass auch mein Umgang mit eher weniger intelligenten Menschen statt findet, die den Hinweis wohl auch nicht verstanden hätten!

    • Mieze sagt:

      Ja, das ist eine Schwierigkeit im iNet, dass man auf Gestik, Mimik und Intonation verzichten muss, so kommt vieles in den falschen Hals und um tausend Erklärungen auch nicht herum.

      • Mieze sagt:

        Noch was: Ich bin dennoch über die Emanzipation sehr froh, denn ich kann studieren, was ich will. Ich kann ein eigenes Konto eröffnen, ich kann einen Beruf auswählen, ich kann hier bloggen, was ich will.
        Das, was heute passiert, ist der Schrecken beider Geschlechter voreinander und ich glaube nicht, dass wir Angst haben sollten, unsere Wünsche zu sagen. Es ist viel Unsinniges geschehen im Namen des Feminismus und der Emanzipation, aber pauschal zu schreiben, das alles, was die Emanzipation mit sich brachte, eine Verunsicherung der Männer war, finde ich zu kurz gedacht.

        • der_emil sagt:

          Nun, ich sage ja nicht, daß Emanzipation grundsätzlich falsch ist. Aber „gender mainstreaming“ und übertriebene Emanzipation vergessen, daß es biologische Unterschiede gibt! Auch psychobiologische! Das ist die Crux, die ich damit habe! Und solche dampfwalzende Gleichmacherei regt mich auf, regt mich wahnsinnig auf!

          • Mieze sagt:

            Lieber Emil, mein Kommentar war nicht auf Dich bezogen, sondern auf die Aussage von Schnecksche.
            Und ich gehe mit Dir d’accord, wenn Du schreibst, dass es sowohl biologische als auch psychobiologische (auch wenn ich nicht wirklich weiß, was darunter zu verstehen ist) Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Ein wenig mehr Gelassenheit täte in dieser Diskussion allen gut (mir inklusive, denn ich bin sehr leicht entflammbar), denn Pauschalisierungen bringen niemandem etwas, nur, dass sich die Gräben vertiefen anstatt zu schließen.

  8. twixraider sagt:

    Ich sag jetzt besser nix zum Postfeminismus, sonst krieg ich wieder gehauen… bin froh, das ich hier im Männerhaus meine alten Wunden lecken darf. Huch, ich komm ja zu spät zur hemmungslosen Heulgruppe… *davontrippel*

    • der_emil sagt:

      Männerhaus? Ich will auch rein!!!

      Lachen würd ich darüber, wenn es nicht wirklich (aus meiner eigenen Erfahrung heraus) notwendig wäre, auch solche, und nicht nur Frauenhäuser einzurichten …

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